Was ist Linux Mint?

Linux Mint ist der Name einer Linux-Distribution, die es in zwei unterschiedlichen Ausgaben gibt. Die Hauptausgabe basiert auf Ubuntu und ist in zwei verschiedenen Versionen erhältlich. Eine zweite Ausgabe, die den Titel Linux Mint Debian Edition (LMDE) trägt, beruht auf der gleichnamigen Linux-Variante. Beide Ausgaben entwickelte Clément Lefèbvre, der sich als Maintainer verantwortlich zeichnet. Wir stellen Ihnen die Entwicklung und das Konzept der Linux Distrubution vor. Dabei gehen wir für Sie auf die Stärken und Schwächen von Linux Mint ein.

Entstehungsgeschichte von Linux Mint

Die Distribution gibt es 2006, als sie aus der Ubuntu-Variante entstand, um beliebte und freie Software besser zu integrieren. Daher bestand Linux Mint von Anfang an nicht nur aus quelloffenen und freien Anwendungen, sondern auch aus nicht-freien Programmen wie beispielsweise Adobe Flash. Außerdem integrierten die Verantwortlichen eine große Anzahl von Multimedia-Codecs in ihre Distribution, so dass zum Beispiel eine Unterstützung für H.264-Videos gegeben ist. Weil sich dieser Ansatz von anderen Distributionen wie Ubuntu unterschied, war Linux Mint sehr erfolgreich.

Ab 2014 entschieden die Entwickler, sich noch stärker auf die Stabilität ihres Betriebssystems zu fokussieren. Daher bestehen die aktuellen Ausgaben der Linux Distribution auf den aktuellen Ubuntu Long Term Support (LTS) Codes. Für die Debian Variante nutzen die Verantwortlichen die Debian Stable Codebasis. Auf diese Weise möchten die Entwickler von Linux Mint eine hohe Stabilität ihres Betriebssystems garantieren.

Zugleich versprachen die Macher, die wesentlichen Desktop-Programme regelmäßig zu aktualisieren. Daher erschien Ende 2014 Linux Mint 17.1, die neue Versionen der wichtigsten Anwendungen brachte. Mittlerweile ist die Distribution bereits in der Version 19.1 erhältlich. Zukünftig dürfte sich der Umfang des Betriebssystems in Form von neuen Varianten der wichtigsten Programme und Codecs stetig erweitern. Doch bereits in der Gegenwart punktet Linux Mint durch größere Programmvielfalt, was sich im Büro und in der Freizeit bemerkbar macht.

Der Umfang

Für ihre Distribution setzen die Verantwortlichen auf eigeneDesktop-Konzepte wie Cinnamon. Durch eigenen Desktop-Umgebungen soll sich die Benutzungsfreundlichkeit deutlich erhöhen. Cinnamon basiert auf Gnome und MATE, an deren Entwicklung die Macher von Linux Mint beteiligt waren. Ihr Betriebssystem ist eine der wenigen Linux-Varianten, die über eine eigene Desktop-Umgebung verfügt. Dadurch unterscheidet sich die Distribution recht deutlich von anderen Ausführungen.

Linux Mint gibt es sowohl in der Hauptausgabe als auch in der LMDE in zwei Versionen. Nutzer können entweder die 32-Bit- oder die 64-Bit-Variante verwenden. Die Installation ist über DVD-Pakete möglich, die jeweils vorkonfigurierte Desktop-Umgebungen beinhalten. Andere Desktop-Varianten lassen sich mittels der Paketverwaltung auch im Nachhinein installieren. Dann entfällt allerdings die wichtige Vorkonfiguration, die eigentlich eine der Stärken von Linux Mint darstellt.

Im Gegensatz zu anderen Linux Distrubitionen wie Ubuntu oder Debian enthält die Mint-Variante von Anfang an die wichtigsten Codecs zur Wiedergabe von DVDs, MP3-Dateien oder DivX-Videos. Plugins für Adobe Flash oder Java sind in den Installationspaketen enthalten. Wichtige Bestandteile der Installationspakete, die in Form von ISO-Dateien erhältlich sind, sind die Desktop-Umgebung sowie die MintTools, die unter anderem das an Windows-Betriebssysteme erinnernde MintMenu enthalten.

Außerdem punktet Linux Minut durch eine große Software-Auswahl. So können Sie die LibreOffice Programme nutzen, um Texte zu schreiben oder Tabellen zu erstellen. Zum Surfen bietet sich der Webbrowser Firefox an, der ebenfalls ein Bestandteil von Linux Mint ist. Die Bearbeitung von Grafiken ist mit der leistungsstarken Software GIMP möglich. Mit der integrierten Rythmbox können Sie unterdessen Audio-Tracks und MP3-Dateien abspielen. Der Video Player übernimmt derweil die Wiedergabe von Videos. Ein PDF-Viewer ist ebenfalls an Bord. Hilfreich sind zudem kleine Tools wie das Notizprogramm oder ein Taschenrechner.

Die Software testen

Nutzer können sich vor einer echten Linux-Installation für einen Test des Betriebssystems entscheiden. Schließlich lässt sich Linux Mint nicht nur auf einer Festplatte installieren, sondern auch als Live-System von einen USB-Stick starten. Zu diesem Zweck besuchen Sie einfach die Website des Anbieters, wo Sie sich für eine Linux Mint Version entscheiden. Nach dem Download der jeweiligen ISO-Datei müssen Sie die Daten so auf einen USB-Stick kopieren, dass ein Bootvorgang möglich ist.

Die Verantwortlichen von Linux Mint empfehlen zu diesem Zweck das Tool balenaEtcher, das für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich ist. Wenn die ISO-Datei mit dem Tool auf den Stick kopiert wurde, lässt sich das Betriebssystem von solch einem Datenträger booten. So können Sie die Linux-Distribution in aller Ruhe ausprobieren, bevor Sie sich für oder gegen eine richtige Installation auf einer integrierten Festplatte entscheiden. Dabei testen Sie unter anderem den Desktop, der eine der Stärken von Linux Mint ist.

Mint Desktop im Kurzüberblick

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Startbildschirm von Linux Mint kaum von gängigen Windows-Varianten. Mit einem Klick auf den Startbutton, der sich ganz links in der Leiste befindet, starten Nutzer das Menü. Sämtliche Funktionen erinnern an das Startmenü von Windows, allerdings ist die Anordnung anders. Links oben befinden sich die Favoriten, wozu die Software-Verwaltung und die Systemeinstellungen gehören.

Natürlich lassen sich weitere Programme als Favoriten hinzufügen. Über das Startmenü erreichen Sie ansonsten wichtige Schaltflächen zum Sperren, Abmelden und Herunterfahren. Die Software-Rubriken und die installierten Anwendungen finden sich ebenfalls im Startmenü von Linux Mint.

 

Bei Kali Linux handelt es sich um eine Linux-Distribution, die auf dem frei entwickelten Betriebssystem Debian GNU/Linux basiert. Die Distribution umfasst in erster Linie Anwendungen für die digitale Forensik sowie für Penetrationstests. Dabei richtet sie sich vor allem an professionelle und fortgeschrittene Nutzer.

