Eine Flut oder Cyber Attacke, Fehler in der Lieferkette oder der Verlust eines wichtigen Mitarbeiters. Es ist der Albtraum eines Unternehmers, aber schwerwiegende Betriebsstörungen können jederzeit auftreten. Beim Business Continuity Planning (BCP) geht es darum, einen Plan für die Bewältigung schwieriger Situationen zu haben, damit das Unternehmen so störungsfrei wie möglich weiter funktioniert.

Egal, ob es sich um ein privates Unternehmen, eine Organisation des öffentlichen Sektors oder eine Wohltätigkeitsorganisation handelt, Mitarbeiter der entsprechenden Führungsetagen müssen wissen, wie sie auch unter schwierigsten Bedingungen die Geschäfte am Leben erhalten können. Genau dafür gibt es BCP.

Was ist Business Continuity Planning?

Business Continuity Planning ist die Vorausplanung und Vorbereitung innerhalb einer Organisation, um sicherzustellen, dass sie in der Lage ist, ihre kritischen Geschäftsfunktionen während und nach dem Eintreten von Notfällen auszuführen. Solche katastrophalen Ereignisse können Naturkatastrophen, Geschäftskrisen, Pandemien, Gewalt am Arbeitsplatz oder Ereignisse sein, die zu einer Störung des Geschäftsbetriebs führen könnten. Beim effektiven Business Continuity Management wird nicht nur für Ereignisse geplant und vorbereitet, durch die Funktionen vollständig gestoppt werden, sondern auch für Ereignisse, die sich möglicherweise bloß sehr negativ auf einzelne Dienste oder Funktionen auswirken, sodass einzelne Tätigkeitsfelder einer Organisation starken Störungen unterliegen. BCP stellt sicher, dass Personal sowie Sach- und Vermögenswerte geschützt und im Katastrophenfall schnell wieder einsatzfähig sind.

Die Vorteile von BCP

  1. Es kann im äußersten Fall nicht nur Daten und Produktionszyklen, sondern Leben retten.

 

  1. Es schafft Vertrauen bei Mitarbeitern, Kunden & Geschäftspartnern.

 

  1. Es stellt die Einhaltung der Industriestandards sicher (aus versicherungstechnischer Sicht relevant).

 

  1. Es schützt den Brand Value und das Image.

 

  1. Es pflegt eine belastbare Organisationskultur.

 

  1. Es liefert wertvolle Geschäftsdaten.

 

  1. Es hilft, finanzielles Risiko zu mindern.

 

  1. Es schützt die Lieferkette.

 

  1. Es gibt Unternehmen im besten Fall einen Wettbewerbsvorteil

Schlüsselelemente im Business Continuity Management

Durch die Durchführung einer Business Impact Analysis (BIA) können mögliche Schwachstellen sowie die Auswirkungen einer Katastrophe auf verschiedene Abteilungen aufgedeckt werden. Der BIA informiert eine Organisation über die wichtigsten Funktionen und Systeme, die in einem Business Continuity Plan priorisiert werden müssen.Ein Business-Continuity-Plan besteht aus drei Schlüsselelementen: Ausfallsicherheit, Wiederherstellung und Kontingenz.

Ein Unternehmen kann die Ausfallsicherheit erhöhen, indem es kritische Funktionen und Infrastrukturen mit Blick auf verschiedene Katastrophenmöglichkeiten entwirft. Dies kann Personalwechsel, Datenredundanz und die Aufrechterhaltung eines Kapazitätsüberschusses umfassen. Durch die Gewährleistung der Ausfallsicherheit in verschiedenen Szenarien können Unternehmen wichtige Dienste auch ohne Unterbrechung vor Ort und außerhalb des Standorts bereitstellen.

BCP als Notfallplan

Eine schnelle Wiederherstellung der Geschäftsfunktionen nach einem Notfall ist von entscheidender Bedeutung. Das Festlegen von Zielen für die Wiederherstellungszeit für verschiedene Systeme, Netzwerke oder Anwendungen kann helfen, Prioritäten für die Elemente festzulegen, die zuerst wiederhergestellt werden müssen. Andere Wiederherstellungsstrategien umfassen Ressourceninventare, Vereinbarungen mit Dritten zur Übernahme von Unternehmensaktivitäten und die Nutzung umgebauter Räume für geschäftskritische Funktionen.

