Langdock hat sich in kurzer Zeit zu einem der bekanntesten KI-Arbeitsplätze im deutschsprachigen Raum entwickelt. Große Namen wie Merck, BASF oder Trumpf stehen auf der Kundenliste. Trotzdem suchen viele Mittelständler eine Langdock Alternative: weil sie ihre Daten im eigenen Rechenzentrum halten wollen, weil sie lokale Modelle brauchen oder weil sie nicht für jeden Mitarbeiter denselben Preis zahlen möchten. Dieser Beitrag ordnet Preise, Datenschutz und Funktionen von Langdock ein und zeigt, welche Alternativen für welche Anforderungen passen.
Offenlegung vorab: Biteno bietet mit Web-KI eine KI-Oberfläche auf Basis von Open WebUI und mit NexGen AI eine Plattform für digitale Mitarbeiter an. Wir sind also nicht neutral. Wir nennen deshalb ausdrücklich auch die Fälle, in denen Langdock die bessere Wahl bleibt.
Was ist Langdock?
Langdock ist ein KI-Arbeitsplatz als Software-Dienst (SaaS) aus Berlin, gegründet 2023 und mit Wagniskapital unter anderem von General Catalyst und Y Combinator finanziert. Die Plattform ist modellunabhängig: Mitarbeiter wählen in einer Oberfläche zwischen über 40 Modellen, darunter aktuelle Modelle von OpenAI, Anthropic und Google.
Laut Anbieter gehören diese Bausteine dazu:
- Chat mit allen freigegebenen Modellen,
- Assistenten (bei Langdock „Agents“) mit eigenen Anweisungen, Wissen und Werkzeugen,
- Workflows zur Automatisierung wiederkehrender Abläufe,
- Integrationen etwa zu SharePoint, OneDrive, Teams, Google Drive, Confluence, Jira, Slack, HubSpot und Salesforce, dazu ein Verzeichnis für MCP-Server,
- Meetings (Transkription und Zusammenfassung) und interne Apps,
- eine API, über die Entwickler alle Modelle mit einem Schlüssel ansprechen.
Das Produkt ist ausgereift und breit aufgestellt. Wer eine Langdock Alternative sucht, tut das selten, weil Funktionen fehlen. Die Gründe liegen meist bei Betriebsmodell, Datenhoheit und Kosten.
Langdock Preise und Kosten
Langdock rechnet je Nutzer und Monat ab. Laut Preisseite des Anbieters (Stand November 2026, Standardansicht mit jährlicher Zahlung, alle Preise netto) gibt es diese Pläne:
| Plan | Standard-Lizenz | Max-Lizenz (fünffache Nutzung) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Core | rund 23 € je Nutzer und Monat | rund 99 € je Nutzer und Monat | 2.500 Workflow-Läufe im Monat, SSO, Governance-Funktionen nur befristet |
| Work | rund 31 € je Nutzer und Monat | rund 109 € je Nutzer und Monat | Governance und Zugriffsregeln, 10.000 Workflow-Läufe, Meetings ohne Begrenzung |
| Enterprise | individuell | individuell | ab 1.000 Nutzern, eigene Bereitstellung möglich |
Der Chat mit den enthaltenen Modellen ist in Core und Work ohne verbrauchsabhängige Kosten. Zusätzlich abgerechnet werden laut Anbieter die API (je Token) und die Modellnutzung innerhalb von Workflows. Wer mehr Workflow-Läufe braucht, bucht ein Paket je Arbeitsbereich dazu, das einen dreistelligen Betrag im Monat kostet. Für große Mengen gibt es eine Rabattstaffel. Eigene Modellschlüssel (Bring your own Key) sind möglich: Dann zahlen Sie den Modellanbieter direkt und Langdock nur für die Plattform. Testen lässt sich Langdock sieben Tage kostenlos.
Für die Kalkulation heißt das: Die Lizenz je Kopf ist der Sockel. Wer Governance braucht, landet beim Work-Plan. Wer stark automatisiert oder die API nutzt, sollte die verbrauchsabhängigen Posten zusätzlich einplanen.