Der Werdegang von Kali Linux

Entwickelt wurde das Betriebssystem von Devon Kearns und Mati Aharoni, Mitarbeiter des Unternehmens „Offensive Security“. Die Veröffentlichung wurde am 12. Dezember 2012 angekündigt und am 13. März 2013 durchgeführt. Die Entwicklungszeit von Kali Linux betrug etwa ein Jahr; die erste Version erhielt die Versionsnummer 1.0. Seit der Version 2.0 erhalten Sie Kali Linux als Rolling Release. Das bedeutet, dass das Betriebssystem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Betriebssystem-Versionen gibt es nicht mehr. Stattdessen handelt es sich um Snapshots, die in der Regel als Installationsmedium dienen.

Offiziell handelt es sich bei Kali Linux um den Nachfolger von BackTrack. Die neue Bezeichnung soll laut Hersteller-Angaben darauf hinweisen, dass die Neuentwicklung deutlich fortgeschritten ist. Kali Linux setzt nicht wie BackTrack auf Ubuntu auf, sondern auf Debian. Das Betriebssystem wurde vollständig neu entwickelt. Die Infrastruktur arbeitet nunmehr mit Git als Verwaltung für die Versionen.

Die Architektur von Kali Linux

Das System wurde so entwickelt, dass es sich für Computer mit unterschiedlich aufgebauten Hauptprozessoren eignet. So ist es sowohl für AMD64 als auch für x86er-Systeme und für die ARM-Architektur verfügbar. Die ARM-Architektur wird vor allem in kleinen Endgeräten wie Tablet-Computern eingesetzt. So kann die ARM-Version von Kali Linux unter anderem auf dem ARM Chromebook der Marke Samsung als auch auf dem Raspberry Pi verwendet werden.

In der Forensik lässt sich Kali Linux – abhängig von der Anwendung – als Live-System ohne Installation booten, zum Beispiel via CD und DVD, USB-Stick oder PXE (Preboot Execution Environment) im Netzwerk. Dabei hinterlässt das Live-System keine Spuren am geprüften System, weder auf der Solid State Drive noch auf den eingebauten Festplatten. Es sind beispielsweise keine Auslagerungsdateien auffindbar. Um einen Rechner für Penetrationstests einzusetzen, kann Kali Linux alternativ fest installiert werden.

Die Programme und Tools von Kali Linux

In der Distribution sind zahlreiche Dokumentationen und mehrere hundert Hilfsmittel integriert, die die Sicherheit eines IT-Systems testen und bewerten. Die unter Kali Linux enthaltenen Programme sind zwar auch einzeln für den Großteil der anderen Linux-Distributionen erhältlich, doch automatische Optimierungen werden nur über Kali Linux zur Verfügung gestellt.

Kali Linux bezieht die Programme vier Mal pro Tag aus dem Debian-Repository. Damit ist sichergestellt, dass die Nutzer jederzeit über aktuelle Software-Pakete und Sicherheitsupdates verfügen. Eine eigene Paketquelle mit der Bezeichnung „Kali bleeding edge“ stellt neueste, noch nicht ausführlich unter Kali geprüfte Versionen zur Verfügung.

Die wichtigsten Werkzeuge

– Aircrack-ng

Bei Aircrack-ng handelt es sich um eine Tool-Sammlung. Die Werkzeuge sind darauf ausgelegt, Schwachstellen im WLAN nicht nur zu analysieren, sondern sie auch auszunutzen.

– Ettercap

Die Software führt Man-in-the-Middle-Angriffe durch. Es unterstützt Echtzeitkontrollen über Verbindungen auch in in geswitchten Netzwerken, das Sniffing auf IP- und ARP-Basis, aktive und passive Analysen einzelner Hosts und vollständiger Netzwerke sowie das inhaltsbezogene Filtering.

– John the Ripper

Diese Software ist in der Lage, verschlüsselte System-Passwörter zu entschlüsseln und auf ihre Sicherheit zu testen. Das Entschlüsseln geschieht per Brute-Force oder durch eine Dictionary-Attack.

– Kismet

Kismet agiert als freier WLAN-Sniffer und spürt Funknetzwerke auf, indem es die versandten Datenpakete mitliest. Dieses Programm eignet sich unter anderem auch dafür, die Sicherheit des eigenen WLANs zu überprüfen und die Signalstärke zu ermitteln.

– Maltego

Dieses Programm wurde entwickelt, um Daten im World Wide Web zu sammeln. Dabei handelt es sich um Daten sowohl einzelner Personen als auch von Unternehmen.

– Nmap

Die Bezeichnung „Nmap“ steht für Network Mapper. Bei diesem Tool handelt es sich um einen Portscanner, der Hosts in einem Rechnernetz scannt und auswertet. Bei Administratoren ist es ebenso beliebt wie bei Hackern, denn es arbeitet außergewöhnlich zuverlässig und effizient.

– RainbowCrack

Zum Knacken von Passwörtern nutzt dieses Programm so genannte Rainbow Tables. Im Vergleich zum Brute Force benötigt diese Methode deutlich weniger Zeit und Versuche, um ein Passwort zu ermitteln.

– SET (Social Engineer Toolkit)

Dieses Toolkit beinhaltet mehrere Anwendungen für unterschiedliche Penetrationstests. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Social Engineering.

– The Sleuth Kit

Bei diesem Kit handelt es sich um eine forensische Software-Sammlung, die auf die Kommandozeile von IT-Systemen ausgerichtet ist. The Sleuth Kit unterstützt die Dateisysteme ISO 9660, NTFS, FAT, UFS 1 und 2, Ext2 bis Ext4, HFS und YAFFS2.

Die rechtliche Situation von Kali Linux in Deutschland

Die Distribution Kali Linux enthält Tools, die in Teilen gewisse Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Sie werden in Deutschland als „Computer-Programme zum Ausspähen von Daten“ aufgefasst. Diese Auffassung basiert auf § 202c StGB, dem „Hacker-Paragrafen“, der Ende Mai 2007 in Kraft getreten ist.

Auf Basis dieser gesetzlichen Lage kann der Besitz oder der Vertrieb von Kali Linux hierzulande strafbar sein, wenn eine Absicht besteht,

– diese Programme rechtswidrig zu nutzen (§ 202a StGB) und/oder

Daten damit abzufangen (§ 202b StGB).

FOSS – was Sie über freie und quelloffene Software wissen müssen

Die Abkürzung FOSS steht für „Free and Open Source Software“. Alternativ existiert auch die Bezeichnung „Free/Libre Open Source Software“ (FLOSS). FOSS bzw. FLOSS fassen die Begriffe „Freie Software“ und „Open-Source-Software“ zusammen. Sie bezeichnen quelloffene Software aller Art, also Software, deren von Softwareentwicklern erstellter, menschenlesbarer Programmtext offen gelegt und verfügbar ist.