Ein Notfallplan enthält Verfahren für eine Vielzahl externer Szenarien und kann eine Befehlskette enthalten, die die Verantwortlichkeiten innerhalb der Organisation während eines Katastrophenfalls verteilt. Diese Aufgaben können den Austausch von Hardware, die Anmietung von Büroräumen für Notfälle, die Schadensbeurteilung und die Beauftragung von Drittanbietern umfassen.

Ein entscheidender Faktor für einen schnellen Wiederanlauf beschädigter Geschäftsfunktionen sind kontinuierliche IT-Funktionen: Mit der heutigen Technologie können viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um Daten, Informationen und Vorgänge zu schützen. Die Schlüsselwörter Datensicherung und Backup spielen hierbei in unserer digitalen Welt eine zentrale Rolle. Ein cloudbasierter Rechenzentrumsdienst ermöglicht Unternehmen, Ressourcen schnell zu verschieben und trotzdem auf dieselben Anwendungen und Informationen zuzugreifen. Der Business Continuity Plan und die IT-Infrastruktur einer Organisation sollten diese Strategie berücksichtigen.

Fünf Schritte zur Business Continuity-Planung

 

Um einen effektiven Business Continuity Plan zu erstellen, sollte ein Unternehmen die folgenden fünf Schritte ausführen:

 

Schritt 1: Risikobewertung

 

– Bewertung der Sicherheit vor bestimmten Szenarien

 

– Überprüfung der Points of Failure

 

– Bewertung der Auswirkungen verschiedener Geschäftsunterbrechungsszenarien

 

– Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos anhand eines Ratingsystems

 

– Entwicklung eines Plans zum weiteren Vorgehen anhand voriger Priorisierung

 

Schritt 2: Business Impact Analysis (BIA)

– Analyse der Recovery Point Objectives (RPO) und Recovery Time Objectives (RTO)

 

– Identifizieren kritischer Geschäftsprozesse und Workflows sowie unterstützender Produktionsanwendungen

 

– Identifizieren von Interdependenzen, sowohl intern als auch extern

 

– Identifizieren von kritischem Personal, einschließlich Backups, Fähigkeiten, primären und sekundären Kontakten

 

– Identifizieren eventueller spezieller Umstände

 

Schritt 3: Entwicklung eines Business Continuity Plans

 

– Abnahme der Business Impact Analysis durch die Geschäftsleitung

 

– Zusammenfassen der Risikobewertung und der BIA-Ergebnisse, um einen umsetzbaren und gründlichen Plan zu erstellen

 

– Entwicklung von unabhängigen Abteilungs- und Standortplänen

 

– Überprüfung des Plans mit den wichtigsten Interessengruppen zur Fertigstellung und Verteilung

 

Schritt 4: Implementierung planen

 

– Verteilung des Plans an alle wichtigen Stakeholder

 

– Durchführung von Schulungen, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter mit den im Plan beschriebenen Schritten vertraut sind

 

Schritt 5: Testen und Wartung planen

 

– Durchführung von Simulationsübungen, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Stakeholder mit den Planschritten vertraut sind

 

– Durchführung von halbjährlichen Planprüfungen

 

– Durchführung jährlicher Business Impact Assessments

USV ist die Abkürzung für unterbrechungsfreie Stromversorgung. Die englische Bezeichnung „Uninterrupted Power Supply„steht abgekürzt für „UPS“. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen werden eingesetzt, um bei einem Stromausfall oder bei Störungen im Stromnetz die Energieversorgung

In Krankenhäusern ist die USV wichtig.

Die Stromversorgung in Krankenhäusern muss gewährleistet sein!

der angeschlossenen Geräte sicherzustellen.

Man verendet unterbrechungsfreie Stromversorgung überall dort, wo Stromausfälle oder Netzstörungen zu kritischen oder lebensbedrohlichen Situationen führen können. Beispielsweise bei lebenserhaltenden Systemen in einem Krankenhaus. Im Gegensatz zu einer längeren Notstromversorgung mit einem Notstromaggregat werden unterbrechungsfreie Stromversorgungen in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum zur Überbrückung eingesetzt.

Wie ist eine USV aufgebaut?