Langdock Datenschutz: Wo liegen die Daten?
Langdock legt viel Wert auf das Thema Datenschutz und belegt das nachvollziehbar:
- Die Anwendung läuft laut Anbieter auf Microsoft Azure in der EU, ebenso die meisten Modelle. Welche Modelle außerhalb der EU verarbeitet werden, ist konfigurierbar.
- Langdock ist nach ISO 27001 zertifiziert und hat einen SOC-2-Type-II-Bericht.
- Der Auftragsverarbeitungsvertrag ist Bestandteil der Nutzungsbedingungen, für Berufsgeheimnisträger gibt es einen Zusatz zur Schweigepflicht.
- Eingaben werden laut Anbieter nicht zum Training von Modellen verwendet.
Zwei Punkte sollten Sie dennoch kennen. Erstens: Die Muttergesellschaft war bisher in den USA ansässig. Laut Medienberichten vom September 2026 verlegt Langdock den rechtlichen Hauptsitz nach Deutschland und will ein eigenes Rechenzentrum aufbauen, ausdrücklich mit Blick auf den US Cloud Act. Bis das abgeschlossen ist, lohnt ein Blick in die aktuelle Vertragslage. Zweitens: Eine eigene Instanz gibt es erst für sehr große Kunden. Laut Sicherheitsseite des Anbieters ist eine Single-Tenant-Umgebung ab 2.000 Lizenzen möglich, Betrieb in der eigenen Cloud oder im eigenen Rechenzentrum ab 5.000 Lizenzen.
Für einen Mittelständler mit 50 oder 150 Mitarbeitern bedeutet das: Ihre Daten liegen in einer gemeinsam genutzten Cloud-Umgebung des Anbieters. Für viele Anwendungsfälle ist das völlig in Ordnung. Für Personalakten, Konstruktionsdaten oder Kalkulationen wünschen sich manche Unternehmen mehr Kontrolle.
Langdock Erfahrungen
Öffentliche Erfahrungsberichte sind noch dünn gesät. Auf G2 finden sich nur wenige Bewertungen, die durchweg positiv ausfallen, auf OMR Reviews gab es zum Zeitpunkt unserer Recherche keine. Langdock selbst nennt über 15.000 Unternehmen als Kunden und verweist auf große Einführungen wie bei Merck mit nach eigenen Angaben über 33.000 monatlich aktiven Nutzern.
Aus unserer Sicht spricht das für ein Produkt, das in großen Organisationen funktioniert. Belastbare Erfahrungen aus dem Mittelstand mit 20 bis 200 Mitarbeitern sind öffentlich kaum dokumentiert. Testen Sie deshalb in jedem Fall mit Ihren eigenen Anwendungsfällen, bevor Sie sich festlegen.
Warum Unternehmen eine Langdock Alternative suchen
In unseren Gesprächen mit IT-Leitern und Geschäftsführern tauchen immer wieder dieselben Gründe auf:
- Datenhoheit: Die Daten sollen im eigenen Rechenzentrum oder bei einem deutschen Partner liegen, nicht in einer geteilten Cloud-Umgebung.
- Lokale Modelle: Sensible Daten sollen ausschließlich von Modellen verarbeitet werden, die im eigenen Haus laufen. Das ist bei Langdock im Standardplan nicht vorgesehen.
- Kosten je Kopf: In fast jedem Unternehmen nutzen wenige Mitarbeiter KI intensiv und viele nur gelegentlich. Bei einer Lizenz je Nutzer zahlen Sie für alle gleich viel.
- Unabhängigkeit: Langdock ist nicht quelloffen. Wer später den Anbieter wechselt, wechselt auch die Oberfläche und muss Assistenten und Abläufe neu aufbauen.
- Automatisierung: Wer KI nicht nur im Chat, sondern in echten Geschäftsprozessen einsetzen will, braucht neben Workflows auch Freigaben, Rechte je Werkzeug und Kostenkontrolle je Ablauf.