Die Quelltexte von FOSS sind in der Regel in einer höheren Programmiersprache verfasst, die von einem Compiler in ein binäres Format überführt wird, welches dann von Computern ausgeführt werden kann. Bei nicht-quelloffener Software ist im Gegensatz zu FOSS nur dieser Binärcode erhältlich. Die FOSS-Programme dürfen meist beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden. Es gibt für sie keine Nutzungsbeschränkungen, weder bezogen auf die Anzahl der Benutzer, noch bezogen auf die Anzahl der Installationen. Mit dem Kopieren und der Verbreitung von FOSS-Programmen sind kein Anschaffungspreis und keine Lizenzgebühren verbunden. Nutzer können die Software verändern und weiterentwickeln, eben weil sie im Quelltext vorliegt. Sie dürfen die veränderte oder weiterentwickelte Software anschließend weitergeben. FOSS ist darauf angewiesen, dass um die jeweilige Software herum eine Gemeinschaft entsteht, die die Software pflegt und weiterentwickelt. Damit bietet sie sich zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.

Vorteile der Software

An der Entwicklung eines FOSS-Programms kann sich eine beinahe beliebig große Anzahl von Einzelpersonen und Unternehmen beteiligen. Auf diese Weise wird der Entwicklungsaufwand geteilt, und jeder kann von der gemeinsamen Arbeit profitieren. Wenn ein Unternehmen eine Software benötigt, kann es sinnvoll sein, nicht Standardsoftware zu beschaffen oder eine vollständige Eigenentwicklung zu beginnen, sondern sich stattdessen an einem FOSS-Projekt zu beteiligen. Diese Projekte stellen bewährte Strukturen dar, über die Unternehmen gemeinsame Softwareentwicklung organisieren können, ohne komplexe Verträge miteinander aushandeln zu müssen. Das gilt, solange alle Beteiligten damit einverstanden sind, dass die Software unter einer FOSS-Lizenz steht.

Zu diesem Zweck existiert eine Vielzahl unterschiedlicher, populärer Lizenzen. Diese unterscheiden sich insbesondere mit Blick darauf, ob Software, die eine Weiterentwicklung von FOSS darstellt, oder Software, die ein FOSS-Programm nur benutzt und einbindet, selbst wieder unter einer FOSS-Lizenz veröffentlicht werden muss. Wenn eine Lizenz dies erzwingt, ist sie, was den FOSS-Charakter angeht, ansteckend. Dies wird auch mit dem Begriff „Copyleft“ bezeichnet. Lizenzen, die derartige Regelungen enthalten, fördern in bestimmten Bereichen effektiv die Verbreitung von FOSS, schränken auf der anderen Seite aber ihre kommerzielle Verwertbarkeit ein. Über die Frage, welche Art von Lizenzen gesellschaftlich und wirtschaftlich wünschenswert ist, gibt es umfangreiche, zum Teil ideologische Auseinandersetzungen. Ein wichtiger Aktivist in diesem Themenbereich ist Richard Stallmann, der Gründer der Free Software Foundation (FSF).

Beispiele 

Es existieren sehr viele erfolgreiche Softwareanwendungen, die dem FOSS-Modell folgen. Traditionell gibt es ein starkes Angebot im Bereich der Betriebssysteme und der betriebssystemnahen Programme, sowie bei den IT-bezogenen Anwendungen. Beispiele hierfür sind das Betriebssystem Linux und der Webserver Apache, die jeweils führende Produkte ihrer Klasse darstellen. Beliebte FOSS-Anwendungen gibt es aber auch für viele andere Gebiete, von Office- und Media-Software bis zu Antivirensoftware und Satzprogrammen. Die folgenden Absätze stellen drei FOSS-Programme vor.

Ein für viele Heimanwender relevantes Beispiel ist der Mediaplayer VLC, der als Logo einen Verkehrsleitkegel verwendet, wie man ihn zur Markierung von Baustellen kennt. Die Software wird seit Mitte der Neunzigerjahre vom sogenannten VideoLAN-Team entwickelt, das aus Studenten der französischen École Centrale Paris sowie Entwicklern aus über 20 Ländern besteht. Es handelt sich um einen sehr populären Mediaplayer, der eine große Auswahl von Audio- und Videocodecs sowie Dateiformaten für das Streamen unterstützt. VLC ist u. a. für die Betriebssysteme Android, iOS, Linux, macOS und Windows verfügbar. VLC stellt eine gute Alternative zu kommerziellen Programmen wie Quicktime oder Windows Media Player dar.

 

Die Office-Suite LibreOffice ist ein weiteres, sehr bekanntes FOSS-Programm. Ursprünglich vom Hamburger Unternehmen Star Division in einem traditionellen Closed-Source-Modell als Alternative zu Microsoft Office entwickelt, wurde die Software im Jahr 1999 von Sun Microsystems übernommen, das die Quelltexte anschließend freigab. So entstand OpenOffice.org, von dem sich LibreOffice im Jahr 2010 abspaltete. LibreOffice umfasst Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und zum Erstellen von Zeichnungen. Ebenfalls enthalten sind ein Datenbankmanagementsystem und ein Formeleditor. Neben der Desktopsoftware für Linux, Windows macOS gibt es auch eine Version für Android-Smartphones und -Tablets. Mit LibreOffice Online existiert außerdem eine Online-Office-Webversion.

Weitere Beispiele

Das Mozilla-Projekt Firefox basierte ursprünglich auf dem Quellcode des Netscape Communicators, der ursprünglich einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hatte, dass Webbrowser überhaupt entstanden waren. Firefox gilt als ein moderner und leistungsfähiger Browser, der die Weiterentwicklung offener Standards im Internet unterstützt und im Bereich Privatsphäre und Datenschutz eine Vorreiterrolle einnimmt. Der Existenz und Verbreitung eines FOSS-Browsers kommt eine besondere Bedeutung zu, weil Webbrowser die „Tür“ zum World Wide Web darstellen und es problematisch wäre, wenn der Zugang ausschließlich von wenigen, kommerziellen Herstellern wie Google, Microsoft und Apple (Chrome, Edge, Safari) kontrolliert würde. Firefox hat heute laut StatCounter einen Marktanteil von knapp 9 % und ist damit einer der drei meistgenutzten Browser. Firefox ist für Linux, macOS und Windows verfügbar, außerdem gibt es Firefox Mobile für Android und iOS.

Zu den weiteren Programmen gehören ebenso: nginx, php, Asterisk, FreePBX

SAMBA – Netzwerk-Brücke zwischen Unix und Windows

SaMBA ist eine populäre, quelloffene Netzwerksoftware, die es Rechnern mit einem Unix- oder Linux-Betriebssystem ermöglicht, auf die Freigaben von Netzwerkressourcen aus Windows-Netzwerken (bzw. dem Microsoft-Verzeichnisdienst „Active Directory“) zuzugreifen, beispielsweise auf Dateien und Drucker. Darüber hinaus kann die Software auch dazu verwendet werden, Unix-/Linux-basierte Server oder Controller in einem solchen Netzwerk zu installieren und deren Ressourcen freizugeben.

