Docker vs Kubernetes: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Entscheidungshilfe 2026

Docker vs Kubernetes: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und wann Sie was brauchen

Docker vs Kubernetes – diese Begriffe werden oft verwechselt oder gleichgesetzt, obwohl sie völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen. In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Unterschiede, zeigen die Gemeinsamkeiten und helfen Ihnen zu entscheiden, welche Technologie Sie für Ihr Unternehmen benötigen.

Was ist Docker?

Docker ist eine Container-Plattform, die es ermöglicht, Anwendungen in isolierten, portablen Containern zu verpacken und auszuführen. Ein Docker-Container enthält alle notwendigen Abhängigkeiten (Laufzeitumgebung, Bibliotheken, Konfigurationsdateien), sodass die Anwendung auf jedem System identisch läuft.

Hauptaufgaben von Docker:

  • Container erstellen (Docker Build)
  • Container-Images verwalten und verteilen (Docker Registry)
  • Container ausführen und steuern (Docker Engine)
  • Lokale Entwicklungsumgebungen bereitstellen
  • Einfache Multi-Container-Anwendungen orchestrieren (Docker Compose)

Docker ist ideal für Entwickler, die ihre Anwendungen konsistent zwischen verschiedenen Umgebungen (Entwicklung, Test, Produktion) bewegen möchten, und für kleinere Produktionsumgebungen mit wenigen Servern.

Was ist Kubernetes?

Kubernetes (oft abgekürzt als K8s) ist ein Container-Orchestrierungs-System, das Docker-Container (oder andere Container-Runtimes wie containerd) in großem Maßstab verwaltet. Kubernetes wurde von Google entwickelt und ist heute der De-facto-Standard für Container-Orchestrierung.

Hauptaufgaben von Kubernetes:

  • Automatisches Deployment und Skalierung von Containern
  • Load Balancing und Service Discovery
  • Self-Healing: Automatischer Neustart fehlgeschlagener Container
  • Rolling Updates und Rollbacks
  • Ressourcen-Management über mehrere Server (Cluster)
  • Secrets- und Konfigurationsverwaltung
  • Storage-Orchestrierung

Kubernetes ist essentiell für große Produktionsumgebungen, die Hunderte oder Tausende Container über mehrere Server verteilen müssen, sowie für Unternehmen, die hohe Verfügbarkeit und automatische Skalierung benötigen.

Docker vs Kubernetes: Die wichtigsten Unterschiede

Aspekt Docker Kubernetes
Hauptzweck Container erstellen und ausführen Container orchestrieren und verwalten
Skalierung Einzelner Host oder kleine Cluster (Docker Swarm) Große Cluster über viele Server
Lernkurve Einfach – wenige Kommandos Steil – komplexe Konzepte (Pods, Services, Deployments)
Automatisierung Manuell oder Docker Compose Vollautomatisch (Self-Healing, Auto-Scaling)
Anwendungsfall Entwicklung, Test, kleine Produktion Enterprise-Produktion, Microservices
Hochverfügbarkeit Begrenzt (Docker Swarm bietet Basis-HA) Nativ integriert mit Self-Healing
Netzwerk Bridge, Host, Overlay (Swarm) CNI-Plugins (Calico, Flannel, Cilium)
Storage Volumes, Bind Mounts Persistent Volumes, Storage Classes
Monitoring Externe Tools nötig Integrierte Metriken + Prometheus/Grafana

Ist Kubernetes ein Ersatz für Docker?

Nein, Kubernetes ersetzt Docker nicht – die beiden ergänzen sich.

Kubernetes nutzt Docker (oder andere Container-Runtimes wie containerd) als Grundlage, um Container auszuführen. Man kann sich das so vorstellen:

  • Docker ist der Motor, der Container startet und betreibt
  • Kubernetes ist das Orchester, das entscheidet, wann, wo und wie viele Container gestartet werden

In der Praxis bedeutet das: Sie erstellen Ihre Container-Images weiterhin mit Docker, aber Kubernetes übernimmt die Orchestrierung in der Produktion.

