Bei Microsoft SQL (MS-SQL) handelt es sich um ein relationales Datenbankmanagementsystem, welches von dem US-Konzern in den 90er-Jahren veröffentlicht wurde. SQL ist speziell für Anwendungen konzipiert, die in Unternehmen eingesetzt werden. Das Datenbankmanagementsystem orientiert sich an standardisierten SQL-Versionen und wird von Microsoft durch zusätzliche moderne Features ergänzt.

Die Geschichte von MS-SQL

Seinen Ursprung hat MS-SQL Ende der 80er-Jahre. SQL basiert auf einem von der Firma Sybase entwickelten Code. Im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen den Firmen Microsoft, Sybase und Ashton-Tate wurde die erste Version des Datenbankmanagementsystems für das Betriebssystem OS/2 veröffentlicht. Im Jahr 1992 erschient für OS/2 bereits die SQL-Version 4.2. Version 4.21 kam im Jahr 1993 auf den Markt und war erstmals mit Microsofts Windows NT kompatibel. Kurz darauf endete die Kooperation zwischen Microsoft und Sybase. Mittlerweile bieten beide Unternehmen eigene SQL-Server-Versionen an: Sybase unter der Bezeichnung Adaptive Server Enterprise (ASE) und Microsoft unter dem Namen Microsoft SQL Server.

Wozu wird MS-SQL benötigt?

Wenn ein Unternehmen zum Beispiel ein CRM– oder ERP-System im Einsatz hat, dann benötigt die Software eine Datenbankstruktur, um Daten jedweder Art speichern zu können. Nach wie vor ist es gängig, dass vor allem Puristen den Betrieb von Datenbank-Servern nach wie vor gerne auf physischer Hardware bewerkstelligen. Mittlerweile lassen allerdings ein Großteil aller Datenbank-Server auf virtuellen Servern problemlos betreiben.

Grundsätzlich lässt MS-SQL dadurch beschreiben, dass die sogenannte Abfragesprache einen standardisierten Zugriff auf Datenbanken gewährleistet. Sowohl MS-SQL als auch MySQL können auf fast alle Datenbanksysteme angewendet werden. Mit Hilfe von MS-SQL können Administratoren oder Datenbank-Entwickler Tabellen erstellen oder abfragen ersten. Die SQL-Befehle „Select“ sowie „Create“ sind in diesem Zusammenhang wohl die am meisten genutzt Abfrage-Befehle.

Vor diesem Hintergrund ist es nützlich zu wissen, dass die Abkürzung „SQL“ für Structured Query Language, übersetzt „strukturierte Abfrage-Sprache“, steht. MS-SQL ist eine Abfragesprache für relationale Datenbanken, um etwa Tabellen zu definieren und Daten zu bearbeiten oder abzufragen. Häufige genutzte Daten von Unternehmen sind hierbei unter anderem Material- und Kundendaten, Rechnungen sowie Unterlagen für erhaltene Aufträge.

Redundanzen verhindern

MS-SQL ist für relationale Datenbanken entwickelt. Die dort hinterlegten Informationen sind üblicherweise auf viele verschiedene Tabellen verteilt. Dass Felder bzw. Informationen „doppelt“ vorkommen, ist nicht vorgesehen, wenn die Idee des relationalen Datenbankmodells eingehalten werden soll. Um Redundanzen (Doppelte Einträge) zu vermeiden, müssen alle notwendigen Informationen auf mehrere Tabellen verteilt und durch einen Schlüssel miteinander verknüpft werden. Diese essentiell wichtige Schlüssel wird auch als primärer Schlüssel bezeichnet und bildet das Fundament für eine relationale Datenbank auf Basis von MS-SQL.

MS-SQL geht mit der Zeit

MS-SQL hat eine lange Entstehungsgeschichte und konnte sich über alle die Jahre hinweg gegenüber etwaige Konkurrenzprodukte stets behaupten. Dafür sind vor allem permanente Weiterentwicklungen verantwortlich, welche sich dem jeweils aktuellen Stand der Technik angepasst haben und für den Einsatz im Unternehmen einen Mehrwert mit sich gebracht haben.