Die gängigen Protokolle Server Message Block (SMB) bzw. Common Internet File System (CIFS, eine offene Version von SMB) sind die Basis, auf der Samba aufsetzt. Der Name „Samba“ spielt auf die Abkürzung „SMB“ an.

Samba unterliegt der GNU General Public License, ist auf vielen Unix-Systemen vorinstalliert und auf fast allen lauffähig. Die Gruppe, die Samba entwickelt, besitzt einen Kern von etwa 20 Personen. Ihre Arbeit wird von mehreren Unternehmen sowohl durch finanzielle als auch durch personelle Beiträge unterstützt, unter anderem von IBM.

 Server Message Block als Grundlage

Server Message Block, abgekürzt SMB, ist ein Protokoll für Datei-, Druck- und andere Netzwerkdienste. SMB ist bereits in den frühen 1980er Jahren bei IBM entstanden. Es folgt einem Client-Server-Modell: SMB-Server veröffentlichen Ressourcen im Netzwerk und Clients können auf diese Ressourcen zugreifen, indem sie Anfragen an einen SMB-Server richten und entsprechende Antwort erhalten. Die freigegebenen Ressourcen werden in der obersten Ebene als „Shares“ bezeichnet. Es kann sich dabei zum Beispiel um Drucker handeln, oder um Knoten eines Dateisystems, die durch Verknüpfung untereinander eine Ordnerstruktur bilden können. Ein Server kann beliebige Teile seines lokalen Dateisystems als Shares bereitstellen, daher ist die für einen Client sichtbare Hierarchie teilweise unabhängig von der Struktur auf dem Server. Die Zugriffsrechte werden durch sogenannte Access Control Lists (ACL, auf Deutsch: Zugriffssteuerungslisten) festgelegt. Sie können feingranular anhand von Attributen wie „ausführen“, „lesen“ und „Vollzugriff“ für einzelne Benutzer oder Benutzergruppen gesteuert werden. Die ACLs werden anhand der Shares festgelegt und müssen demnach ebenfalls nicht den lokal auf dem Server vergebenen Rechten entsprechen.

Die Authentifizierung der Benutzer geschieht strukturiert nach sogenannten Domänen. Eine Domäne ist eine zentral festgelegte Hierarchie von Rechnern, kann aber auch eine sogenannte Arbeitsgruppe (eine kleine Menge lokaler Rechner) oder ein einzelner Server sein. Die Domänen in einem Netzwerk werden bei Active Directory durch die Domänen-Controller verwaltet.

Eine wichtige Eigenschaft von SMB ist die Fähigkeit zum sogenannten Browsing. Es handelt sich um einen Mechanismus, mit dessen Hilfe Clients die Server im Netzwerk entdecken können. Browsing ist damit ein wesentlicher Aspekt für die Nutzerfreundlichkeit von SMB, weil andere Rechner gefunden und genutzt werden können, ohne dass zuvor Informationen über deren Netzwerkadresse und weitere technische Eigenschaften auf Clients eingetragen werden müssen.

SMB hielt bereits in frühe netzwerkfähige Windows-Versionen wie Windows for Workgroups, die Windows-9x-Versionen sowie die Windows-NT-Produktfamilie Einzug. Das Protokoll wurde im Laufe der Jahre durch verschiedene Unternehmen und Gruppen (u. a. Microsoft, SCO, IBM und Samba) erweitert, wobei Microsoft den Ton angab, seine Implementierungen jedoch nicht als Spezifikation offenlegte. Nach einem Kartellstreit mit der Europäischen Union wurde SMB im Jahr 2007 als Teil des Workgroup Server Protocols Program Entwicklern zugänglich gemacht.

Die Software Suite

Samba ist eine Softwaresuite, die aus mehreren Programmen besteht und das Protokoll SMB auf Unix-Systemen zur Verfügung stellt. Es erlaubt so die einfache Zusammenarbeit mit Windows-Computern. Samba implementiert zu diesem Zweck Funktionalitäten von Windows-Servern wie Datei- und Druckdienste.

Mit der Version 3 erlangte der Samba-Server die Fähigkeit, vollwertiges Mitglied einer Active-Directory-Domäne zu sein. Mit der Version 4 stellt Samba sogar einen Active Directory Domänen-Controller bereit.

Samba besteht aus vier wesentlichen Grundfunktionalitäten: 1. Datei- und Druckdiensten; 2. Authentifizierung und Autorisierung; 3. Namensauflösung; sowie 4. Browsing. Samba enthält dazu mehrere sogenannte Daemons; dabei handelt es sich um Unix-Hintergrundprogamme. Der zu Samba gehörende SMB Server Daemon „smbd“ stellt die ersten beiden Funktionalitäten bereit, während der ebenfalls zugehörige Server Daemon „nmbd“ (die Abkürzung steht für „NetBIOS message block daemon“) die letzten beiden Funktionalitäten implementiert. Der Server Message Block Service kontrolliert diese beiden Hintergrundprogramme.

Weitere relevante Module aus der Samba-Suite sind winbindd, ein Daemon, der den Abgleich von Benutzer- und Gruppenzuordnungen übernimmt, sowie das Samba Web Administration Tool (SWAT), eine Webanwendung, mit deren Hilfe ein Administrator Samba konfigurieren kann. SWAT wird als ein eigener kleiner Webserver im Unix-System gestartet und benutzt standardmäßig den TCP-Port 901. Samba 4 enthält eine komplette Reimplementierung von SWAT, die SWAT2 heißt und eine höhere Benutzerfreundlichkeit aufweist.

Mit Samba 4 ist außerdem als weiterer Daemon „samba“ hinzugekommen, der die Active-Directory-Emulation übernimmt und einen Active-Directory-Controller bereitstellen kann.

Konfiguration

Die Konfiguration von Samba erfolgt entweder über SWAT (bei Samba 4: SWAT2) oder über die Konfigurationsdatei smb.conf. Die smb.conf ist einfache Textdatei, die die Laufzeitkonfiguration festlegt. Die Datei besteht aus sogenannten Sections (Abschnitten) und Parametern. Es gibt drei vordefinierte Sections: [global], [homes] und [printers]. Einstellungen in der [global]-Section gelten für den gesamten Server, wenn sie nicht überschrieben werden, [homes] definiert die Home-Verzeichnisse der User, die an der Domäne angemeldet sind. Die Section [printers] enthält die am Server eingerichteten Drucker.

FreePBX ist Opensource Telefonanlage. Sie funktioniert auf Basis des Zusammenspiels der freien Telefonanlage Asterisk und einer grafischen Web-Oberfläche. FreePBX ist also eine Telefonanlage auf Linux-Basis. Die Software hebt den „Mangel“ von Asterisk auf, dass Asterisk selbst keine Oberfläche zur Konfiguration für den IT-Administrator bereits stellt. In dem nachfolgenden Beitrag beantworten wir einige der am häufigsten gestellten Fragen zu FreePBX.