Zentrales Element jeder USV ist ein Akkumulator. In der Regel verfügen die in eine USV eingebauten Akkumulatoren über eine Leistung von 300 Volt Ampere (VA) oder mehr. Der Akkumulator wird mit Netzstrom aufgeladen. Dazu befindet sich auf der Eingangsseite der USV ein Gleichrichter, der den Wechselstrom des Stromnetzes in Gleichstrom umwandelt. Auf der Ausgangsseite befindet sich ein Wechselrichter, der, für den Fall, dass der Akku die Energieversorgung übernimmt, den vom Akku abgegebenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Lesen Sie hier alles Wissenswerte zum Wechselstrom.

Kompakte USV Anlagen, die zu Hause oder in kleinen Büroeinheiten zur Sicherung der Stromversorgung eingesetzt werden, sind entweder mit Nickel-Metallhydrid, Lithium-Ionen oder kleinen Bleiakkus ausgestattet. Große USV Anlagen, die in Krankenhäusern oder Leitstellen eingesetzt werden, basieren auf bis zu mehreren Hundert stationären Bleiakkus, die zusammengeschaltet werden.

Wichtiges Notstromaggregat

Oft werden große Anlagen zusätzlich mit einem Diesel-Notstromaggregat kombiniert. Bei einer Störung übernimmt zunächst die USV die Energieversorgung. Das Notstromaggregat wird nach einer gewissen Zeit aktiviert und lädt die Akkus wieder auf oder übernimmt vollständig die Stromversorgung.

Ein weiterer Bestandteil eine USV ist eine elektronische Regelung, die den Akku zu- und abschaltet, die Stromabgabe und die Aufladung der Akkus regelt. Als relevantes Kriterium für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung ist die Reaktionszeit des Systems anzuführen. In der Regel beträgt diese nur wenige Millisekunden. Je nach Auslegung der USV kann die Überbrückungszeit bei einem Netzausfall oder Netzstörungen wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden betragen.

Vor welchen Störungen im Stromnetz schützt eine USV?

Je nach Auslegung der unterbrechungsfreien Stromversorgung können angeschlossene Geräte vor unterschiedlichen Störungen geschützt werden. Typische Störungen in der Stromversorgung sind:

USV hilft bei Stromausfall

Was tun, wenn das Stromnetz gestört ist?

Netzausfälle – Power Failure

Fällt ein Stromnetz für mehr als 10 Millisekunden aus, wird dies als Netzausfall bezeichnet. Definiert ist ein Netzausfall als sogenannte Nullspannungs-Bedingung. Das heißt, es steht kein Strom zur Verfügung, elektrische Anlagen und elektronische Systeme sind ohne Funktion.

Spannungsschwankungen – Power Sag

Spannungsschwankungen sind kurzzeitige Rückgänge der Netzspannung unter den Normalwert und dauern weniger als 16 Millisekunden. Sie können beim Einschalten großer elektrischer Verbraucher entstehen. In Wohngebäuden können beispielsweise anfahrende Aufzüge Spannungsschwankungen verursachen.

Spannungsspitzen – Switching Transient

Als Spannungsspitzen werden erhöhte Netzspannungen mit einer Dauer von 4 bis 16 Millisekunden bezeichnet. Häufige Ursache sind statische Entladungen. Eine weitere Ursache können Schaltvorgänge in elektrischen Anlagen sein. In diesen Fällen werden Spannungsspitzen auch als Schaltspitzen bezeichnet.

Spannungsstöße – Power Surge

Kurzzeitige und plötzlich auftretende Spannungsspitzen mit einer Dauer von weniger als 4 Millisekunden werden als Spannungsstöße bezeichnet. Häufige Ursache sind Blitzeinschläge in der Nähe von elektrischen Anlagen.

Unterspannungen – Under Voltag

Fällt die Netzspannung unter einen zulässigen Grenzwert, wird dies als Unterspannung bezeichnet. Die Folge ist möglicherweise ein Abschalten elektrischer Systeme. Unterspannungen können dauerhaft oder für wenige Sekunden auftreten.

Überspannungen – Over Voltage

Überspannungen können kurzzeitig oder fortlaufend auftreten und zu einer Zerstörung von elektronischen Bauteilen führen. Sie treten beispielsweise auf, wenn große elektrische Verbraucher eingeschaltet werden. Dadurch kann die normale Netzspannung auf deutlich über 100 % erhöht werden.

Frequenzschwankungen – Frequency Variation

Frequenzschwankungen sind periodisch auftretende Abweichungen von der normalerweise konstanten 50 Hz Netzfrequenz.

