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Red Hat, innovative Open-Source-Lösungen, kurz vorgestellt

Wer sich über ein geeignetes Server-Betriebssystem oder über Cloud-Anwendungen Gedanken macht, stößt über kurz oder lang auf Red Hat. Was ist Red Hat und wofür steht der rote Hut als Markenzeichen?

Der Begriff Red Hat kennzeichnet sowohl das amerikanische Software-Unternehmen als auch die gleichnamigen Linux-Distributionen. Der rote Hut symbolisiert das Engagement von Red Hat als Agent im Einsatz für Open Source in der digitalen Welt.

Die Geschichte der Entwicklung von Red Hat

Das weltweit agierende Unternehmen Red Hat wurde im Jahr 1993 gegründet und hat seinen Hauptsitz im nordamerikanischen Raleigh, North Carolina.

Das Unternehmen hat sich mit seinen Produkten dem Dienst an der Entwicklung von Open Source verschrieben. Anders als häufig gemeint, bedeutet Open Source dabei nicht immer kostenlos, sondern quelloffen, d. h. der Quellcode der Software ist für jedermann einsehbar.
Die ursprünglich kostenfreie Distrubution Red Hat Linux (RHL) wurde bereits 1994 vorgestellt und zählt damit zu den ältesten Linux-Distributionen.

2003 wurde die freie, nicht kommerzielle Distribution von Red Hat eingestellt und wird seitdem als eigenes Projekt von der Fedora Community fortgeführt. Das Unternehmen Red Hat konzentriert sich nun auf kommerzielle Open-Source-Lösungen für den Unternehmensbereich, u. a. mit dem Projekt Red Hat Enterprise Linux (RHEL).

RHEL gilt unter den Linux-Distributionen im unternehmsbezogenen Anwendungsbereich als Markt- und Innovationsführer. Sie wird seit vielen Jahren durch eine Vielzahl unabhängiger Software-Hersteller im Unternehmensbereich unterstützt u. a. von SAP und Oracle. RHEL zeichnet sich durch lange und stabile Laufzeitzyklen von rund 10 Jahren pro Version aus und gewährleistet damit unternehmerische Planungssicherheit.

Unter Berücksichtigung der Quelloffenheit des Systems hat das Unternehmen Red Hat zur Betreuung seiner Firmenkunden ein besonderes Lizenzsystem eingeführt. Die Nutzung von RHEL wird mit dem Abschluss verschiedener kostenpflichtige Supportverträge (Subskriptionsmodell) verknüpft.

Seit Ende 2018 gehört das Unternehmen Red Hat zum IBM-Konzern. Mit rund 30 Milliarden Euro gehört dies zu den größten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte von IBM.

Red Hat heute

Das Geschäftsfeld von Red Hat konzentriert sich beim IBM-Konzern heute auf zunehmend auf Unternehmensanwendungen im Cloud Computing, hier vor allem im Feld der Hybrid-Cloud-Lösungen.

Unternehmen jeder Branche und Größe wenden sich zunehmend Cloud-Anwendungen zu. Sie benötigen vor allem flexible, hybride Lösungen und Multi-Cloud-Services. Ziel ist es, die eigenen Server mit unterschiedlichsten Cloud-Plattformen sowie Cloud-Services zu verbinden und diese gemeinsam zu nutzen. Open-Source stellt aufgrund der Quelloffenheit oftmals eine sinnvollere Atlernative dar, als proprietäre, d. h. geschlossene Cloud-Lösungen.

Daher ist es auch erklärtes Ziel von IBM, die Unabhängigkeit von Red Hat im Bereich Open-Source zu wahren und fortzuführen. Nicht ohne Grund zählt Red Hat seit Jahren als zu den Innovationführern und Vordenkern im Bereich der Open-Source-Anwendungen.

Das Unternehmen Red Hat bietet im IBM-Konzern ein umfangreiches Produktportfolio an, darunter Lösungen für Hybrid-Cloud-Infrastrukturen und Middleware. Agile Integration sowie cloudnative Anwendungsentwicklung kommen hinzu, ebenso wie Services zum Management und zur Automatisierung. Auch die Entwicklung von Container-Technologien und das Kubernetes-Projektes werden von Red Hat beim Cloud Computing unterstützt.

Red Hat bietet Unternehmen jeder Größe Technologien, die diese im Zeitalter der digitalen Transformation sowie Vernetzung zukunftsfähig machen und ihnen die notwendige Anpassungsfähigkeit ermöglichen.