Web-Oberfläche der FreePBX Telefonanlage

Web-Oberfläche der FreePBX Telefonanlage

Auf welcher Hardware läuft FreePBX?

Der FreePBX-Installer  basiert auf der Linux Distribution Centos 7. Daher kommt jede Hardware oder virtuelle Maschine in Frage, auf der man Centos 7 installieren und betreiben kann. In aller Regel sind das PCs oder Server mit mindestens 1-2 Kernen und mindestens 2 GB Hauptspeicher.

Theoretisch kann eine FreePBX Telefonanlage auch auf sehr „schwacher“ Hardware laufen – etwa einem Raspberry PI. Wir empfehlen dennoch im Vorfeld darauf zu achten, dass die Hardware eher aktuellen Anforderungen genügt. Schließlich soll die einmal installierte Telefonanlage nach der Konfiguration in der Regel mehrere Jahre problemlos laufen.

Kann man die Telefonanlage auch virtuell betreiben?

Sofern man keine physischen Kabel wie etwa einen ISDN – Anschluss an den FreePBX Server anschließen muss, kann die FreePBX auch als virtueller Server installiert werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die freie Telefonanlage etwa in einer privaten Cloud oder im heimischen Rechenzentrum zu betreiben.

Wie installiert man eine FreePBX Telefonanlage?

Die Installation einer FreePBX Telefonanlage erfolgt über ein fertiges ISO-Image, das man im Internet herunter laden kann. Diese Datei wird auf einen USB-Stick oder einen DVD-Rohling übertragen. Von diesem bootet man dann die physische oder virtuelle Hardware. Mit dem Image wird ein Installer mitgeliefert, der zuerst ein Centos 7 installiert und anschließend alle Komponenten der Asterisk Telefonanlage sowie die Weboberfläche von FreePBX bereit stellt.

Die eigentliche Installation dauert je nach eingesetzter Hardware zwischen 20 und 60 Minuten.

Welche Funktionen bringt die FreePBX Telefonanlage mit?

Vom Funktionsumfang her kann es die FreePBX mittlerweile mit ausgewachsenen und in der Regel sehr viel teureren Telefon-Anlagen der namhaften Hersteller von TK-Anlagen wie Mitel/Aastra, Agfeo, Auerswald, Cisco, Funkwerk oder Siemens aufnehmen. Die folgenden Funktionen sind in der Telefon-Anlage im Standard bereits enthalten.

  • Anrufe tätigen / annehmen
  • Bis zu 5.000 Nebenstellen (Telefonapparate) einrichten
  • Intercom / Direktruf
  • Fax-Anschlüsse
  • Anrufgruppen
  • Music on Hold
  • Queues / Warteschlangen
  • Voicemail/Sprachboxen (inkl. Weiterleitung an E-Mail)
  • Follow-Me Funktion
  • IVR (Interactive Voice Response, dt. Sprachansagen)
  • ACD (Automatic Call Distribution)
  • Konferenzen mit mehr als 3 Teilnehmern durch Konferenz-Räume
  • Zeitgesteuerte Abläufe und Erreichbarkeit
  • CTI über 3rd Party Anbieter

Aufgrund der IVR und ACD Funktionen kann die FreePBX auch in Call-Centern eingesetzt werden. Oder anders herum: Selbst mittelständische Firmen können mit Asterisk Funktionen wie IVR (Sprachansagen), ACD oder Queues(Warteschlangen) nutzen um etwa die Erreichbarkeit ihrer Support- oder Vertriebsteams zu verbessern.

Wie telefoniert man mit einer VoiP Telefonanlage?

Um mit einer FreePBX intern zu telefonieren, benötigen Sie entweder zwei (oder mehr) angeschlossene IP-Telefone bzw. VOIP-Telefone, die vom PC aus gestartet werden.

Da man mit von den Telefonapparaten an einer Telefonanlage in der Regel auch nach extern telefonieren möchte, benötigen Sie für die FreePBX wie für jede andere Telefonanlage auch eine so genannte Amtsleitung. Das kann sowohl ein bestehender ISDN-Anschluss oder ein so genannter SIP-Trunk sein.

Hinweis: Ein SIP-Trunk ist eine Amtsleitung, die Ihnen ein Telefon-Anbieter über das Internet bereitstellt. Es entfällt dabei das früher notwendige Kabel zur Telefonanlage. Stattdessen wird ihr bestehender Internet-Anschluss genutzt.

Tipp: Da die Telekom sowie die anderen etablierten Anbieter von Telefonleitungen bis 2021 ISDN abschalten werden, sollten Sie bei der Umstellung auf eine Asterisk Telefonanlage ebenfalls den Umstieg auf eine SIP-Amtsleitung mit in Angriff nehmen. Der eigentliche Wechsel eines Telefon-Anbieters ist mittlerweile in Deutschland relativ einfach möglich.

Welche Telefone funktionieren an einer FreePBX?

An der FreePBX Telefonanlage können Sie prinzipiell jedes SIP-fähige Telefon betreiben. Wichtig dabei ist, daß es sich um ein Voice-Over-IP Telefonapparat handelt.

Bei unseren Tests haben wir unterschiedliche Anbieter wie Aastra, Snom, Grandstream und Yealink an der Asterisk Telefonanlage getestet. Nach unseren Erfahrungen funktionieren die Telefonapparate von Yealink am besten um Zusammenspiel mit der FreePBX.

Hinweis: Die Biteno GmbH setzt selbst eine FreePBX als Telefonanlage ein und verwendet dabei Telefone von Yealink. Daneben setzen wir für Kollegen im Home-Office die Soft-Clients (PC-Telefone) Bria5 von Counterpath ein.

Wer steckt hinter dem Projekt?

FreePBX ist ein so genanntes OpenSource Projekt. Dabei entwickeln unterschiedliche Software-Programmierer an einer Software. Auf diese Weise ist etwa die Asterisk Telefonanlage für Linux entstanden. Seit 2004 steht die US-amerikanische Firma Sangoma als Sponsor hinter dem Projekt.

Das Unternehmen Sangoma produziert in erster Linie Telefonapparate und stellt außerdem Hardware für Telefonanlage wie FreePBX her. Von Sangoma kann man bei Bedarf Support zu FreePBX einkaufen und natürlich auch die entsprechende Hardware erwerben.

Darüber hinaus bietet Sangoma kostenpflichtige Module für die Telefonanlage an. Diese können Betreiber einer FreePBX bei Bedarf kostenpflichtig erwerben. Beispiele für kostenpflichtige Erweiterungen sind etwa der „Endpoint Manager“ oder die grafische Bearbeitung von IVR.

Ist die FreePBX wirklich kostenlos?

