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Mit der offiziellen Veröffentlichung des Betriebssystems Windows 10 am 29. Juli 2015 hat der US-amerikanische Softwarehersteller Microsoft seinen etablierten Browser Internetexplorer (IE) durch Microsoft Edge ersetzt. Seither ist dieser Browser standardmäßig für alle Windows-Computer vorinstalliert. Im November 2017 veröffentlichte Microsoft eine kompatible Version für iOS sowie Android.

Edge: Anfängliche Kritik weicht einem breiten Zuspruch

Der im Jahr 2015 durchgeführte Wechsel vom etablierten Internet Explorer hin zu Edge im Jahr 2015 galt als die Einleitung einer neuen Ära bei Microsoft. Insbesondere zu Beginn musste sich das US-Unternehmen mit heftiger Kritik der Nutzer auseinandersetzen, da diese Edge als unfertig betrachteten. So war beispielsweise eine nicht konfigurierbare Menüleiste für viele der Anlass dazu, dem neuen Browser den Rücken zu kehren. Darüber hinaus untersagte Microsoft automatisch die Nutzung anderer Browser, weshalb sich das Unternehmen kurzerhand einer Klage wegen Verstoßes gegen das geltende Wettbewerbsrecht ausgesetzt sah.

Mittlerweile gehören diese Startschwierigkeiten der Vergangenheit an, weshalb sich Microsoft bereits im Jahr 2017 dazu entschied, den Internet Explorer nun vollständig vom Markt zu nehmen. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Edge weiterhin mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat, während der Browser der Spielekonsole Xbox sowie auf dem Windows Phone die Marktführerschaft übernommen hat.

Unterschiede zwischen Edge und Internet Explorer

Seit der ersten Präsentation des noch vergleichsweise jungen Browsers hob Microsoft insbesondere drei Merkmale hervor, welche sich zum Internet Explorer grundlegend unterscheiden und dem Anwender einen echten Mehrwert bieten sollen. So haben Nutzer unter anderem die Möglichkeit, Webseiten mit eigenen Notizen zu versehen und anschließend mit Bekannten zu teilen. Außerdem hat das US-Unternehmen aus Redmond den Lesemodus in den Browser integriert, um etwa störende Werbemeldungen ausblenden zu können. Mit „Instapaper“ hat Microsoft einen neuen Lesezeichenservice eingeführt.

Aus technischer Sicht konnte Microsoft mit EdgeHTML eine neue Engine einführen und die Unterstützung für in die Jahre gekommene Technologien beenden. Zudem waren Webkit-Browser keine gerne gesehene Konkurrenz, weshalb Microsoft das Webkit-Präfix für einen Großteil der vorhandenen Eigenschaft angepasst hat. Auf diese Weise können Edge-Nutzer auf ein integriertes Adobe-Flash-Plugin zugreifen und PDF-Dokumente direkt im Browser öffnen. Der Sprachassistent Cortana ist ebenfalls in den Browser integriert.

Permanente Weiterentwicklung nach dem Stand der Technik

Mittlerweile kann sich Microsoft Edge eine vergleichsweise große Beliebtheit erfreuen. Die einst geschaffene Basis aufgrund von neuen Maßstäben in der IT-Welt wird von Microsoft genutzt, um den Browser mit zahlreichen weiteren Features auszustatten und dem aktuellen Stand der Technik permanent anzupassen. Vor allem im Bereich der individuellen Anpassungsmöglichkeiten hat sich Edge drastisch zu Gunsten der Nutzer gewandelt. So können diese beispielsweise aus bislang drei verschiedenen Layout-Optionen („Informational“, „Inspirational“, „Focused“) für neue Tabs im Browser wählen. Außerdem erhielt der Browser jüngst ein Dark Theme.

Zusätzliche Erweiterungen können für den Edge aus dem Insider Addons Store oder aus anderen Web Stores auf Chromium-Basis heruntergeladen werden. Vor dem Hintergrund der zunehmend wichtiger werdenden IT-Sicherheit im Privat- sowie Geschäftsbereich entschlossen sich den Redmonder dazu, einen Tracking-Schutz in Edge einzubauen. Dieser kann zwischen drei Abstufungen unterscheiden. Mit dem Smartscan-Filter bekommen Anwender eine Liste an die Hand, welche vor dem Besuch gefährlicher Seiten im Internet schützen soll, um das Risiko von Gefährdungen durch Schadsoftware auf einem möglichst geringen Niveau zu halten. Details zur List selbst oder auch zum Aktualisierungszyklus hält Microsoft geheim, um Angreifern keine verlässlichen Daten zu geben.

Benutzerfreundlichkeit und Design

Zu Beginn bemängelten Kritiker des Browser, dass er sowohl klobig als auch kantig wirkt und Microsoft mit dem Edge einen Rückschritt in der Entwicklung einleitet. Das Fluent-Design orientiert sich hingegen am Windows-10-Design und passt sich somit der Optik durchgängig an. Anwender haben die Wahl zwischen einem eher dunklen oder hellen Design. Eine Anpassung des Hintergrundes ist nach wie vor nicht möglich. Ob und wie Microsoft in dieser Hinsicht plant, ist bisweilen noch unbekannt.

