Bei Linux handelt es sich um ein Open-Source-Betriebssystem, das in einer Vielzahl unterschiedlicher Distributionen erhältlich ist und in Zusammenarbeit von Entwicklern aus der ganzen Welt programmiert wird. Das Betriebssystem verbreitet sich durch eine freie Lizenz bereits seit dem Jahr 1992. Obwohl die Bedienung von Linux und seine breite Funktionsvielfalt auf den ersten Blick äußerst kompliziert wirken, bietet das offene Betriebssystem dennoch eine zuverlässige und bequeme Plattform für all Ihre Anwendungen, sobald Sie sich mit dem Linux-OS besser vertraut gemacht haben.

Was ist Linux?

Das unter der GPL-Lizenz (General Public License) lizensierte Betriebssystem wurde im Jahr 1991 von dem damals 21-jährigen Informatikstudenten Linus Torvalds entwickelt. Das Betriebssystem wurde ursprünglich als ein Uni-Projekt gestartet, wuchs aber binnen kürzester Zeit zu einem vollwertigen Betriebssystem heran. Die erste Version des Betriebssystems veröffentlichte Torvalds im September 1991 im Usenet. Im Laufe der Jahre hat sich eine gigantische internationale Entwicklergemeinde rund um das Linux-OS aus Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen gebildet, deren Zahl stetig wächst. Der Erfinder Linus Torvalds ist heute noch der hauptverantwortliche Entwickler des Kernels.

Streng genommen handelt es sich bei dem von Torvalds entwickelten Linux nur um den Systemkern, den sogenannten Kernel. Das Kernel ist das Grundprogramm einer jeder Linux-Distribution. Dieses Kernprogramm ist dafür zuständig, um zwischen der Hardware und Software eines Computers zu vermitteln. Wenn man den Kernel mit einer grafischen Benutzeroberfläche und weiterer Software versieht, entsteht eine Distribution. Der Kernel arbeitet im Hintergrund einer Linux-Distribution und ist dafür verantwortlich, dass die einzelnen Bestandteile des Betriebssystems miteinander harmonieren. Auch Hardware und Software müssen reibungslos funktionieren.

Linux Geschichte

Wie entstand Linux?

Den Namen Linux nutzte man anfänglich ausschließlich für das von ihm entwickelte Kernel. Sein Kernel wurde anfänglich in Kombination mit dem unixorientierten System Minix verwendet. Linus und die anderen Entwickler lizenzierten im Jahr 1992 Linux unter der GNU (General Public License), sodass sie den Kernel in die GNU integrieren konnten. Diese Version entwickelte sich schnell zu der meist genutzten Variante, da zu dieser Zeit kein anderer funktionsfähiger freier Kernel zur Verfügung stand. Als Linus und seine Kollegen später das gesamte Betriebssystem als Linux bezeichneten, versuchte Richard Stallmann, der Gründer des GNU-Projekts, die Bezeichnung GNU/Linux durchzusetzen, was jedoch von den meisten Entwicklern und Distributoren abgelehnt wurde.

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Unterschiedliche Distributionen

Da der Kernel alleine nicht funktionsfähig ist, muss man ihn mit sogenannter Hilfssoftware versehen, wie zum Beispiel den GNU Core Utilities und vielen weiteren Anwendungsprogrammen. Ein solches Paket, das aus dem Kernel und Anwendungssoftware besteht, nennt man Distribution. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Software, die je nach vorgesehenem Einsatzgebiet sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die so zusammengesetzten Distributionen können sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Der Entwickler einer solchen Distribution heißt Distributor.
Die Notwendigkeit der Distributionen lässt sich in erster Linie durch das Entwicklungsmodell von Linux begünstigen.

Die ersten Distributionen waren:

MCC Interim
Softlanding Linux System (SLS)
Yggdrasil

Die älteste Distribution, die heute noch weiterentwickelt wird, ist Slackware von Patrick Volkerding.
Mit der rasanten Ausbreitung der Distributionen bekamen mehr Nutzer die Möglichkeit, das quelloffene Betriebssystem zu testen. Hinter den in erster Linie kleineren Distributionen, die man heutzutage über das Internet koordiniert, stehen Projekte Freiwilliger. Die größeren Distributionen werden von Stiftungen und Unternehmen entwickelt und verbreitet. Auch die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Distributionen weichen stark voneinander ab, sodass von Systemen für Desktop-PCs, Server-Installationen und Live-DVDs mittlerweile alles vertreten ist.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile und Nachteile von Linux

Welche Vorteile hat Linux?

Das quelloffene Betriebssystem gilt als besonders sicher und performant. Einer der größten Vorteile spiegelt sich in der Tatsache wider, dass für Linux beinahe keine Schadsoftware existiert. Dank der Open-Source-Lizenz (GPL) sind der Kernel und die meisten anderen Module quelloffen. Die GPL-Lizenz ermöglicht Entwicklern und Nutzern, den Quellcode beliebig zu verändern und zu verbreiten. Da Linux quelloffen und modular aufgebaut ist, kann es schnell und unkompliziert auf andere Plattformen portiert und für andere Einsatzmöglichkeiten angepasst werden. Dadurch ist das gesamte System in hohem Maße skalierbar, sodass es sich auf allen Arten von Computersystemen problemlos einsetzen lässt, wie beispielsweise mobile Geräte, Server, Supercomputer oder PCs.

Als nachteilig kann man die Tatsache betrachteten, dass eine Vielzahl an Anwendungsprogrammen, Geräten und Spielen offiziell nicht unterstützt werden. Während Endanwender das Betriebssystem vollständig über die grafische Benutzeroberfläche steuern können, erwartet man von Administratoren einen guten Umgang mit der Kommandozeile.

Lizenz Linux

Wie erhält man eine Lizenz?

Red Hat, Ubuntu und SUSE

Da Linux quelloffen ist, haben sich im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Distributionen etabliert. Zu den meistgenutzten Distributionen gehören:
– Red Hat
– Ubuntu
– SUSE

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Ubuntu ist nach Windows und macOS das beliebteste Betriebssystem für Desktop- und Laptop-PCs. Die Ubuntu-Distribution wird von der Firma Canonical entwickelt und ist kostenlos erhältlich. Die beiden Firmen Red Hat und SUSE haben sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Distributionen im Angebot. Red Hat ist aktuell der weltweite Marktführer im Bereich der Server- und Workstation-Lösungen, während SUSE insbesondere in Deutschland sehr beliebt ist. Lesen Sie hier mehr über SUSE.

Linux auf Desktop-Systemen

Obwohl das quelloffene Betriebssystem eine Vielzahl unterschiedlicher Einsatzbereiche abdeckt, kommt das System in erster Linie auf Desktop- und Laptop-PCs als Alternative zu Windows zum Einsatz. Eine Distribution lässt sich sowohl als das primäre Betriebssystem betreiben, als auch im Rahmen eines Multi-Boot-Systems nutzen. Nutzer können beispielsweise neben Windows oder macOS auch Linux parallel installieren und betreiben. Aktuelle Distributionen, wie beispielsweise Red Hat oder Ubuntu, führen den Nutzer durch den Installationsprozess und erkennen vorhandene Betriebssysteme automatisch. So sollten auch unerfahrene Nutzer mit der Installation des Systems keine Probleme haben.

Nutzern steht eine Vielzahl kostenloser Anwendungen zu Verfügung, die sie sich individuell nach persönlichen Anforderungen auswählen können. Mit Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Multimedia sowie Programmen für die wissenschaftliche Anwendungen sind die meisten Anwendungsbereiche abgedeckt, die im Büro- und Privatalltag wichtig sind.

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