FreePBX kann man genauso wie Asterisk kostenfrei nutzen – es werden also keine Lizenzgebühren fällig. Selbstverständlich muss die TK-Anlage auf einer Hardware oder einem virtuellen Server laufen. Für diese Geräte fallend in Regel Kosten an. Ebenso muss die Telefonanlage einmalig eingerichtet, regelmäßig gewartet und administriert werden. Diese Arbeiten erfordern in der Regel Zeit oder einen IT-Dienstleister, der diese Aufgaben übernimmt

Hinweis: Die Biteno GmbH vertreibt und installiert für Kunden die FreePBX Telefonanlage. Wenn Sie dazu ein verbindliches Angebot erhalten möchten, dann nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Wie beraten Sie gerne.

Weitere Fragen und Antworten zu FreePBX

FreePBX bzw. Asterisk basiert auf Voice Over IP

FreePBX bzw. Asterisk basiert auf Voice Over IP

Im folgenden Abschnitt haben wir die Fragen zusammen getragen, die uns von Interessenten und Kunden immer wieder zum Thema Asterisk und Voice-Over-IP Telefonie gestellt werden:

SIP oder ISDN – was funktioniert besser an der FreePBX?

Sowohl ISDN-Karten als auch SIP-Trunks funktionieren mit Asterisk. Da die gesamte Telefonanlage auf Voice-Over-IP ausgelegt ist, empfehlen wir die Verwendung eines SIP-Anbieters bzw. eine SIP-Trunks.

Mit welchem SIP-Anbieter funktioniert die FreePBX?

Um einen SIP-Trunk an der Asterisk anzuschließen, benötigen Sie den Benutzernamen, das Passwort und die Server-Adresse (in der Regel eine IP-Adresse) des SIP-Anbieters. Insofern können Sie praktisch jeden deutschen SIP-Anbieter auf der FreePBX nutzen.

Kann ich auch ausländische SIP-Anbieter nutzen?

Technisch gesehen, können Sie jeden SIP-Anbieter der Welt, dessen Zugangsdaten Sie haben, auf ihrer FreePBX eintragen und nutzen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, daß es ggf. rechtliche Einschränkungen gibt, ob Sie einen ausländischen SIP-Provider nutzen dürfen. Deutsche SIP-Anbieter müssen in der Regel vor der Bereitstellung eines Zugangs samt Rufnummer ihre Adresse verifizieren, damit Sie die für Ihre Vorwahl passenden Rufnummern bzw. einen Rufnummernblock in ihrem Ortsnetz erhalten.

Bitte bedenken Sie dabei auch, dass nur ein SIP-Anbieter aus Deutschland die Notfallrufnummern 110 und 112 an das deutsche Telefonnetz korrekt weiter leitet.

Kann man mehrere SIP-Anschlüsse bzw. Leitungen an der FreePBX einrichten?

Ja. Sie können mehr als einen SIP-Trunk an der Telefonanlage anschließen.

Gibt es für FreePBX eine App?

Vom Hersteller bzw. seitens des OpenSource Projekts selbst gibt es keine eigene App. Sie können aber auf ihrem Handy jede andere SIP-App nutzen um sich auf ihre Asterisk Telefonanlage zu verbinden.

Wie kann ich mein Handy mit der FreePBX nutzen

Um Ihr Handy mit ihrer FreePBX zu nutzen benötigen Sie ein SIP-App auf ihrem Handy. Auf den meisten Android-Smartphones ist eine SIP-Anwendung bereits vorinstalliert. Um sie zu nutzen müssen Sie dort ihre Zugangsdaten der Telefonanlage eintragen. Außerdem muss ihre TK-Anlage dazu im Internet erreichbar sein.

Wie viele Endgeräte / Telefone kann man maximal an die TK-Anlage anschließen

Die FreePBX ist für bis zu 5.000 Endgeräte ausgelegt, sofern die eingesetzte Hardware der Telefonanlage entsprechend stark dimensioniert ist.

Nach unseren Erfahrungen wird die Asterisk Telefonanlage am meisten bei kleineren und mittelständischen Kunden bis 500 Telefonapparaten eingesetzt.

Hat die FreePBX eine API?

Ja die FreePBX bringt von Haus aus eine Restful API mit. Mehr dazu hier: https://wiki.freepbx.org/display/FPG/API

Wie kann ich CTI-Funktionen mit der FreePBX nutzen?

Um etwa Rufnummern vom PC an Ihr Telefon zu übertragen, benötigen Sie in der Regel eine Software. Diese nennt sich CTI (Computer Telephony Integration). FreePBX bringt selbst keine CTI-Software mit. Diese muss über Dritt-Anbieter erworben werden.

Hinweis: Da wir selbst auch nur ungern Telefonnummern abtippen, nutzen die Mitarbeiter der Biteno GmbH von Anfang an eine externe CTI zusammen mit der FreePBX. Wir beraten Sie gerne dazu, wie das funktioniert.

Kann ich meine bestehenden ISDN-Telefonnummern zu einem SIP-Anbieter mitnehmen?

Ja. In Deutschland gibt es 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf die Mitnahme ihrer Telefonnummern sofern Sie im selben Ortsnetz bleiben.

Kann man die FreePBX auch ohne kostenpflichtige Module betreiben?

Ja natürlich. Die FreePBX ist nach der Erst-Konfiguration auch ohne Erweiterungen einsetzbar. Wir empfehlen dennoch die Lizenzierung des „Endpoint Managers“, da man mit diesem Zusatzmodul sehr viel leichter unterschiedliche Telefone verwalten kann

Kann man FreePBX auch auf Debian, SuSE, Ubuntu installieren?

Der Standard-Installer von FreePBX basiert auf Centos 7. Wer also möglichst schnell zu einer FreePBX Anlage kommen möchte, der tut sich mit der autoamtischen Installation von Centos 7 und FreePBX am leichtesten.

In der Hilfe-Sektion von FreePBX sind weitere Anleitungen enthalten wie man die FreePBX Software auch auf anderen Linux Distributionen wie Ubuntu oder Debian installieren kann.

Wo und wie kann ich die FreePBX kaufen?

Die FreePBX an sich brauchen Sie nicht zu kaufen – die Software selbst ist Lizenzfrei da sie OpenSource ist. Es empfiehlt sich aber die FreePBX zusammen mit einer passenden Hardware für die Telefonanlage von einem Dienstleister zu erwerben, der in der Regel auch die Einrichtung und Konfiguration der Anlage übernimmt.

Woher bekommt man Support zu FreePBX?

Neben dem Wiki von FreePBX gibt es eine große Community von mehr als 2 Millionen FreePBX Anwendern. Hier kann man kostenfrei Fragen stellen, die meistens innerhalb von 2-3 Tagen beantwortet werden.

Kommerziellen und in der Regel schnelleren Support erhält man über die freien Anbieter bzw. Integratoren oder über den „Hersteller“ Sangoma.

Woher wissen Sie all das ?

Wir beherzigen die Devise, dass wir nur empfehlen was wie selbst getestet haben und idealerweise selbst einsetzen.

Wir – die Biteno GmbH – nutzen die FreePBX selbst und haben die Telefonanlage auf Herz und Nieren geprüft. Seit der Umstellung von unserer alten Aastra/Mitel Anlage hin zu ASterisk  telefonieren mehr als 30 Mitarbeiter täglich mit der Telefonanlage.

