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IP-Telefonie im Büro

IP-Telefonie – was Sie darüber wissen sollten

Telefonieren über das Internet entwickelt sich nach und nach zur vorherrschenden Telefontechnologie. Auch die großen Telefonanbieter stellen ihre analogen Systeme Zug um Zug darauf um, sodass Sie früher oder später damit zu tun bekommen. Ob Sie bisher über einen normalen Anschluss oder über ISDN telefoniert haben, spielt dabei keine Rolle. Beide Systeme werden auf lange Sicht der IP-Telefonie zum Opfer fallen. Trotzdem können Sie Ihre alte Telefonanlage auch nach der Umstellung weiter benutzen. Wie das geht – und vieles andere zum Thema Telefonieren über das Internet – lesen Sie hier.

IP-Telefonie – eine Begriffsbestimmung

Im Grunde ist es ganz einfach: IP-Telefonie – auch Voice-over-IP (VoIP) genannt – beschreibt ein Verfahren, um im Internet über das TCP/IP-Protokoll zu telefonieren. Statt über ein eigenständiges Telefonleitungsnetz erfolgt die Signalübertragung über die Infrastruktur des Internets, so wie das auch mit den übrigen Daten geschieht.

Um IP-Telefonie zu nutzen, ist ein Breitband-Internetanschluss erforderlich. Für jeden Sprachkanal sind rund 100 K/bits erforderlich, zum Senden und zum Empfangen also zusammen 200 Kbit/s. Eine spezielle Hardware ist nicht unbedingt erforderlich. In den meisten Fällen können Sie Ihre vorhandenen Geräte weiterhin nutzen.

So funktioniert VoIP

Der Unterschied zur herkömmlichen Telefonie beginnt schon ganz am Beginn der Signalkette, nämlich an Ihrer TAE-Telefonsteckdose: Sie wird nicht mehr benötigt. Stattdessen wird das Telefon mit dem DSL-Router oder einem Kabelmodem verbunden, das VoIP-tauglich ist.

Die Signalübertragung unterscheidet sich grundsätzlich von herkömmlicher Telefontechnik. Bei der klassischen Telefonie – auch bei ISDN – entsteht eine Telefonverbindung, indem zwischen den beiden Gesprächspartnern eine feste Leitung reserviert wird. IP-Telefonie geht anders vor. Die Sprache wird in Datenpakete aufgeteilt, unabhängig voneinander über das Netz verschickt und am Zielort wieder richtig zusammengesetzt – genau so, wie das im Internet auch mit den übrigen Daten geschieht.

Wie beim herkömmlichen Telefon erfolgt auch bei der IP-Telefonie ein Telefongespräch in drei Phasen: Verbindungsaufbau, Signalübertragung, Verbindungsaufbau.

Für den Verbindungsaufbau von Telefongesprächen über das Internet gibt es das Session-Initiation-Protocol (SIP). Dieses Protokoll kümmert sich um die systemübergreifende Integration aller am Telefongespräch beteiligten Komponenten, unabhängig davon, von welchem Hersteller sie stammen. Dem Protokoll entsprechend verfügt jeder Teilnehmer über eine eigene SIP-Adresse. Sie gleicht in etwa einer E-Mail-Adresse, beispielsweise so: sip:info@beispiel.de.

Damit IP-Telefonie möglich wird, müssen sich alle Teilnehmer bei einem Registrar-Server anmelden. Erfolgt die Umstellung auf VoIP durch Ihren Telefonanbieter, erledigt er das für Sie. Diese neue Form der Telefon-Netzarchitektur hat einen erheblichen Vorteil gegenüber herkömmlicher Festnetztelefonie: Sie ist nicht an einen festen Standort gebunden. Sie haben sozusagen einen mobilen Festnetzanschluss, da Sie sich über jedes SIP-Endgerät anmelden und Ihre Telefondienste nutzen können, unabhängig davon, wo Sie sich befinden. Das funktioniert natürlich nur, wenn Ihr Telefonanbieter das zulässt oder Sie Ihren IP-Telefonanschluss über einen unabhängigen VoIP-Anbieter eingerichtet haben.