Für kleinere Unternehmen: CentOS

RHEL ist als kostenpflichtiges Linux-Betriebssystem eher im Hochpreissegment angesiedelt und wird von Red Hat nur in Verbindung mit den zugehörigen Supportverträgen geliefert. Daher kommt es in der Regel auf den Servern großer Unternehmen zum Einsatz.

Kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) haben die Möglichkeit, auf CentOS als Alternative auszuweichen. Das sog. Community Enterprise Operating System gehört zu neben Debian und Ubuntu mittlerweile zu den erfolgreichsten Linux-Distributionen. CentOS legt bei der Entwicklung Wert darauf, möglichst langfristig einsetzbar und stabil zu sein. Dies wiederum führt dazu, dass es häufig auf Servern zur Anwendung kommt.

Engagierte Entwickler

CentOS basiert als Gemeinschaftprojekt freiwilliger Softwareentwickler auf der Red Hat Enterprise Linux-Distribution (RHEL). Möglich ist dies dadurch, dass Red Hat die Quellpakete von RHEL als Open Source im Internet zur Verfügung stellt. Damit konnten engagierte Entwickler im Projekt CentOS eine mit RHEL-kompatible eigene Linux-Distribution schaffen. Aktuell unterstützt Red Hat das Projekt CentOS Stream, ein sog. Rolling Release. CentOS bietet damit eine Beta-Version kommender Versionen von RHEL an.

Die Binärkompatibilität bringt es mit sich, dass Unternehmen die Vorteile von RHEL nebst zugehöriger freier Software nutzen können, ohne sich an entsprechende Supportverträge binden zu müssen. Eine kurze zeitliche Verzögerung, die die um meist zwei bis drei Monate gegenüber RHEL nachgelagerte Entwicklung der jeweils neuesten Version von CentOS mit sich bringt, fällt demgegenüber nicht sehr ins Gewicht.

Digitale Transformation – die richtigen Entscheidungen treffen

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CentOS (Community ENTerprise Operating System) ist ein auf dem Linux-Kernel basierendes Betriebssystem für PC, Server und virtuelle Maschinen. Die Distribution gehört zu den meistgenutzten nichtkommerziellen Linux-Versionen weltweit und baut auf dem RedHat Enterprise Linux (RHEL) System auf. CentOS ist wie die RedHat Version auf Unternehmensbedürfnisse zugeschnitten und binär kompatibel zu RHEL. Im Gegensatz zu RHEL ist CentOS von jedermann kostenfrei einsetzbar.

Die Geschichte von CentOs

Wie ist CentOs entstanden?

Die Entstehung von CentOS

Zum Verständnis der Entstehung des Betriebssystems muss man den Gedanken von Linux und der Open Source Community verstehen. Linux bzw. der Linux Kernel unterliegt der GNU/GPL. Diese Lizenz gewährleistet dem Lizenznehmer ein umfassendes Nutzungsrecht an der Software. Ihm ist unter anderem die Weiterverbreitung der Software gestattet, jedoch muss diese, unabhängig davon, ob die Software unverändert oder modifiziert weitergegeben wird, der GNU/GPL unterliegen. Dadurch ist gewährleistet, dass der Quellcode der Software immer frei ist und von jedem eingesehen, verändert und weiterentwickelt werden kann. Lesen Sie hier, was ein Quellcode ist.

RedHat ist eine kommerziell orientierte Firma, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Linux auch für Unternehmen interessant zu machen. Der Grundgedanke liegt darin, dem professionellen Anwender eine über einen langen Zeitraum unverändert bleibende, regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgte und SLA-basiertem Support unterliegende Software zur Verfügung zu stellen. Alle diese Attribute können die vielen verschieden Linux-Derivate nicht beziehungsweise nur in begrenztem Umfang erfüllen und sind deshalb weniger interessant für den gewerblichen Anwender.

RedHat und CentOs

Im Gegensatz zu vielen kostenfrei erhältlichen Linux-Distributionen sind die RedHat-Produkte kostenpflichtig und ausschließlich zusammen mit einer Support-Option zu erwerben. An diese Stelle setzt

CentOs-Updates

Welche Updates kann man erwarten?

die Entwicklergemeinde von CentOS an: Anhand des frei zugänglichen Quellcodes wird die Software neu kompiliert (Übersetzung von Quellcode in durch Computer verarbeitbaren Maschinencode). Dabei bleibt die Software binärkompatibel, nur Herstellerlogos und –namen werden ersetzt. Die Entwickler garantieren lang Lebenszyklen, für die Haupversion 7 wird beispielsweise für den Zeitraum von zehn Jahren die Versorgung mit Patch- und Sicherheits-Updates sichergestellt.

