Docker vs Podman: Welche Container-Runtime ist besser? Vergleich 2026

Docker vs Podman: Die bessere Container-Lösung für 2026?

Docker vs Podman – die Debatte um die beste Container-Runtime wird 2026 immer relevanter. Während Docker seit Jahren der Standard ist, gewinnt Podman als sichere, daemonless Alternative zunehmend an Bedeutung, besonders in sicherheitskritischen Umgebungen. In diesem Artikel vergleichen wir beide Technologien und helfen Ihnen zu entscheiden, welche Lösung für Ihr Unternehmen die richtige ist.

Was ist Docker?

Docker ist die bekannteste und am weitesten verbreitete Container-Plattform. Seit 2013 revolutioniert Docker die Art, wie Anwendungen entwickelt, verteilt und betrieben werden. Docker nutzt eine Client-Server-Architektur: Der Docker-Client kommuniziert mit dem Docker-Daemon (dockerd), der Container verwaltet.

Hauptmerkmale von Docker:

  • Docker Daemon läuft als Root-Prozess
  • Umfangreiches Ökosystem (Docker Hub, Docker Desktop, Docker Compose)
  • Marktführer mit größter Community
  • Einfache Bedienung und umfangreiche Dokumentation
  • Integration in alle gängigen CI/CD-Tools

Was ist Podman?

Podman (Pod Manager) ist eine Open-Source-Container-Engine, die von Red Hat entwickelt wurde. Podman wurde als direkte Alternative zu Docker konzipiert und ist vollständig kompatibel mit dem OCI-Standard (Open Container Initiative). Der entscheidende Unterschied: Podman benötigt keinen Daemon und kann Container ohne Root-Rechte ausführen.

Hauptmerkmale von Podman:

  • Daemonless – keine zentrale Hintergrund-Service
  • Rootless Container-Ausführung (höhere Sicherheit)
  • Docker-kompatible CLI (fast alle Docker-Befehle funktionieren)
  • Native systemd-Integration
  • Pod-Konzept ähnlich Kubernetes
  • Kostenlos und Open Source (Apache 2.0 Lizenz)

Docker vs Podman: Die wichtigsten Unterschiede

Aspekt Docker Podman
Architektur Client-Server (mit Daemon) Daemonless (Fork/Exec-Modell)
Root-Rechte Daemon läuft als Root Rootless-Modus nativ unterstützt
Sicherheit Daemon = Single Point of Failure Keine privilegierten Prozesse nötig
systemd-Integration Begrenzt Native systemd-Unit-Files
Pod-Support Nur via Docker Compose Native Pods (wie Kubernetes)
Docker Compose Nativ integriert Via podman-compose (externe Tool)
Image-Registry Docker Hub (default) Mehrere Registries konfigurierbar
Desktop-App Docker Desktop (kostenpflichtig für Unternehmen) Podman Desktop (kostenlos)
Community Sehr groß Wachsend, aber kleiner
Enterprise-Support Docker Enterprise (kommerziell) Red Hat Enterprise Linux (RHEL-Subscription)

Sicherheit: Warum Podman sicherer ist

Der größte Vorteil von Podman gegenüber Docker ist die Sicherheit. Die Unterschiede im Detail:

1. Daemonless-Architektur

Docker benötigt einen dauerhaft laufenden Daemon-Prozess (dockerd) mit Root-Rechten. Das bedeutet:

  • Ein Angriff auf den Daemon kompromittiert das gesamte System
  • Daemon ist ein Single Point of Failure
  • Alle Container teilen sich einen zentralen Prozess

Podman startet Container direkt als Kindprozesse des aufrufenden Benutzers – kein Daemon, keine zentrale Angriffsfläche.

2. Rootless Container

Podman kann Container komplett ohne Root-Rechte ausführen:

  • Container laufen mit der UID des Benutzers
  • Kein Zugriff auf das Host-System außerhalb des User-Namespaces
  • Selbst bei Container-Escape sind die Schäden begrenzt

Docker unterstützt Rootless-Modus seit Version 20.10, aber es ist nicht der Standard und schwieriger zu konfigurieren. Bei Podman ist Rootless der empfohlene Standard.

3. SELinux & AppArmor

Podman integriert sich besser mit Linux-Sicherheitsmodulen:

  • Native SELinux-Unterstützung (wichtig für RHEL/CentOS)
  • Automatische Security-Labels für Container
  • Bessere Compliance mit Sicherheitsstandards (z.B. NIST, BSI IT-Grundschutz)

Kompatibilität: Kann ich Docker-Images mit Podman nutzen?

Ja, vollständig! Podman ist zu 100% kompatibel mit Docker-Images, da beide den OCI-Standard implementieren.