Was brauchen Sie für die IP-Telefonie?

Es sind nur drei Elemente, die für VoIP erforderlich sind:

  • Internetanschluss
  • VoIP-fähige Hardware
  • VoIP-Anbieter

Wie bereits erwähnt, ist beim Internetanschluss ausreichend Bandbreite erforderlich, um die gleichzeitige Datenübertragung auf zwei Sprachkanälen zu ermöglichen. Die Hardware muss nicht unbedingt bei Ihnen vorhanden sein. Es gibt Möglichkeiten, über das Netz entfernte Hardware zu nutzen oder die Hardware durch entsprechende Softwarelösungen zu emulieren. Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, IP-Telefonie zu betreiben:

Variante eins: der Computer

Ist Ihr Desktop-Computer oder Ihr Notebook per Breitband mit dem Internet verbunden, benötigen Sie nur noch ein spezielles Programm, um Ihren Rechner fit für das Telefonieren zu machen. Die Telefon-App, auch Softphone genannt, ist sogar kostenlos erhältlich, wie beispielsweise das sehr beliebte Zoiper. Natürlich braucht der Computer auch ein Mikrofon und einen Lautsprecher. Im Interesse der Sprachqualität wäre allerdings ein USB-Headset anzuraten. Headsets sind in großer Auswahl und zu günstigen Preisen überall im Internet und in der materiellen Welt erhältlich.

Variante zwei: analoge Telefone

Es ist nicht erforderlich, beim Wechsel auf VoIP die alten Telefongeräte oder die bisher verwendete Telefonanlage wegzuwerfen. Sämtliche Telefone sind weiter verwendbar, auch Ihre ISDN-Geräte. Alles, was Sie brauchen, ist ein Adapter, um Ihr Telefon an den DSL-Router anzuschließen. Seine Aufgabe ist es, die analogen Signale in Internet-konforme Datenpakete umzuwandeln und auf den Weg zu schicken. Erfolgt die Umstellung durch den Telefonanbieter, wird er Ihnen in der Regel einen entsprechend ausgerüsteten Router zur Verfügung stellen, in den der Adapter bereits integriert ist.

Variante drei: IP-Telefone

Spezielle Geräte, die sich ausschließlich für IP-Telefonie eignen, gibt es in zunehmender Anzahl und von zahlreichen Herstellern. IP-Telefone wandeln nicht analoge Signale um, sondern erzeugen von Beginn an digitale Datenpakete für den Versand über das Internet. Der Anschluss erfolgt über einen LAN-Port der Routers.

Variante vier: Smartphone

Durch die Installation einer VoIP-App machen Sie Ihr Smartphone zu einem vollwertigen IP-Telefon. Das ist die ideale Lösung, wenn Sie über keinen Festnetzanschluss verfügen oder in Zukunft darauf verzichten wollen.

IP-Telefonie: pro und kontra

Wie die meisten Dinge hat auch VoIP Vorteile und Nachteile. Die nachfolgende Auflistung bewertet das Thema aus der Sicht von IP-Telefonie, die über spezielle VoIP-Anbieter betrieben wird. Erfolgt die Umstellung durch Ihren bisherigen analogen Anbieter oder verwenden Sie weiterhin vorhandene analoge Geräte, könnte der eine oder andere Punkt nicht zutreffen.

Vorteile der IP-Telefonie

VoIP verursacht in der Regel geringere Kosten als herkömmliches Telefonieren. Das Gesamtangebot der Leistungen Internet und Telefon über ein gemeinsames Netz führt meist die interessanten Paketangebote, die spürbar günstiger sind als die Einzelbuchung der beiden Dienste.

