KI-Agenten werden immer leistungsfähiger – aber was passiert, wenn mehrere davon zusammenarbeiten sollen? Genau hier liegt das Problem: Jeder Agent spricht seine eigene Sprache, nutzt ein eigenes Framework, und die Verbindung zwischen ihnen erfordert aufwändige Eigenentwicklungen. Das Agent Communication Protocol (ACP) wurde geschaffen, um genau dieses Integrationsproblem ein für alle Mal zu lösen.
In diesem Beitrag erklären wir, was ACP ist, wie es funktioniert, wozu man es braucht – und warum es für Unternehmen, die KI-Agenten ernsthaft einsetzen wollen, eine wichtige Rolle spielt.
Was ist das Agent Communication Protocol (ACP)?
Das Agent Communication Protocol ist ein offener Standard für die Kommunikation zwischen KI-Agenten. Es definiert eine einheitliche REST-basierte API, über die Agenten – unabhängig davon, mit welchem Framework sie gebaut wurden – miteinander interagieren können.
ACP wurde im März 2025 von IBM lanciert und steht unter der Schirmherrschaft der Linux Foundation AI & Data als neutraler Governance-Instanz. Es ist implementierungsagnostisch: Ob ein Agent mit LangChain, CrewAI, Hermes Agent, OpenClaw oder eigenem Code gebaut wurde – ACP bildet die Brücke für nahtlose Zusammenarbeit.
Kurz gesagt: ACP ist das, was HTTP für Webserver ist – ein gemeinsamer Kommunikationsstandard, der Interoperabilität erst möglich macht.
Welches Problem löst ACP?
Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen setzt drei verschiedene KI-Agenten ein: einen für Marketing-Analysen, einen für Support-Automatisierung und einen für Datenaufbereitung. Jeder dieser Agenten wurde mit einem anderen Framework entwickelt, läuft auf einer anderen Infrastruktur und spricht eine andere „Sprache“.
Ohne Standard bedeutet das:
- Jede Integration ist ein Einzelprojekt – aufwändig, teuer, fehleranfällig
- Duplizierter Entwicklungsaufwand – jedes Team implementiert dieselben Verbindungslogiken neu
- Keine Skalierbarkeit – bei fünf Agenten haben Sie schon zehn verschiedene Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
- Vendor Lock-in – wer einmal tief in ein Framework investiert hat, kann kaum wechseln
ACP löst das durch einen gemeinsamen Nenner: Alle Agenten, die ACP unterstützen, können miteinander kommunizieren – ohne spezifische Anpassungen.
Wie funktioniert ACP technisch?
ACP setzt bewusst auf etablierte, leichtgewichtige Technologie: REST-Endpunkte über standard HTTP. Kein proprietäres Protokoll, kein aufwändiges Framework – wer HTTP kennt, kennt das Grundprinzip von ACP.
Die zentralen Konzepte:
Client und Server
Jeder ACP-Agent kann gleichzeitig Client (stellt Anfragen an andere Agenten) und Server (empfängt Anfragen und führt Aufgaben aus) sein. Das ermöglicht flexible Multi-Agent-Topologien ohne zentrale Engpässe.
Agent Runs: Der Lebenszyklus einer Aufgabe
Eine Aufgabe durchläuft bei ACP einen klar definierten Lebenszyklus:
- created → Aufgabe wurde übergeben
- in-progress → Agent arbeitet daran
- awaiting → Agent wartet auf weitere Eingaben (z.B. Rückfrage)
- completed / failed / cancelled → Endzustand
Dieser State-Machine-Ansatz macht den Fortschritt für Orchestrierungsplattformen wie Multica jederzeit transparent nachvollziehbar.
Drei Ausführungsmodi
- Synchron: Agent antwortet direkt – für kurze, schnelle Aufgaben
- Asynchron: Agent gibt eine Run-ID zurück, Client fragt Status ab – für lange Prozesse
- Streaming: Ergebnisse kommen in Echtzeit per Server-Sent Events – für Live-Ausgaben
Agent Manifest: Selbstbeschreibung
Jeder ACP-Agent veröffentlicht ein Manifest – eine maschinenlesbare Selbstbeschreibung mit Name, Fähigkeiten, unterstützten Input/Output-Formaten, Framework und Performancekennzahlen. Das ermöglicht automatische Agent-Discovery: Plattformen wie Multica können Agenten selbstständig erkennen und passende Aufgaben zuweisen.
ACP, MCP und A2A: Was ist der Unterschied?