Positive Kritik erhält der Edge-Browser hingegen bei seiner Menüführung sowie bei der Benutzerfreundlichkeit. Besonders die Tatsache, dass alle Einstellung lediglich über einen Mausklick aufgerufen werden können, stimmte viele kritische Stimmen milder auf den Browser. Die intelligente Interaktion mit dem Anwender soll nach den Vorstellungen von Microsoft dem Nutzer mehr Sicherheit beim Surfen im Internet geben. Insbesondere Anwender mit wenig Erfahrung im Netz sollen durch den Edge-Browser ein besseres Gefühl beim Umgang mit potentiell gefährlichen Webseiten erhalten und darauf entsprechend reagieren können. Neue Updates sollen auch in Zukunft Einzug halten und den Browser optimieren.

Was ist eigentlich ein Browser?

Der Begriff Browser stammt vom englischen Verb „to browse“ (stöbern) ab und ist gemäß Definition eine Software, welche die grafische Darstellung von Inhalten aus dem Internet ermöglichen soll. Ein Browser fungiert in diesem Zusammenhang als so genannter „Web-Client“ bzw. Vermittler und stellt über die vom Anwender eingegebene Internetadresse eine entsprechende Anfrage an den jeweiligen Server, der ein Ergebnis in Form eines HTML-Dokuments zurückliefern soll.

Im Grunde genommen lässt sich ein Internetbrowser mit einem TV-Gerät vergleichen: Aus der einen Richtung kommt ein Datenstrom beim TV-Gerät bzw. beim Browser an. Dieser lässt ein Bild daraus entstehen. Zusätzliche Erweiterungen, so genannte Add-Ons, können dabei helfen, die Fähigkeiten eines Browsers zu vergrößern. So zeigt beispielsweise ein Add-On für den Flashplayer nach dessen Installationen Animationen im Browser-Fenster an.

Die Geschichte der Browser

Desktop-Icons der beliebtesten Browser.

Icons der heutzutage beliebtesten Browser auf dem Desktop.

Nicht immer waren Webbrowser so vielseitig wie heute. Das erste Programm dieser Art wurde vom Internet-Pionier Tim Berners-Lee entwickelt und an Weihnachten 1990 veröffentlicht. Der Browser konnte zu jener Zeit lediglich Text darstellen. Für den Abruf von Grafiken musste eine separate Prozedur durchgeführt werden. Mittlerweile gehört die Darstellung von grafischen Elementen gemeinsam mit der Möglichkeit zum Herunterladen von Dateien zum Standardportfolio eines jeden Browsers.

Im Laufe der darauffolgenden Jahre ließen sich mithilfe eines Webbrowsers auch E-Mail-Verwalten, Webseiten erstellen und Internetdienste nutzen. Schnell wurde jedoch erkannt, dass ein derart komplexer Aufbau nicht den Vorstellungen der Nutzer entsprach, weshalb die Programme wieder erheblich verschlankt wurden.

 

Was kann ein Browser?

Eine Liste von installierten Erweiterungen bei dem Browser Google Chrome.

Eine Liste von installierten Erweiterungen bei dem Browser Google Chrome.

Bis heute sind Browser mit einer gewissen Grundausstattung etabliert. Mit einer Vielzahl unterschiedlicher Erweiterungen kann der Anwender selbst bestimmen, welche Möglichkeiten innerhalb des Webbrowsers zur Verfügung stehen sollen. Zu den derzeit bekanntesten Browsern zählen der Internet Explorer, Mozilla Firefox sowie Google Chrome. Die Browser Opera und Safari (vorzugsweise auf Apple-Geräte zu finden) folgen hinsichtlich ihrer Popularität dicht dahinter.

Sobald der Anwender sich den jeweils gewünschten Browser auf sein Smartphone, Desktop-PC oder Notebook heruntergeladen und korrekt installiert hat, steht dieser zur Verfügung. Diverse Einstellungen, wie zum Beispiel die Aktivierung einer Kindersicherung oder der Umgang mit unterschiedlichen Sicherheitsfragen, können in der Regel individuell vom Nutzer angepasst und jederzeit geändert werden.

Moderne Webbrowser können darüber hinaus sowohl Bilder mit hoher Auflösung sowie PDF-Dokumente anzeigen. Eine Lesezeichenfunktion gehört ebenfalls zur Serienausstattung eines Browsers. Damit können beispielsweise favorisierte Seiten aus dem Word Wide Web wesentlich schneller und zugleich deutlich komfortabler aufgerufen werden.

Andere Erweiterungen bieten etwa die Möglichkeit, dass spezielle Dateiformate vom eingesetzten Browser gelesen werden können. Dennoch ist und bleibt die Kernkompetenz eines jeden Browsers die Fähigkeit, Bilder, Links sowie Seiteninhalte anzeigen zu können.