Auch auf der Hardwareseite kann es zu deutlichen Kosteneinsparungen kommen. Wenn Sie Ihre aufwendige ISDN-Telefonanlage gegen eine IP-basierte Cloud-Telefonanlage tauschen, fallen alle gerätebezogenen Kosten weg, beispielsweise Instandhaltung, Wartung und die erforderlichen Updates.

Besonders vorteilhaft ist die Ortsunabhängigkeit bei der IP-Telefonie. Da kein realer Telefonanschluss vorhanden sein muss, können Sie mit Ihrem IP-Telefon und der entsprechenden Software von jedem Internetanschluss auf der ganzen Welt aus telefonieren und dort auch erreichbar sein. Haben Sie Ihr Smartphone mit einer App zum IP-Telefon aufgerüstet, sind Sie darauf nicht nur über Ihre Handynummer, sondern auch unter Ihrer Festnetznummer erreichbar – zum Festnetztarif wohlgemerkt.

Angenehm bei der IP-Telefonie ist die einfache Einrichtung. Dinge wie NTBAs, TAEs oder Splitter können Sie getrost vergessen. Alles, was Sie benötigen, ist der Router, den Sie für Ihre Internetverbindung ohnehin schon haben. Die Konfiguration des Telefons, einschließlich Umleitungen, Sperrungen, Rufnummergruppen und vieles andere lässt sich bei vielen VoIP-Anbietern über eine komfortable Benutzeroberfläche direkt im Internetbrowser abwickeln.

VoIP erlaubt die Nutzung von HD-Technologie, um Telefongespräche in hoher Tonqualität zu ermöglichen. Dazu ist allerdings die zugehörige Hardwareausstattung bei den IP-Telefonen oder eine entsprechende Software – beispielsweise bei Smartphones – erforderlich.

Die Anzahl simultaner Gespräche ist erheblich höher als über die zwei Kanäle, auf die ISDN beschränkt war. Theoretisch sind beliebig viele Gespräche gleichzeitig möglich. Ihre Zahl ist nur von der Qualität und Bandbreite der Internetverbindung und von der Zahl der verfügbaren Telefonnummern abhängig.

Nachteile der IP-Telefonie

Nichts geht ohne Internetverbindung. War beim analogen Telefon der Betrieb auch noch möglich, wenn die Internetverbindung abriss, ist das bei der IP-Telefonie nicht mehr der Fall. Steht die Internetverbindung nicht zur Verfügung, ist auch das Telefon tot.

Auch Bandbreitenschwankungen haben Einfluss auf VoIP. Steht wegen hoher Inanspruchnahme im Netz nur wenig Bandbreite zur Verfügung, leidet die Sprachqualität.

Auch ein Stromausfall macht der IP-Telefonie den Garaus. Verfügten analoge Telefone noch über eine eigene Stromversorgung, die das Telefonieren auch ermöglichte, wenn sonst nichts mehr ging, ist VoIP nur bei intakter Stromversorgung möglich, denn davon ist der Betrieb des Routers abhängig.

IP-Telefonie erfordert Passwortschutz. Da der Telefonbetrieb nicht wie beim analogen Telefon über ein proprietäres Netz verläuft, sondern im Internet stattfindet, ist er von Hackern bedroht. Daher ist der sorgfältige Schutz durch ein sicheres Passwort unabdingbar

IP-Telefonie wird zukünftig die führende Telefontechnologie darstellen, möglicherweise auf längere Sicht die einzige. Neben den immensen Vorteilen der Variabilität, Leistungsvielfalt und Ortsunabhängigkeit sind auch Nachteile wie die Abhängigkeit vom Netzzugang, von der Stromversorgung und die Angreifbarkeit durch Hacker damit verbunden. Global gesehen scheinen allerdings die Vorteile zu überwiegen.

IP-Telefon im Büro

Ein IP-Telefon ist ein Telefon, das auf Voice-over-IP basiert und dazu das SIP (Session Initiation Protocol) nutzt. IP-Telefone werden daher auch als SIP-Telefone bezeichnet. Bis Ende der 2000er Jahre erfolgte die Übertragung via ISDN oder analoge Anschlüsse des klassischen Telefonnetzes. Für den Anschluss ans ISDN oder eine – beispielsweise firmeninterne – Telefonanlage waren in der Regel spezielle Verkabelungen notwendig.