Die Alternativen im Überblick
Eine einzige richtige Langdock Alternative gibt es nicht. Je nachdem, welcher der oben genannten Gründe für Sie zählt, passen unterschiedliche Werkzeuge:
| Alternative | Art | Stärke | Passt, wenn … |
|---|---|---|---|
| Open WebUI | quelloffene Chatoberfläche | lokale und Cloud-Modelle, Rollen, SSO, Wissenssuche | Sie Datenhoheit und lokale Modelle wollen |
| LibreChat | quelloffene Chatoberfläche | MIT-Lizenz, sehr viele Anbieter, Assistenten | Ihr Schwerpunkt auf Cloud-Modellen liegt und Sie selbst betreiben |
| innoGPT | SaaS-Portal aus Deutschland | sofort nutzbar, eigene Lizenz für Berufsgeheimnisträger | Sie ein fertiges Portal mit Hosting in Deutschland suchen |
| Onyx | Wissenssuche, quelloffen | viele Konnektoren zu Firmenquellen | die Suche im Firmenwissen im Vordergrund steht |
| NexGen AI | Plattform für digitale Mitarbeiter | Werkzeuge mit Rechten und Freigaben, Kostenkontrolle, Betrieb in Deutschland | KI eigenständig Aufgaben in Ihren Systemen erledigen soll |
Open WebUI als Langdock Alternative
Open WebUI ist die am weitesten verbreitete quelloffene Oberfläche für Sprachmodelle. Sie bindet Cloud-Modelle von OpenAI, Anthropic, Google oder Mistral ebenso an wie lokale Modelle im eigenen Rechenzentrum. Rollen, Gruppen, Single Sign-on und Wissenssuche sind laut Projektdokumentation in der freien Version enthalten. Den Betrieb übernehmen Sie selbst oder ein Partner. Wie sich Open WebUI gegen den zweiten großen Open-Source-Kandidaten schlägt, lesen Sie in LibreChat vs Open WebUI.
innoGPT als Langdock Alternative
Wer beim SaaS-Modell bleiben, aber einen anderen Anbieter wählen möchte, landet oft bei innoGPT. Das Preismodell ähnelt dem von Langdock: ein fester Betrag je Nutzer, dazu ein Budget für Premium-Modelle. Den ausführlichen Vergleich mit einer selbst betriebenen Oberfläche finden Sie in innoGPT vs Open WebUI.
NexGen AI für digitale Mitarbeiter
Langdock entwickelt sich mit Workflows und Assistenten in Richtung Automatisierung. Wenn genau das Ihr Ziel ist, lohnt der Blick auf eine Plattform, die dafür gebaut ist. Mit NexGen AI arbeiten digitale Mitarbeiter eigenständig in Ihren Systemen: Sie lesen Tickets, pflegen Daten im CRM oder bereiten Angebote vor. Jedes Werkzeug bekommt eigene Rechte, kritische Schritte brauchen eine Freigabe durch einen Menschen, und die Kosten sind je Ablauf nachvollziehbar. NexGen AI lohnt sich ab etwa fünf Nutzern und setzt erste Erfahrung mit KI im Unternehmen voraus.
Rechenbeispiel: Kopf gegen Verbrauch
Damit Sie die Größenordnung einschätzen können, ein Vergleich der Langdock-Listenpreise mit unserem eigenen Angebot. Web-KI Basis kostet 69 € im Monat für die ersten drei Benutzer und 15,90 € für jeden weiteren:
| Mitarbeiter | Langdock Core (rund 23 €) | Langdock Work (rund 31 €) | Web-KI Basis |
|---|---|---|---|
| 10 | rund 230 € | rund 310 € | 180,30 € |
| 25 | rund 580 € | rund 780 € | 418,80 € |
| 50 | rund 1.160 € | rund 1.560 € | 816,30 € |
Alle Beträge netto je Monat. Fremdpreise laut Preisseite des Anbieters, Stand November 2026, Standardansicht mit jährlicher Zahlung. Die Leistungen sind nicht deckungsgleich: Langdock enthält unter anderem Meetings, Apps und Workflow-Läufe, Web-KI ein Token-Guthaben je Benutzer im gemeinsamen Topf, lokale Modelle und Betrieb in Deutschland.