Wichtig: Seit Kubernetes 1.24 (2022) nutzt K8s standardmäßig

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containerd

statt Docker als Container-Runtime. Docker-Images funktionieren trotzdem weiterhin, da sie dem OCI-Standard (Open Container Initiative) entsprechen.

Mehr zum Thema:
Was macht ein System Engineer? Unsere Experten erklären es.

Wann brauchen Sie nur Docker?

Docker allein reicht aus, wenn:

  • Sie eine kleine Anwendung auf einem einzelnen Server betreiben
  • Ihre Entwickler lokale Entwicklungsumgebungen benötigen
  • Sie CI/CD-Pipelines aufbauen (Container für Builds und Tests)
  • Sie Microservices lokal testen möchten (Docker Compose)
  • Ihr Team noch keine Erfahrung mit Container-Orchestrierung hat
  • Sie Docker Swarm als einfachere Alternative zu Kubernetes nutzen (für mittelgroße Setups)

Beispiel-Szenario: Ein mittelständisches Unternehmen betreibt eine WordPress-Website mit MySQL-Datenbank auf einem dedizierten Server. Docker Compose reicht hier vollkommen aus, um beide Container zu verwalten.

Wann brauchen Sie Kubernetes?

Kubernetes wird notwendig, wenn:

  • Sie mehr als 10-20 Container verwalten müssen
  • Ihre Anwendung über mehrere Server verteilt werden muss
  • Sie automatische Skalierung benötigen (mehr Container bei Last, weniger bei Ruhe)
  • Sie Zero-Downtime-Deployments durchführen möchten (Rolling Updates)
  • Sie eine Microservices-Architektur mit Dutzenden Services haben
  • Sie Multi-Cloud oder Hybrid-Cloud-Strategien verfolgen
  • Ihr Unternehmen DevOps-Praktiken etablieren möchte
  • Sie Self-Healing benötigen (automatischer Neustart bei Fehlern)

Beispiel-Szenario: Ein E-Commerce-Unternehmen betreibt 50+ Microservices (Payment, Cart, Inventory, etc.) über 20 Server. Kubernetes orchestriert alle Services, skaliert automatisch bei Black-Friday-Traffic und startet ausgefallene Container sofort neu.

Docker Swarm als Alternative zu Kubernetes

Docker bietet mit Docker Swarm eine eigene Orchestrierungs-Lösung, die deutlich einfacher als Kubernetes ist:

Vorteile von Docker Swarm:

  • Einfache Einrichtung (wenige Kommandos)
  • Native Docker-Integration
  • Geringerer Ressourcenbedarf
  • Ideal für Teams ohne K8s-Erfahrung

Nachteile von Docker Swarm:

  • Kleinere Community als Kubernetes
  • Weniger Features (kein Auto-Scaling, begrenztes Monitoring)
  • Keine Multi-Cloud-Unterstützung
  • Weniger flexible Netzwerk- und Storage-Optionen

Fazit: Docker Swarm ist eine gute Wahl für mittelgroße Setups (5-50 Container), wenn Sie die Komplexität von Kubernetes vermeiden möchten.

Kann man Docker und Kubernetes zusammen nutzen?

Ja, das ist der Standard in der Praxis.

Typischer Workflow:

  1. Entwicklung: Entwickler nutzen Docker Desktop lokal
  2. Build: Container-Images werden mit Docker gebaut
  3. Registry: Images werden in eine Container-Registry hochgeladen (Docker Hub, Harbor, GitLab Registry)
  4. Deployment: Kubernetes zieht die Images und orchestriert sie im Cluster

Viele Unternehmen nutzen auch Kubernetes lokal für Entwicklung (minikube, kind, k3s), um die Produktionsumgebung besser zu simulieren.