Weitere Informationen und Quellen

Hier finden Sie weiterführende Informationen zur FreePBX Telefonanlage

 

Einleitung

In diesem Tutorial zeige ich wie man ein neues Yealink SIP-Telefon an einer FreePBX-Telefonanlage anschließt. Damit an der FreePBX Telefonanlage ein neues physisches Telefon an einer neuen Nebenstelle (interne Rufnummer) funktioniert, muss folgendes eingerichtet werden:

  • Neue Nebenstelle / Extension anlegen (Dabei Rufnummer vergeben)
  • Telefon anschließend und static Mapping im DHCP der FW eintragen (optional), MAC Adresse und Telefon-Typ notieren
  • Template für Endgerät im Extension Manager kopieren und anpassen (Tastenbelegung)
  • Im Endpoint Manager das physische Gerät mit der Extension verbinden.
  • Telefon booten
  • Telefon anpassen (Sprache, Labels)
  • Inbound-Route einrichten, Anrufe von extern zu erhalten
  • Userzugang zum User-Controll Panel von FreePBX einrichten

Außerdem ist es notwendig, daß beim DHCP Server eine tftp-Option hinterlegt ist.

Nebenstelle / Nummer anlegen

Der schnellste Weg um eine neue Nebenstelle/Nummer auf der FreePBX anzulegen ist:

Applications -> Extensions -> Quick Create Extension

Dazu wird benötigt:

  • Nummer / Nebenstelle
  • Name des Mitarbeiters
  • Mail des Mitarbeiters
  • Voicemail ja / nein
  • Follow me /ja nein

Von der Freepbx werden selbständig ein Benutzer und ein Passwort und ein SIP-Account für den Benutzer (identisch mit der Nummer) angelegt.

Hinweis: Falls der Benutzer eine abweichende Sprache und/oder eine abweichende Zeitzone eingestellt haben soll, so geht das direkt in den Einstellungen.

FreePBX: Neue Nebenstelle anlegen

FreePBX: Neue Nebenstelle anlegen

Um eine neue Nebenstelle anzulegen, klicken Sie auf – (1) Applications -> Extension (2) und danach auf „ Quick Create Extension“ (3).

 

 

 

 

 

 

 

 

In der sich nun öffnenden Maske geben Sie folgendes ein:

FreePBX: Quick create Extension (Schritt 1)

FreePBX: Quick create Extension (Schritt 1)

Type: PJSIP (1)

Extension Nr: 2xx (Nebenstellen-Nr)(2)

Display Name: Name des Mitarbeiters

Outbound Caller ID: Die externe Rufnummer, die bei Anrufen nach extern übertragen werden soll im Format

„004971148890xx“ <004971148890xx>

Ersetzen Sie xx durch die beiden letzten Nummern der Nebenstelle. (4)

Bei (5) Email Adress tragen Sie die E-Mail des Anwenders ein.

Klicken Sie anschließend auf Next (6).

Im anschließenden zweiten Teil der Maske stellen Sie die Zeilen wie folgt ein:

FreePBX: Nebenstelle anlegen (Schritt2)

FreePBX: Nebenstelle anlegen (Schritt2)

Enable FindMe:        „Yes“ (1)

Create User:           Yes (2)

Enable VoiceMail:     No (3)

Klicken Sie anschließend auf Finish (4).

 

Endgeräte

Damit ein SIP Endgerät mit der TK Anlage kommunizieren kann, benötigt es drei Dinge:

  • IP Der TK Anlage
  • SIP-Usernamen (meistens identisch mit der Nebenstellen-Nummer)
  • Ein SIP Password

Ein Endgerät wird anhand seiner MAC-Adresse einer Nebenstelle zugewiesen. Bevor das passieren kann, wird für den Hardware-Typ des Endgeräts ein Template benötigt.

In dem Template werden die Einstellungen des SIP-Accounts des Benutzers sowie die individuellen Tasten vorgenommen.

 

Endgerät anschließen

Damit ein Telefon funktioniert, muss es an einen Port an einem PoE-fähigen Switch angeschlossen werden. Dieser Port muss ausserdem auf VLAN 4 (untagged) eingerichtet sein.

Hinweis: Bei Yealink Telefonen ist nach ca 2-3 Minuten das Telefon online. Sobald das Telefon „an“ ist, kann man mit dem „OK“ Knopf in die Übersicht des Telefons gelangen. In der ersten Zeile steht dann die aktuelle IP-Adresse.

Static Mapping im DHCP eintragen (Optional)

Menü oben -> Status -> DHCP Leases -> … sortieren Sie die erste Spalte „IP Adresses“

Suchen Sie nach der IP-Adresse des Telefons. Klicken Sie auf das linke der beiden „+“-Symbole.

In der folgenden Maske tragen Sie bei IP-Adresse die statische IP-Adresse des Telefons bzw. der Nebenstelle ein. Bei Description ergänzen Sie den Namen des Mitarbeiters.

Klicken Sie anschließend ganz unten auf den blauen Button „Save“ und danach oben auf die Schaltfläche „Apply Changes“.

Hinweis: Bitte tragen Sie die IP nicht statisch direkt im Telefon ein.

 

Booten Sie nun das Telefon neu und kontrollieren Sie ob die in der pfsense eingebebene IP-Adresse beim Telefon ankommt.

Wichtig: Bitte notieren Sie sich aus dem Webinterface der Firewall die MAC_Adresse des Telefons.

Template für die Nebenstelle kopieren

FreePBX: Endpoint Manager - Temaplate für Yealink

FreePBX: Endpoint Manager – Temaplate für Yealink

Auf der freepbx.domain.local gehen Sie im Menü zu -> Settings -> Endpoint Manager.

Es erscheint rechts ein kleiner „Zipfel“ (das so genannte „Burger Menü“) (1) – nach einem Klick auf (1) erscheint das vollständige Menü. Klicken Sie nun auf (2) Yealink.

 

 

Hier sehen Sie nun alle Vorlagen und bereits  an einzelne Telefone zugewiesene Templates der bestehenden Telefone zu existierenden Rufnummern/Endgeräten.

Für jeden Telefontyp und für jedes organisatorische Team der Biteno GmbH gibt es ein Template, das Sie jetzt für das neue Telefon kopieren.

Klicken Sie dazu auf die Zeile mit dem Template, das sie kopieren möchten. (Hier T46S und Vertrieb).

FreePBX: Template kopieren

FreePBX: Template kopieren

Klicken Sie anschließend im oberen Teil auf „Duplicate“ (1). Es öffnet sich eine Maske, in der Sie einen Namen für ihre Vorlage eingeben müssen (2).

Bitte verwenden Sie die Namens-Konvention:

Yealink-<Modell>-<NebenstellenNr>

Bsp.: yealink-t46s-227

 

 

 

 

Template im Endpoint Manager dem Telefonapparat zuweisen

Um nun dieses neue Template dem physischen Telefon zuzuweisen, klicken Sie rechts auf das „Burger Menu“ (1) und anschließend auf (2) Extension Mapping. In der sich öffnenden Seite klicken Sie links auf „Add Extension“ (3).