Inzwischen ist jedes Unternehmen und nahezu jeder Privathaushalt mit einem stabilen Internet-Zugang versehen. Die VoIP-Telefonie setzt sich allein aus diesem Grund immer mehr durch. Die Deutsche Telekom hatte ursprünglich angekündigt, sämtliche ihrer Telefonanschlüsse bis Ende 2018 auf die neue All-IP-Technologie umzustellen. Auch die anderen Festnetz-Anbieter arbeiten an der Abschaffung ihrer ISDN-Anschlüsse. Nach heutigem Stand soll es spätestens 2022 kein ISDN mehr geben.

Was genau verbirgt sich hinter einem IP-Telefon?

Telefonieren über das Internet.Gespräche, die Sie per VoIP führen, werden über das Internet geführt. Dabei werden die Informationen als Daten in einzelnen Datenpaketen versendet. IP-Telefone treten in unterschiedlichen Formen auf: als Einzelgerät (Hardphone), als klassisches Telefon mit entsprechendem Adapter oder als Software-Lösung (Softphone). Eine Software-basierte Lösung können Sie auf Ihrem Smartphone oder auf dem PC bzw. Laptop realisieren.

IP-Telefone sind sowohl als leitungsgebundene als auch schnurlose Variante erhältlich. Ein leitungsgebundenes IP-Telefon wird in der Regel über einen Switch, idealerweise mit PoE (Power over Ethernet), angeschlossen. Die Einbindung eines schnurlosen IP-Telefons erfolgt via DECT oder WLAN.

Das IP-Telefon und dessen Funktionsweise

Damit Sie via IP telefonieren können, benötigt das Telefon eine Verbindung zu einer IP-Telefonanlage, sofern es kein Standalone-Telefon ist. In der Anlage wird jedem IP-Telefon eine eigene IP-Adresse zugeordnet. So ist der Anschluss des Telefons eindeutig definiert und kann nicht von einer anderen LAN-Schnittstelle belegt werden. Zusätzlich muss jedem IP-Telefon ein Benutzername und ein Passwort zugeordnet werden. Anhand dieser drei Parameter authentifiziert sich das Telefon in der Telefonanlage und steht dem Nutzer zur Verfügung.

Für die IP-Telefonie sind zwei Protokolle notwendig: SIP und TCP/IP. SIP steht für Session Initiation Protocol. Es handelt sich dabei um ein Netzprotokoll, mit dessen Hilfe die Kommunikation aufgebaut, gesteuert und wieder abgebaut wird. TCP/IP ist die Abkürzung für Transmission Control Protocol / Internet Protocol. Diese Protokolle sind zuständig für die Datenübertragung via Internet.

Während des Telefonats wird die Sprache mittels Codecs in einzelne Datenpakete zerlegt, die zur Gegenstelle geleitet werden. Dort erzeugt das SIP aus den Datenpaketen erneut hörbare Sprache.

IP-Telefone: die verschiedenen Varianten

1. Standalone-Ethernet-Festnetztelefon

Bei einem Ethernet-Festnetztelefon handelt es sich um ein eigenständiges IP-Telefon, das dem herkömmlichen Telefon optisch gleicht. Es verfügt nicht über eine Telefonbuchse, Ethernet-Anschluss für das IP-Telefon.sondern über einen Ethernet-Anschluss. Damit kommuniziert dieses Telefon direkt mit einem VoIP-Server, einem VoIP-Gateway oder einem anderen VoIP-Telefon. Es ist kein PC mit entsprechender Software erforderlich, sondern lediglich eine Internet-Verbindung.