Docker vs Kubernetes: Kostenvergleich

Kostenart Docker Kubernetes
Software-Lizenz Kostenlos (Community Edition) Kostenlos (Open Source)
Infrastruktur 1 Server ausreichend Mindestens 3 Nodes (Control Plane + Worker)
Personal 1-2 Tage Schulung 2-4 Wochen Schulung + Zertifizierung empfohlen
Betrieb 1-2 Stunden/Woche 1-2 Tage/Woche (je nach Größe)
Managed Services Nicht verfügbar AWS EKS, Azure AKS, Google GKE (~150-500€/Monat)

Empfehlung: Starten Sie mit Docker für Entwicklung und kleine Produktions-Setups. Migrieren Sie zu Kubernetes, wenn Ihre Infrastruktur über 3-5 Server wächst oder Sie automatische Skalierung benötigen.

Mehr zum Thema:
Trennverstärker: Wie sie vor unerwünschten Störungen schützen

Lernkurve: Docker vs Kubernetes

Docker lernen: 1-3 Tage

  • Grundkonzepte: Images, Container, Volumes
  • Wichtigste Kommandos:
    1
    docker run

    ,

    1
    docker build

    ,

    1
    docker ps
  • Docker Compose für Multi-Container-Apps

Kubernetes lernen: 2-4 Wochen

  • Architektur: Control Plane, Nodes, Pods, Services
  • Deployments, ReplicaSets, StatefulSets
  • Netzwerk-Konzepte: ClusterIP, NodePort, LoadBalancer, Ingress
  • Storage: PersistentVolumes, StoragClasses
  • ConfigMaps, Secrets, RBAC
  • Helm Charts für Package Management

Tipp: Nutzen Sie Zertifizierungen wie CKA (Certified Kubernetes Administrator) oder CKAD (Certified Kubernetes Application Developer), um strukturiert zu lernen.

Migration von Docker zu Kubernetes

Wenn Sie von Docker (Compose) zu Kubernetes migrieren möchten:

  1. Kompose nutzen: Konvertiert Docker Compose YAML zu Kubernetes Manifests
  2. Helm Charts erstellen: Packen Sie Ihre Anwendung als Helm Chart
  3. Schrittweise Migration: Starten Sie mit einem Microservice, nicht mit allem auf einmal
  4. CI/CD anpassen: Integrieren Sie kubectl/helm in Ihre Pipeline
  5. Monitoring aufbauen: Prometheus + Grafana für Kubernetes-Metriken

Docker vs Kubernetes: Zukunftsausblick 2026

Docker: Bleibt Standard für lokale Entwicklung und einfache Deployments. Docker Desktop wird weiter ausgebaut mit besserer Kubernetes-Integration.

Kubernetes: Dominiert weiter Enterprise-Umgebungen. Trends 2026:

  • GitOps: Deklarative Konfiguration mit ArgoCD/Flux
  • Service Mesh: Istio/Linkerd für Microservices-Kommunikation
  • Serverless auf K8s: Knative für Event-driven Architecture
  • Edge Computing: K3s/MicroK8s für IoT und Edge-Deployments
  • AI/ML-Workloads: Kubeflow für Machine Learning Pipelines

Fazit: Docker vs Kubernetes – was ist besser?

Es gibt kein „besser“ – beide Technologien haben unterschiedliche Einsatzzwecke.

Wählen Sie Docker, wenn:

  • Sie eine einfache, schnelle Container-Lösung brauchen
  • Ihr Team neu im Container-Bereich ist
  • Sie 1-10 Container auf 1-3 Servern betreiben
  • Sie Docker Compose oder Swarm ausreichend finden

Wählen Sie Kubernetes, wenn:

  • Sie viele Container über mehrere Server orchestrieren müssen
  • Sie automatische Skalierung und Self-Healing benötigen
  • Sie eine Microservices-Architektur betreiben
  • Sie Enterprise-Features wie RBAC, Secrets Management und Multi-Tenancy brauchen

Die beste Strategie: Beginnen Sie mit Docker für Entwicklung und Prototyping. Wenn Ihre Infrastruktur wächst, migrieren Sie schrittweise zu Kubernetes. Viele erfolgreiche Unternehmen nutzen beide: Docker für Build und lokale Entwicklung, Kubernetes für Produktion.


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