FreePBX: Zuweisung Nebenstelle zum Apparat

FreePBX: Zuweisung Nebenstelle zum Apparat

Scrollen Sie nun an das Ende der Liste (ganz unten).

FreePBX: Zuweisung des Apparates zum Temaplate

FreePBX: Zuweisung des Apparates zum Temaplate

Im ersten Scrolldown (1) wählen Sie die neue Nebenstelle aus. Darunter (2) kommt immer „Account1“. Beim Hersteller (3) wählen Sie Yealink und darunter (4) tragen Sie die MAC-Adresse ein. Bei (5) wählen Sie das weiter oben erstellte Template aus und darunter (6) den technischen Typ des Telefons (T42S oder T64S).

Ganz am Ende der Seite wählen Sie bei (1) „Save, Rebuild …“ und klicken anschließend (2) auf „Use Selected“.

FreePBX: Zuordnung abspeichern und neu starten

FreePBX: Zuordnung abspeichern und neu starten

Wichtig: Booten Sie das Telefon nun neu.

Nach dem Neustart werden dem Telefon nun automatisch ein neues Boot-Image sowie seine Konfiguration übergeben. Dieser Vorgang dauert 3-5 Minuten. Danach startet das Telefon von alleine neu.

Hinweis: An manchen Telefonen dauerte es 1-2 Minuten bis eine IP korrekt zugewiesen wurde. Bitte haben Sie dabei etwas Geduld.

Telefon testen

Das neue Telefon ist nun intern unter seiner Durchwahl erreichbar. Bitte kontrollieren Sie dies durch einen Anruf auf der neuen Durchwahl.

FreePBX: Inbound Route anlegen

FreePBX: Inbound Route anlegen

Inbound Route anlegen

Damit die Nebenstelle auch von extern unter ihrer externen Rufnummer 0711-48890xx erreichbar ist, muss noch folgendes eingerichtet werden:

Menü oben (1) Connectivity -> Inbound Routes (2) -> „+ Add Inbound Route“

Die Inbound-Route für das Yealink Telefon

Die Inbound-Route für das Yealink Telefon

Im Feld Description (1) tragen Sie ein Inbound-2xx, wobei 2xx die Durchwahl der Rufnummer ist, die Sie gerade einrichten.

Bei DID Number (2) tragen Sie die offizielle Rufnummer mit Vorwahl ohne führende Nullen ein.

Bsp.:  497114889027

 

Bei Set Destination (3) wählen Sie zunächst Extensions (3) und danach die Nebenstelle, an die die Anrufe durchgestellt werden sollen.

Hier im Beispiel die neu angelegte Durchwahl 227.

Klicken Sie anschließend unten rechts auf Submit und danach oben rechts auf den roten Button „Apply Config“ (nicht abgebildet). Sobald die Freepbx ihre Konfiguration neu geladen hat, ist die Nebenstelle extern erreichbar.

Telefon anpassen

Damit der Anwender bzw. Nutzer des Telefons mit seinem Gerät zurechtkommt, bietet es sich an die Sprache des Menüs auf Deutsch um zu stellen. Umstellen der Sprache auf Deutsch und des Zeitformats auf 24 Stunden bzw. Datumsformat DD.MM.YY geht via Webinterfaces des Telefons

Yealink T46: Bereite Labels einstellen

Yealink T46: Bereite Labels einstellen

Beim Yealink Typ T46 können die Labels für die Tasten verbreitert werden: -> Telefon-Webinterface > DSSkey -> Label-Länge von -> Default auf „Erweiterung“ stellen. Danach gehen die Labels über die Hälfte des Bildschirms.

 

Benutzer-Zugang zum UCP (User Control Panel)

Während der Anlage der Nebenstelle/Durchwahl wurde bereits automatisch ein Benutzer mit dem identischen Namen wie die Nebenstelle (z.B. 227) angelegt. Allerdings weiß der Anwender noch nichts davon und kann sich daher nicht anmelden.

Es fehlt ebenfalls noch die Verbindung zwischen diesem User und dem Telefon.

 

Um dem die Zuordnung des Telefons zum Benutzer vorzunehmen und dem Anwender  die Zugangsdaten automatisiert zuzusenden, klicken Sie auf

Admin -> User Management und anschließend rechts aussen auf das Bearbeiten Symbol (Stift)

FreePBX: Benutzer bearbeiten

FreePBX: Benutzer bearbeiten

Klicken Sie nun auf den Reiter UCP (1) und danach weiter unten zunächst auf Endpoint Manager (2). Im Feld Endpoint Access (3) wählen Sie mit der Maus die angelegte Nummer aus. (hier 227).

FreePBX: Extension bearbeiten

FreePBX: Extension bearbeiten

Sofern der Benutzer sein FollowMe selbst bearbeiten darf, wiederholen Sie den Schritt mit dem Reiter „FindmeFollow“ (1) und wählen bei „Allowed Extensions“ (2) wieder die Durchwahl aus, die vom Anwender selbst bearbeitet werden darf.

FreePBX: FindMe/FollowMe bearbeiten

FreePBX: FindMe/FollowMe bearbeiten

Gehen Sie nun zurück in den Reiter „Login Details“ (1) und vergeben Sie im Feld Password (2) ein neues willkürliches Passwort. Es sollte mindestens 10 Zeichen lang sein und sowohl Zahlen als auch Groß- und Kleinbuchstaben enthalten.

FreePBX: Passwort für Anwender eintragen

FreePBX: Passwort für Anwender eintragen

Einen Generator für zufällige Passwörter finden Sie hier:

https://www.gaijin.at/de/tools/password-generator

FreePBX: Passwort per Mail an Benutzer senden

FreePBX: Passwort per Mail an Benutzer senden

Klicken Sie nun unten rechts auf „Submit & Send Email to User“. Der Anwender bekommt darauf hin eine Mail mit seinen Zugangsdaten zugeschickt.

 

FreePBX: Konfiguration speichern und neu laden

FreePBX: Konfiguration speichern und neu laden

Wichtig: Bitte klicken Sie möglichst bald danach auf „Apply Config“ oben rechts, damit der Zugang für den Benutzer auch aktiv wird. Sonst bekommt der Anwender die Mail und kann sich nicht anmelden.

 

 

Der Inhalt der Mail an den Benutzer sieht so aus:

Hallo ${fname},

############

Herzlichen Glückwunsch !

Ihr  Account für die Telefonanlage wurde erstellt oder geändert. Sie können ihn mit den unten stehenden Zugangsdaten benutzen:

Username: ${username}

Passwort: ${password}

Um sich anzumelden verwenden Sie bitte die folgende URL:

 

http://freepbx.domain.local/ucp

 

Falls Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an Ihren System-Administrator.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Das Support-Team der XYZ GmbH

Hinweis: Die Mail-Vorlage ist unter Admin -> User Management -> Settings abänderbar.