Das funktioniert problemlos:

  • Docker-Images von Docker Hub mit Podman ausführen
  • Mit Podman gebaute Images in Docker verwenden
  • Dockerfiles mit Podman bauen (
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    podman build

    )

  • Die meisten Docker-CLI-Befehle funktionieren 1:1 bei Podman

Beispiel:


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# Diese Befehle sind identisch:
docker run -d -p 8080:80 nginx
podman run -d -p 8080:80 nginx

# Auch Build funktioniert gleich:
docker build -t myapp:latest .
podman build -t myapp:latest .

Tipp: Sie können sogar

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alias docker=podman

setzen, und fast alle Docker-Befehle funktionieren transparent.

Docker Compose vs Podman Pods

Ein wichtiger Unterschied liegt in Multi-Container-Anwendungen:

Docker Compose

Docker nutzt Docker Compose für Multi-Container-Setups:


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# docker-compose.yml
version: '3.8'
services:
  web:
    image: nginx
    ports:
      - "8080:80"
  db:
    image: postgres
    environment:
      POSTGRES_PASSWORD: example

Starten mit:

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docker-compose up -d

Podman Pods

Podman verwendet ein Kubernetes-ähnliches Pod-Konzept:


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# Pod erstellen
podman pod create --name mypod -p 8080:80

# Container zum Pod hinzufügen
podman run -d --pod mypod nginx
podman run -d --pod mypod postgres

Pods teilen sich Netzwerk– und Storage-Namespaces – genau wie in Kubernetes. Das erleichtert die spätere Migration zu K8s.

Podman Compose: Für Docker-Compose-Kompatibilität gibt es

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podman-compose

als separates Tool, das Docker-Compose-YAML-Dateien interpretiert.

Performance: Docker vs Podman

In Benchmark-Tests zeigt sich:

  • Container-Start: Podman ist ~10-15% schneller (kein Daemon-Overhead)
  • Build-Performance: Ähnlich, Docker ist minimal schneller bei Build-Cache
  • Ressourcen-Verbrauch: Podman nutzt weniger RAM (kein Daemon im Hintergrund)
  • Rootless-Modus: Podman deutlich schneller, da nativ implementiert

Fazit: Podman ist minimal performanter, der Unterschied ist aber in der Praxis kaum spürbar. Wichtiger ist die Sicherheit und Architektur.

Wann sollten Sie Docker verwenden?

Docker ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie ein etabliertes Ökosystem nutzen möchten (Docker Hub, Docker Desktop)
  • Ihr Team bereits Docker-Expertise hat
  • Sie Docker Compose intensiv nutzen (native Integration)
  • Sie auf Windows oder macOS entwickeln (Docker Desktop ist ausgereifter)
  • Sie CI/CD-Tools nutzen, die Docker nativ unterstützen (z.B. GitLab CI)
  • Sie keine besonderen Sicherheitsanforderungen haben
  • Sie Kubernetes mit Docker als Runtime betreiben (obwohl K8s inzwischen containerd bevorzugt)

Typischer Use Case: Entwickler auf macOS/Windows mit Docker Desktop, die Container für lokale Entwicklung und CI/CD benötigen.

Wann sollten Sie Podman verwenden?

Podman ist die bessere Wahl, wenn:

  • Sie höchste Sicherheit benötigen (z.B. Behörden, Banken, Gesundheitswesen)
  • Sie Red Hat Enterprise Linux (RHEL) oder Fedora einsetzen (Podman ist Standard)
  • Sie Rootless Container als Standardmodus wollen
  • Sie systemd-Integration benötigen (z.B. Container als systemd-Services)
  • Sie Compliance-Anforderungen erfüllen müssen (NIS2, DSGVO, ISO 27001)
  • Sie bereits Kubernetes nutzen und die Pod-Abstraktion schätzen
  • Sie keine Docker Desktop-Lizenz für Ihr Unternehmen zahlen möchten
  • Sie auf Linux-Servern produktiv arbeiten

Typischer Use Case: Mittelständische Unternehmen mit Linux-Servern, die Container sicher und ohne Root-Rechte betreiben wollen.