Aktuelle MS-SQL-Versionen sind überaus leistungsfähig und lassen sich problemlos im Big-Data-Umfeld sowie für komplexe Cloud-Lösungen einsetzen. Darüber hinaus ist die Realisierung von Datenbankmanagementsystemen für geschäftskritische sowie intelligente Anwendungen oder für hochskalierbare Hybrid-Datenbankplattformen im Bereich des Möglichen. Zum derzeitigen Leistungsspektrum von MS-SQL gehören unter anderem erweiterte Sicherheitsfeatures, In-Memory-Funktionen sowie Analysemöglichkeiten für große Datenbestände.

Auf der Basis von MS-SQL sind mittlerweile Apps verfügbar, welche Onlinetransaktionsverarbeitung (OLTP) mit einer sehr guten Skalierbarkeit und einer hohen Verfügbarkeit bereitstellen können. Umfassende Analysefunktionen stehen durch „R“, eine spezielle Statistiksprache, für SQL-Datenbanken zur Verfügung. Durch den Einsatz von „R“ ist selbst das Verschieben von Daten vollkommen überflüssig geworden. MS-SQL findet somit in Private Clouds, Public Clouds (zum Beispiel Microsoft Azure) oder in einem Rechenzentrum nach wie vor nützliche Verwendungen für die unterschiedlichsten Bereiche.

Was ist Azure und wofür wird es verwendet?

Bei Microsoft Azure handelt es sich um eine performante Cloud-Computing-Plattform des IT-Giganten Microsoft. Die Plattform stellt Cloud-Dienste wie IaaS- (Infrastructure as a Service), SaaS- (Software as a Service) und PaaS-Lösungen (Plattform as a Service) über ein weltweit verteiltes Netzwerk an Rechenzentren zur Verfügung.

Die Azure-Plattform ist hoch skalierbar und richtet sich mit ihrem Angebot in erster Linie an Entwickler und Unternehmen. Microsoft hat seine Cloud-Dienste erstmals im Jahr 2010 der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und arbeitet seither kontinuierlich an der Optimierung bestehender und der Einführung neuer Dienste.

Vielzahl unterschiedlicher Cloud-Dienste

Was es mit Azure und Cloud Computing auf sich hatMicrosoft bietet seinen Nutzern unterschiedliche Services an, die diese aus der Cloud beziehen können. Hierzu gehören Dienstleistungen aus den Bereichen Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS). Zum Angebot an verfügbaren Cloud-Diensten gehören auch hoch performante Datenbankensysteme und Speicherlösungen, die Nutzern weltweit zur Verfügung gestellt werden.

Das Ziel, das Microsoft mit seiner Cloud-Strategie verfolgt, ist es, Anwendern eine flexible und skalierbare Cloud-Infrastruktur bereitzustellen, die man den eigenen Anforderungen und Wünschen schnell und unkompliziert anpassen kann, wodurch der Betrieb einer privaten IT-Infrastruktur überflüssig wird.

Da Microsoft Rechenzentren auf der gesamten Welt auf strategisch wichtigen Standorten platziert hat, stehen alle Cloud-Dienste mit hoher Verfügbarkeit rund um den Globus zur Verfügung. Dank innovativer Technologien ermöglicht Azure den Einsatz von hybriden Systemen, bei denen nur ein Teil der Infrastruktur in der Cloud betrieben und der Rest auf lokalen Servern realisiert wird.

