Die meisten kleinen Unternehmen verlieren einen Kunden, noch bevor jemand ans Telefon geht. Die Suche erfolgt auf dem Smartphone an einer roten Ampel, drei Ergebnisse werden geladen, und wer eine funktionierende Homepage hat, bekommt den Klick.
Das Erstellen dieser Homepage ist schon seit Jahren keine Aufgabe mehr für Entwickler. Die Tools sind mittlerweile so gut, dass ein Bäckereibesitzer an einem Wochenende eine anständige Seite auf die Beine stellen kann. Was eine nützliche Unternehmenshomepage nach wie vor von einer digitalen Visitenkarte unterscheidet, ist die Planung – und daran hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht viel geändert.
Entscheiden Sie, wozu die Seite eigentlich dient
Bevor Sie sich für ein Tool entscheiden, schreiben Sie die eine Aktion auf, die ein Besucher ausführen soll. Einen Tisch reservieren, ein Angebot anfordern oder die Öffnungszeiten an einem Sonntagnachmittag herausfinden: Jede dieser Aktionen lenkt das Layout in eine völlig andere Richtung.
Ein Restaurant braucht eine Speisekarte und eine Adresse, die ohne Scrollen sichtbar sind. Eine Beratungsfirma braucht Nachweise über bisherige Projekte und ein Kontaktformular, das nicht zwölf Felder erfordert. Und ein Klempner braucht eine Telefonnummer, die groß genug ist, um sie mit einem behandschuhten Daumen anzutippen.
Das Überspringen dieses Schritts ist der Grund, warum so viele Homepages letztendlich nur aus einer Flut von Stockfotos bestehen, ohne dass ein nächster Klick naheliegend ist.
Wähle eine Plattform, die deinem Kenntnisstand entspricht
Website-Baukästen decken mittlerweile den größten Teil des Einstiegssegments dieses Marktes ab. Der deutschsprachige Weg ist recht direkt: Wähle einen Tarif, suche dir eine Vorlage aus und folge der geführten Einrichtung, die Anbieter unter dem Begriff veröffentlichen, nach dem Nutzer tatsächlich suchen: Eigene Homepage erstellen. Anschließend verbinde eine Domain und schalte die Seite live.
Der Nachteil ist die mangelnde Kontrolle. Website-Baukästen sperren den zugrunde liegenden Code ab, sodass umfangreiche Anpassungen später bedeuten können, dass man von vorne anfangen muss. Selbst gehostete Systeme gehen den umgekehrten Weg: mehr Freiheit, mehr Wartungsaufwand und eine Reihe von Plugins, die jemand auf dem neuesten Stand halten muss.
Für ein Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern gewinnt der Website-Baukasten in der Regel durch die Zeitersparnis. Die Website geht noch diese Woche online statt erst im nächsten Quartal, und dieser Unterschied ist mehr wert als ein perfektes Layout.
Domain und rechtliche Seiten klären
Eine .de-Domain wirkt für deutsche Kunden bei einem lokalen Geschäft immer noch glaubwürdiger als eine .com-Domain. Halte den Namen kurz, verzichte nach Möglichkeit auf Bindestriche und überprüfe, ob der Name nicht bereits als Marke eingetragen ist, bevor du ihn auf einen Lieferwagen malst.
Das deutsche Recht ist in Bezug auf das, was als Nächstes kommt, ungewöhnlich streng. § 5 des Digitalen-Dienste-Gesetzes schreibt ein Impressum mit Name, Anschrift und Kontaktdaten des Betreibers vor, das leicht zu finden und dauerhaft verfügbar sein muss. Die Strafen bei Verstößen betragen bis zu 50.000 Euro, und Wettbewerber versenden schon bei weitaus geringeren Versäumnissen kostspielige Abmahnungen.
Eine Datenschutzerklärung, die Cookies und Daten aus Kontaktformularen abdeckt, gehört direkt daneben. Beides sollte in der Fußzeile jeder einzelnen Seite stehen und nicht drei Klicks tief hinter einem „Info“-Menü vergraben sein.
Erstellen Sie die fünf Seiten, die die Arbeit erledigen
Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum. Alles andere bleibt optional, bis die Besucherzahlen zeigen, dass jemand daran interessiert ist.
Die „Über uns“-Seite hat mehr Gewicht, als Inhaber erwarten. Fotos des tatsächlichen Teams sind Stockfotos jedes Mal überlegen, und ein Gründungsjahr signalisiert unaufdringlich, dass das Unternehmen kein zweiwöchiges Experiment ist.
Auch Bewertungen sind wichtig. Drei echte Kundenstimmen mit vollständigen Namen sind wirkungsvoller als eine fettgedruckte Überschrift, die hervorragenden Service verspricht, denn das eine ist ein Beweis, das andere nur eine Behauptung.
Mach es auffindbar und schnell
Laut der jährlichen Umfrage des Statistischen Bundesamtes zur IKT-Nutzung in Unternehmen betrieben im Jahr 2023 nur 69 % der deutschen Unternehmen eine eigene Website. Das ist eine niedrige Hürde, und es bedeutet, dass die lokalen Suchergebnisse oft spärlicher ausfallen, als man erwartet.
Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung haben sich kaum verändert: ein Thema pro Seite, ein Titel-Tag, der sowohl die Dienstleistung als auch den Ort nennt, und eine Meta-Beschreibung, die als lesbarer Satz verfasst ist und nicht als Aneinanderreihung von Schlüsselwörtern. Registrieren Sie die Website vom ersten Tag an bei der Google Search Console, damit Indexierungsprobleme frühzeitig erkannt werden.
Geschwindigkeit ist wichtiger als Designpreise. Komprimieren Sie Bilder vor dem Hochladen (ein 4-MB-Hero-Foto ist der häufigste Grund dafür, dass eine Homepage nur langsam geladen wird), lassen Sie das Ergebnis durch PageSpeed Insights laufen und testen Sie die Seite auf einem Android-Smartphone der Mittelklasse statt auf einem 27-Zoll-Monitor.
Was nach dem Start passiert
Eine Homepage ist nie wirklich fertig. Die erste Version sollte innerhalb weniger Tage online sein, mit einem klaren Kontaktweg und den rechtlichen Seiten, denn Feedback von echten Besuchern ist wichtiger als weitere zwei Wochen interner Debatten über die Farben der Schaltflächen.
Beobachten Sie in den ersten drei Monaten, worauf die Nutzer klicken, und streichen Sie dann alles, was niemand anklickt. Die Unternehmen, die lokal erfolgreich sind, sind in der Regel diejenigen, die ihre Seite erst letzten Monat aktualisiert haben, nicht diejenigen, die ein halbes Jahr damit verbracht haben, sie zu gestalten.