Der Vergleich zeigt vor allem eines: Wer in erster Linie einen sicheren Chat mit guten Modellen für das ganze Team sucht, zahlt mit einer Lizenz je Kopf für Funktionen mit, die viele Mitarbeiter nie nutzen. Wer dagegen Meetings, Apps und Workflows intensiv einsetzt, bekommt bei Langdock ein umfangreiches Paket.
Wann Langdock die richtige Wahl bleibt
Eine Alternative ist nicht in jedem Fall besser. Langdock passt gut zu Ihnen, wenn …
- Sie eine fertige Komplettlösung ohne jeden eigenen Betriebsaufwand wollen,
- Ihr Team Chat, Meetings, Apps und Workflows gleichermaßen nutzt,
- eine EU-Cloud auf Microsoft Azure Ihren Anforderungen an den Datenschutz genügt,
- Sie keine lokalen Modelle benötigen,
- Sie sehr viele Nutzer haben und von der Rabattstaffel profitieren.
Eine Alternative lohnt sich, wenn Datenhoheit, lokale Modelle, Unabhängigkeit vom Anbieter oder ein faires Kostenmodell für ungleich verteilte Nutzung für Sie schwerer wiegen. Einen breiteren Überblick über alle Plattformtypen finden Sie im Beitrag KI-Plattform für Unternehmen.
Häufige Fragen
Ist Langdock Open Source?
Nein. Langdock ist eine proprietäre SaaS-Plattform. Auf GitHub veröffentlicht der Anbieter nur Beispiele und Vorlagen, nicht die Plattform selbst. Quelloffene Alternativen sind Open WebUI, LibreChat und Onyx.
Kann man Langdock selbst hosten?
Nur sehr große Kunden. Laut Sicherheitsseite des Anbieters ist der Betrieb in der eigenen Cloud oder im eigenen Rechenzentrum ab 5.000 Lizenzen möglich. Für den Mittelstand ist eine selbst betriebene oder bei einem deutschen Partner betriebene Oberfläche wie Open WebUI der realistische Weg. Wie das geht, lesen Sie in KI selbst hosten.
Was kostet Langdock?
Laut Preisseite (Stand November 2026) beginnt Langdock bei rund 23 € je Nutzer und Monat netto für den Core-Plan, der Work-Plan mit Governance liegt bei rund 31 €. Max-Lizenzen für Vielnutzer kosten rund 99 bzw. 109 €. API und Modellnutzung in Workflows werden zusätzlich nach Verbrauch abgerechnet.
Ist Langdock DSGVO-konform?
Langdock hostet laut eigenen Angaben in der EU, ist nach ISO 27001 zertifiziert und schließt einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Ob das für Ihre Daten genügt, hängt von Ihrem Anwendungsfall ab. Für besonders sensible Daten kann ein Betrieb mit lokalen Modellen sinnvoller sein. Grundsätzlich gilt: Ein offizielles KI-Werkzeug ist immer besser als private Konten, wie unser Beitrag zur Schatten-KI zeigt.
Quellen
- Langdock, Herstellerseite: langdock.com
- Langdock, Preise (abgerufen im November 2026): langdock.com/pricing
- Langdock, Sicherheit und Bereitstellung: langdock.com/security
- ChannelPartner, „Langdock kehrt nach Deutschland zurück“: channelpartner.de
- Open WebUI, Projektseite: openwebui.com
Fazit
Langdock ist ein starkes Produkt für Unternehmen, die einen fertigen KI-Arbeitsplatz aus der EU-Cloud suchen und dessen Funktionsumfang tatsächlich nutzen. Wer seine Daten selbst in der Hand behalten, lokale Modelle einsetzen oder nicht für jeden Mitarbeiter denselben Preis zahlen will, findet mit Open WebUI eine quelloffene Langdock Alternative, die sich auch ohne eigene IT betreiben lässt. Und wer KI in echte Geschäftsprozesse bringen will, sollte sich eine Plattform für digitale Mitarbeiter wie NexGen AI ansehen.
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