Einteilung der Azure-Cloud in unterschiedliche Bereiche

Die Cloud von Microsoft lässt sich in unterschiedliche Bereiche einteilen, und zwar:
– der Computing-Bereich
– der Speicher-Bereich
– das Content Delivery Netzwerk (CDN)
– der Marketplace
– der AppFabric-Bereich

Im Computing-Bereich wird Rechenleistung für Anwendungen, virtuelle Server, Datenbanken und Rechenaufgaben zur Verfügung gestellt. Durch den Einsatz der virtuellen Cloud-Server der Azure-Cloud können eigene Server, die lokal betrieben werden, über Images schnell und einfach in die Cloud ausgelagert werden. Das Speichern von Daten in der Cloud wird im Bereich Storage realisiert. AppFabric bietet Entwicklern die Möglichkeit, verteilte Anwendungen schnell und einfach über die Infrastruktur des Cloud-Systems von Microsoft zu betreiben. Bei dem Marketplace handelt es sich um einen Online-Marktplatz, auf dem Dienstleistungen von Drittanbietern Kunden von Azure bereitgestellt werden.

Die Azure-Cloud und Aspekte des Datenschutzes

Die gesamte Infrastruktur der Microsoft-Cloud inklusive all ihrer Services wird in Rechenzentren betrieben, die rund um den Globus verteilt sind. Sie als Microsoft-Kunde haben in der Regel die Wahl, darüber zu entscheiden, in welchem Rechenzentrum Sie Ihre Dienste betreiben möchten. Die aktuellen EU-Datenschutzvorgaben und Compliance-Richtlinien können es für manche Unternehmen erforderlich machen, Server zu nutzen, die in Deutschland oder in der Europäischen Union platziert sind. Dies bietet nicht nur den Vorteil von kürzeren Latenzzeiten, sondern Sie stellen damit sicher, dass Ihr Unternehmen mit den europäischen Datenrichtlinien konform ist.

Wie hängt Azure mit dem Datenschutz zusammen?

Eigens für deutsche Nutzer hat Microsoft eine Dienstleistung in Form eines Treuhand-Konstruktes zur Verfügung gestellt, die den deutschen Datenschutzbedürfnissen genügen sollte. Der Zugriff auf Daten, die in den deutschen Rechenzentren in Magdeburg und Frankfurt am Main aufbewahrt wurden, wurde durch einen Datentreuhändler kontrolliert. Obwohl die deutschen Rechenzentren einen wichtigen Bestandteil der globalen Azure-Cloud darstellten, wurde somit gewährleistet, dass Daten nicht in ein Rechenzentrum außerhalb Deutschlands transferiert werden. Leider wurde dieser Service inklusive der in Deutschland stationierten Rechenzentren im Jahr 2018 aufgrund mangelnden Interesses eingestellt.

Microsoft-Cloud und das Betriebssystem Linux

Obwohl die Azure-Cloud ein Produkt des IT-Giganten Microsoft ist, müssen Sie nicht ausschließlich auf dem Betriebssystem Windows basierende Server nutzen. Sie können in der Microsoft-Cloud problemlos verschiedene Linux-Distributionen betreiben. Realisiert wird das durch den Einsatz sogenannter „virtueller Maschinen“, wo Sie Betriebssysteme wie Debian, Red Hat oder Ubuntu installieren können.

Funktioniert Azure nur mit Windows?

Dadurch entsteht die nötige Flexibilität, unabhängig vom Betriebssystem die Software zu nutzen, die optimal auf Ihre Anforderungen zugeschnitten ist. Darüber hinaus werden zahlreiche Tools und Applikationen von Herstellern wie IBM oder SAP unterstützt. Die Leistungsfähigkeit und die Ressourcen der virtuellen Maschinen können Sie nach persönlichen Anforderungen variabel wählen, wobei die Abrechnung nutzungsabhängig ist.

Garantierte Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit

Unternehmen, die ihre Dienstleistungen und Anwendungen auf externe Server verlagern, müssen mit einer hohen Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit rechnen. Dank der innovativen Azure-Cloud-Infrastruktur können SLAs (Service Level Agreements) realisiert werden, mit denen Verfügbarkeiten von bis zu 99,9 Prozent

Höhere Verfügbarkeiten mit Azure

gewährleistet werden. Je nach Bedeutung werden die Azure-Cloud-Services in unterschiedliche Verfügbarkeitsgruppen unterteilt. Für die Storage- und Computing-Services garantiert Microsoft beispielsweise eine Verfügbarkeit von bis zu 99,9 Prozent.