Im KI-Ökosystem kursieren aktuell mehrere Protokolle. Hier die wichtigsten Unterschiede:
| Protokoll | Herkunft | Zweck | Ebene |
|---|---|---|---|
| MCP (Model Context Protocol) | Anthropic | Verbindet einen einzelnen Agenten mit Tools und Ressourcen | Innerhalb eines Agenten |
| ACP (Agent Communication Protocol) | IBM / Linux Foundation | Standardisierte Kommunikation zwischen Agenten | Zwischen Agenten |
| A2A (Agent2Agent Protocol) | Ähnlich wie ACP – Agent-zu-Agent-Kommunikation | Zwischen Agenten |
MCP und ACP sind dabei keine Konkurrenten, sondern komplementär: Ein Agent nutzt intern MCP, um auf Tools und Datenquellen zuzugreifen. ACP regelt die Kommunikation zwischen verschiedenen Agenten auf einer höheren Ebene. Vereinfacht: MCP ist die Verbindung zwischen Agent und Werkzeugkasten, ACP ist die Verbindung zwischen verschiedenen Agenten.
Gegenüber A2A (Googles Protokoll, April 2025) positionierte sich ACP vor allem durch offene Governance unter der Linux Foundation und einen leichtgewichtigeren, REST-basierten Ansatz. Im August 2025 wurden beide Protokolle unter der Linux Foundation zusammengeführt – ein starkes Signal dafür, dass sich die Community auf einen gemeinsamen Standard einigen will.
Welche Frameworks unterstützen ACP?
ACP ist bewusst so gebaut, dass bestehende Frameworks ohne Komplettumbau integriert werden können. Zu den unterstützten Frameworks und Tools gehören:
- Hermes Agent – native ACP-Unterstützung, direkt als Runtime in Multica nutzbar
- BeeAI – IBM’s Referenzimplementierung für ACP
- LangChain, CrewAI, LlamaIndex – über Wrapper integrierbar
- OpenClaw – eingeschränkte ACP-Unterstützung (kein vollständiger Lifecycle)
- Claude Code, Codex, GitHub Copilot CLI – als Runtimes in Multica
Offizielle SDKs existieren für Python (
1 | <a class="wpil_keyword_link" title="Was ist „pip“ bei Python – Einfach erklärt" href="https://www.biteno.com/was-ist-pip/" target="_blank" rel="noopener" data-wpil-keyword-link="linked" data-wpil-monitor-id="6716">pip</a> install acp-sdk |
) und TypeScript.
ACP und Multica: Warum das Zusammenspiel entscheidend ist
Multica, die Open-Source-Plattform für gemanagte KI-Agenten, setzt ACP als Kommunikationsstandard ein. Wenn ein Agent ACP vollständig unterstützt, kann Multica:
- Aufgaben strukturiert übergeben und Fortschritt in Echtzeit verfolgen
- Den Agent-Lifecycle (start, in-progress, completed) transparent auf dem Board darstellen
- Automatisch den richtigen Agenten für eine Aufgabe auswählen (via Agent Manifest)
- Fehler sauber behandeln statt auf „hängende“ Prozesse zu warten
Genau hier liegt der praktische Unterschied zwischen einem Framework mit und ohne solider ACP-Unterstützung. Hermes Agent implementiert ACP vollständig – und ist deshalb in Multica-Umgebungen deutlich stabiler als Alternativen mit lückenhafter Protokoll-Unterstützung. In unserem Vergleich zwischen OpenClaw und Hermes Agent haben wir das ausführlich beleuchtet.
Wofür brauche ich ACP als Unternehmen?
ACP ist kein Thema nur für Entwickler – es hat direkte Relevanz für IT-Entscheider, die KI-Agenten produktiv einsetzen wollen:
- Zukunftssicherheit: Wer auf ACP-kompatible Frameworks setzt, ist nicht an einen einzigen Anbieter gebunden
- Skalierbarkeit: Ein Agent-Team aus fünf oder zehn spezialisierten Agenten lässt sich ohne Custom-Integrationsarbeit aufbauen
- Transparenz: Orchestrierungsplattformen wie Multica können nur dann zuverlässig arbeiten, wenn Agenten ihren Status korrekt zurückmelden – ACP erzwingt genau das
- Offener Standard: Linux Foundation Governance bedeutet: kein Vendor Lock-in, keine proprietären Überraschungen
Fazit: ACP als Fundament für professionelle Multi-Agent-Systeme
Das Agent Communication Protocol adressiert ein reales, wachsendes Problem: KI-Agenten werden komplexer und zahlreicher – aber ohne Standards entstehen Integrationssilos statt funktionierender Teams. ACP liefert das fehlende Bindeglied: einen leichtgewichtigen, offenen Standard, der Agenten verschiedener Herkunft miteinander sprechen lässt.
Die Zusammenführung mit A2A unter der Linux Foundation im August 2025 zeigt, dass sich die Branche auf diesen Kurs einigt. Für Unternehmen, die heute in KI-Agenten investieren, bedeutet das: ACP-Kompatibilität ist kein Nice-to-have, sondern ein Qualitätskriterium bei der Framework-Auswahl.
Sie möchten wissen, welche KI-Agenten-Lösung für Ihre Infrastruktur geeignet ist? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.