Im März 2004 erschien die Version 2 von CentOS Linux (damals noch unter dem Namen CAOS Linux). Sie war vom damals aktuellen RHEL 2.1 abgeleitet. 2006 änderte man den Name zum heutigen CentOS. Seit der ersten Version wird regelmäßig nach einem Versionsupdate von RedHat die entsprechende Version von CentOS entwickelt und zwei bis drei Monate nach dem RHEL-Erscheinen auf den Markt gebracht. Im Jahr 2014 verkündete RedHat, das Projekt finanziell zu unterstützen. Damit übernahm RedHat auch die Marke „CentOS“ und besitzt sie bis heute. Der Gedanke der freien Verfügbarkeit bleibt hiervon unberührt bis heute und in Zukunft bestehen.

Welche Anwender profitieren von CentOS?

Der Fokus des RedHat-Clones liegt wie der von RHEL auf Stabilität, Sicherheit, Support und Zuverlässigkeit. Diese Features sind für professionelle Anwender in Unternehmen und Behörden interessant, die Wert auf standardisierte Soft- und Hardware legen. Für jede Version garantieren die Entwickler viele Jahre Support in Form von Patches und Sicherheitsupdates. Die derzeit aktuelle Version 7 unterliegt dem aktuellen 7-Jahres-Support-Zyklus, wobei das System weitere drei Jahre mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Der Support für diese Version wird am 30. Juni 2024 enden.

Für die Hardware-Hersteller ergibt sich wegen der langjährigen Stabilität der Software die Möglichkeit, das Betriebssystem für ihre Produkte zertifizieren. Das ist im Gegenzug wichtig für die Anwender, die so ein rundum unterstütztes System erhalten. Die Herstellerzertifizierungen beziehen sich zwar auf RedHat Enterprise Linux. Da CentOS Linux aber binärkompatibel ist, kann der Anwender sicher sein, dass das Betriebssystem auf RHEL-zertifizierter Hardware lauffähig und unterstützt ist.

CentOs

Ist die Software auf dem neusten Stand?

Verschiedene Systemhäuser und Softwareanbieter haben sich in den letzten Jahren darauf spezialisiert, auch für CentOS-professionellen Support anzubieten. So offeriert zum Beispiel die Firma RogueWave 12×5 oder 24×7 Supportverträge inklusive erweiterter Patchversorgung. Damit sind allerdings Kosten verbunden, die eigentlich mit dem Einsatz von CentOS gegenüber RHEL vermieden werden sollten.

Anwender sollten sich darüber im Klaren sein, dass nicht alle enthaltenen Softwarepakete jederzeit auf dem aktuellsten Stand sind. In manchen Einsatzbereichen kann das dazu führen, das bestimmte Anwendungen nicht lauffähig sind. Es besteht zwar die Möglichkeit, selbst Pakete zu kompilieren. Dadurch gefährdet man die Stabilität des Gesamtsystems. CentOS ist also für Anwender, die auf neueste Softwareversionen angewiesen sind wie zum Beispiel Softwareentwickler, nicht oder nur bedingt geeignet.

Welche Version ist derzeit aktuell?

Seit Ende Oktober 2018 trägt die aktuelle Version den Versionsstempel 7.6-1810. Sie wird noch bis Mitte 2024 mit Updates versorgt, drei Jahre später endet die Versorgung mit Sicherheitsupdates. Außerdem ist die Version 6.10 erhältlich und bis Ende 2020 durch Updates unterstützt. Ältere Versionen kann man auf eigenes Risiko installieren, jedoch gibt es keine Updates mehr.

RedHat ist schon um eine Major-Version weiter, seit Mai 2019 ist RHEL 8 mit neuer Software und neuen Features verfügbar. Derzeit arbeitet die CentOS Entwicklergemeinde an der Umsetzung der Version 8 für das freie Betriebssystem. Gemessen an den bisherigen Entwicklungszyklen erscheinen Updates der RedHat-Variante jeweils mit zwei bis drei Monaten Verzögerungen. Man kann also mit dem Erscheinen von CentOS 8 um August 2019 herum rechnen.

Wo kann sich der Anwender informieren?

Neben Informationen aus den einschlägigen Fachzeitschriften sind natürlich CentOS und RedHat über Internetseiten (centos.org, redhat.com), auf denen neben Informationen über die Produkte und aktuelle und geplante Neuerungen auch die Software selbst verfügbar ist. Die Historie reicht dabei zurück bis zur Urversion CAOS 2.1.