Verschiedene Spannungen, verschiedene Auswirkungen

Spannungsverzerrungen – Line Noise

Spannungsverzerrungen, sogenannter Line Noise, sind periodisch auftretende elektrische Störspannungen. Diese Störspannungen können die Schaltungen in elektrischen und elektronischen Systemen negativ beeinflussen.

Spannungsoberschwingungen – Harmonic Distortion

Sogenannte Spannungsoberschwingungen sind fortlaufende Veränderungen und Verzerrungen der normalen Wellenform der Stromspannung. Spannungsoberschwingungen werden beispielsweise durch flackernde Leuchtstoffröhren verursacht.

Die Arten der unterbrechungsfreien Stromversorgung

Unterbrechungsfreie Stromversorgungen werden in drei Schutzklassen unterteilt:

  • Klasse 1: Standby- oder Offline-USV – VFD (Voltage Frequency Dependent from Mains Supply)

  • Klasse 2: Line Interactive– oder Netzinteraktive-USV – VI (Voltage Independent from Mains Supply)

  • Klasse 3: Online-USV – VFI (Voltage and Frequency Independent from Mains Supply) –

Voltage Frequency Dependent from Mains Supply – VFD USV

Die Standby- oder Offline-USV ist die einfachste Form der unterbrechungsfreien Stromversorgung in der von IEC, DIN und VDE standardisierten USV-Schutzklasse 1. Sie schützt nur bei einem vollkommenen Netzausfall. Schwankungen der Netzspannung oder der Netzfrequenzen werden von dieser Art USV nicht ausgeglichen. Fällt der Netzstrom aus, oder kommt es zu einer Über- oder Unterspannung, übernimmt der Akku innerhalb weniger Millisekunden die Energieversorgung. Bei Normalbetrieb wird der Akku wieder aufgeladen. Diese Art der unterbrechungsfreien Stromversorgung wird oft für kleine Verbraucher oder einzelne Computer eingesetzt.

Voltage Independent from Mains Supply – VI USV

Eine Voltage Independent from Mains Supply (VI) USV wird auch als „Line Interactive– oder Netzinteraktive-USV bezeichnet und zählt zur Schutzklasse 2. Sie erfüllt zwei Funktionen. Sie schützt sowohl gegen Schwankungen der Netzspannung wie auch gegen einen totalen Netzausfall. Hauptsächlich wird diese Art der unterbrechungsfreien Stromversorgung daher in Umgebungen mit häufig vorkommende Spannungsschwankungen eingesetzt, um Netzwerke, Computersysteme und größere Telekommunikationsanlagen abzusichern.

Voltage and Frequency Independent from Mains Supply – VFI USV

Die als Online-USV bezeichnete VFIUSV bietet von allen drei Arten den besten Schutz. USV dieses Typs sind der Schutzklasse 1 zugeordnet. VFI schützen vor einem totalen Stromausfall und gleichen Schwankungen der

Schwankungen der Netzfrequenz können ausgeglichen werden.

Netzspannung sowie Schwankungen der Netzfrequenz aus. Im Gegensatz zu den anderen unterbrechungsfreien Stromversorgungen werden die angeschlossenen Geräte im Normalbetrieb immer über den Akku mit Energie versorgt. Der Vorteil ist, dass bei Schwankungen oder einem Stromausfall keine Schaltzeiten zu einer Verzögerung der Versorgung führen können. Nachteilig anzumerken ist, dass die Lebenszeit des Akkus wegen der Dauerbelastung auf drei bis maximal vier Jahre begrenzt ist. Einsatzgebiete sind die Absicherung von Servern und Systemen der Datenkommunikation.

Wo werden USV eingesetzt?

USV-Anlagen werden eingesetzt, wenn eine Unterbrechung der Stromversorgung zu kritischen Situationen oder einem Datenverlust führen kann. Sie befinden sich daher vor allem in Krankenhäusern, Rechenzentren, Leitstellen von Kraftwerken, Häfen, Flughäfen oder der Bundesbahn. Kompakte USV und werden eingesetzt, um in Büros Datenverluste bei einem Stromausfall oder Netzstörungen zu vermeiden. Das heißt, diese Anlagen sollen den Betrieb von Computersystemen solange aufrechterhalten, bis alle Daten gespeichert und die Systeme ordnungsgemäß heruntergefahren wurden. Eine länger andauernde Versorgung ist hier meistens nicht vorgesehen.