Migration von Docker zu Podman

Die Migration ist einfacher als gedacht:

Schritt 1: Podman installieren

Auf RHEL/CentOS/Fedora:


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sudo dnf install -y podman

Auf Ubuntu/Debian:


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sudo apt update
sudo apt install -y podman

Schritt 2: Docker-Alias setzen (optional)


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alias docker=podman
# In ~/.bashrc für permanente Nutzung

Schritt 3: Bestehende Images migrieren


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# Docker-Images exportieren
docker save myapp:latest | podman load

# Oder direkt von Registry pullen
podman pull docker.io/library/nginx

Schritt 4: Container-Definitionen anpassen

Die meisten Docker-Befehle funktionieren 1:1, aber prüfen Sie:

  • Port-Bindings (rootless Podman nutzt hohe Ports >1024 oder slirp4netns)
  • Volume-Pfade (rootless Container haben andere Permissions)
  • Netzwerk-Konfiguration (Podman nutzt CNI statt Docker-Network)

Schritt 5: Docker Compose → podman-compose


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pip3 install podman-compose
podman-compose up -d

Wichtig: Testen Sie die Migration in einer Staging-Umgebung, bevor Sie produktiv wechseln.

Docker Desktop vs Podman Desktop

Für Entwickler auf Windows/macOS:

Docker Desktop

  • Kosten: Kostenlos für Einzelpersonen, kostenpflichtig für Unternehmen >250 Mitarbeiter oder >$10M Umsatz
  • Features: GUI, Kubernetes-Integration, Extensions, Dev Environments
  • Performance: Ausgereift, aber ressourcenhungrig (VM-basiert)

Podman Desktop

  • Kosten: Kostenlos und Open Source
  • Features: GUI, Kubernetes-Integration, Extensions (wachsendes Ökosystem)
  • Performance: Leichtgewichtiger als Docker Desktop

Empfehlung 2026: Podman Desktop ist inzwischen eine echte Alternative zu Docker Desktop, besonders für Unternehmen, die Lizenzkosten sparen möchten.

Kubernetes-Integration: Docker vs Podman

Beide funktionieren mit Kubernetes, aber:

  • Docker: Seit Kubernetes 1.24 (2022) wird Docker als Container-Runtime nicht mehr direkt unterstützt (Docker-Images funktionieren aber weiterhin via containerd)
  • Podman: Native Pods erleichtern die Entwicklung für Kubernetes. Podman kann sogar Kubernetes-YAML generieren:
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    podman generate kube

Vorteil Podman: Die Pod-Abstraktion ermöglicht lokales Testen von Kubernetes-Setups ohne minikube/kind.

Community und Support

Docker:

  • Riesige Community (GitHub: ~68k Stars)
  • Unzählige Tutorials, Kurse, Bücher
  • Stack Overflow: >500.000 Fragen
  • Kommerzieller Support via Docker Inc.

Podman:

  • Wachsende Community (GitHub: ~23k Stars)
  • Offizielle Red Hat-Dokumentation
  • Enterprise-Support via RHEL-Subscription
  • Weniger Third-Party-Ressourcen, aber wachsend

Fazit: Docker hat die größere Community, aber Podman holt schnell auf, besonders im Enterprise-Bereich.

Zukunftsausblick: Docker vs Podman 2026

Docker:

  • Bleibt Marktführer für Entwicklung und kleinere Deployments
  • Docker Desktop wird weiter monetarisiert
  • Focus auf Developer Experience und Cloud-Integration

Podman:

  • Wird Standard in Enterprise-Linux-Umgebungen (RHEL, CentOS Stream, Fedora)
  • Wachsende Adoption durch Sicherheitsanforderungen (NIS2, Zero Trust)
  • Bessere Kubernetes-Integration durch native Pods
  • Podman Desktop wird Docker Desktop zunehmend Konkurrenz machen

Trend: Viele Unternehmen nutzen eine Hybrid-Strategie – Docker für Entwicklung, Podman für Produktion.

Fazit: Docker oder Podman – was ist besser?

Es kommt auf Ihren Anwendungsfall an:

Wählen Sie Docker, wenn:

  • Sie schnell starten wollen und keine speziellen Sicherheitsanforderungen haben
  • Sie Docker Desktop auf Windows/macOS nutzen möchten
  • Sie ein etabliertes Ökosystem mit vielen Tutorials bevorzugen
  • Ihr Team bereits Docker-Expertise hat

Wählen Sie Podman, wenn:

  • Sicherheit und Rootless-Container Priorität haben
  • Sie RHEL/CentOS/Fedora als Betriebssystem nutzen
  • Sie Docker Desktop-Lizenzkosten vermeiden möchten
  • Sie Compliance-Anforderungen erfüllen müssen (NIS2, ISO 27001)
  • Sie bereits Kubernetes nutzen und die Pod-Abstraktion schätzen

Die beste Strategie für 2026: Evaluieren Sie Podman für neue Projekte, besonders auf Linux-Servern. Für bestehende Docker-Setups lohnt sich ein Wechsel nur, wenn Sicherheit oder Lizenzkosten kritisch sind. Beide Technologien sind ausgereift und zukunftssicher.


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