2. schnurloses IP-Telefon

Ein schnurloses IP-Telefon funktioniert im Prinzip wie ein schnurgebundenes Ethernet-Festnetztelefon. Allerdings ist es via DECT mit der IP-Telefonanlage verbunden. DECT steht für Digital Enhancend Cordless Telecommunications, was auf Deutsch so viel heißt wie „verbesserte digitale Schnurlos-Kommunikation“. Es handelt sich dabei um einen weit verbreiteten Funkstandard bei schnurlosen Festnetztelefonen.

3. DFÜ-Festnetztelefone (DFÜ = Datenfernübertragung)

Ein DFÜ-Festnetztelefon ist mit einem eigenen Modem ausgestattet. Damit stellt dieses – ebenfalls eigenständige – IP-Telefon über einen DFÜ-Internetdienst eine Verbindung zu einem entfernten VoIP-Server ist. Für diese Variante benötigen Sie keinen PC und keine Software, sondern nur eine Telefonleitung und ein DFÜ-Internetkonto. DFÜ-Festnetztelefone sind in Regionen und Ländern verbreitet, deren Breitband-Infrastruktur noch sehr gering ist.

4. WLAN- oder WiFi-Telefone

Ein Telefon dieser Variante ist mit einer integrierten WiFi-Transceiver-Einheit ausgestattet. Damit stellt es zunächst eine Verbindung zu einer WiFi-Basisstation und von dort zu einem entfernten VoIP-Server her. Auch hier sind weder Computer noch Software notwendig; es muss lediglich ein Zugang zu einer WiFi-Basisstation bestehen.

5. Kombinierte WiFi/WLAN- und GSM-Mobiltelefone

Zeichen für ein TelefonBei diesen IP-Telefonen handelt es sich um WiFi-Modelle, die das Weiterleiten von Telefonanrufen an das GSM-Netz unterstützen. GSM steht für Global System for Mobile Communications, dem 1990 eingeführten Mobilfunk-Standard für volldigitale Mobilfunknetze. Diese IP-Telefone sind in der Lage, eine direkte Verbindung zu einem WiFi-Access-Point oder einem GSM-Netzwerk herzustellen.

6. Softphones

Ein Softphone ist ein IP-Telefon, das ausschließlich auf Software basiert. Diese Software wird auf einem PC installiert; das Gerät muss mit einer entsprechenden Audio-Hardware ausgestattet sein. Dabei kann es sich um eine Soundkarte mit Lautsprechern oder Kopfhörern sowie einem Mikrofon oder alternativ um ein USB-Telefonset handeln. Qualitativ betrachtet sind Softphones nicht so hochwertig wie Hardphones, in der Anschaffung jedoch deutlich preiswerter. Manche Software-Lösungen sind als kostenlose Downloads erhältlich.

Grundsätzlich werden Softphone-Lösungen in Open Source, kostenlose (nicht Open Source) und kommerzielle Angebote unterschieden.

7. Web-Telefone

Bei einem Web-Telefon handelt es sich um ein Softphone, das sich in eine Website integrieren lässt. Diese Integration erfolgt beispielsweise über ActiveX, über einen Flash-Client oder ein Java-Applet. Damit dieses IP-Telefon im Webbrowser gestartet werden kann, sind entsprechende Sicherheitsrechte erforderlich. Da die Konfiguration dieses IP-Telefons auf der Seite des Webservers durchgeführt wird, sind Web-Telefone sehr einfach zu bedienen.

Was ist SIP?

Das Standardprotokoll für Telefonate über das Internet

Bevor ein Telefonat geführt werden kann, muss eine Verbindung zwischen den Gesprächsteilnehmern aufgebaut werden. Bei analogen und ISDN-Telefonen geschieht dies durch Abheben des Hörers und Wählen einer Telefonnummer. In Zeiten der Internettelefonie (VoIP) übernimmt diese Funktion ein standardisiertes Protokoll mit Namen SIP. Was SIP ist und wie es funktioniert, beschreibt der folgende Beitrag.

Was ist SIP?

SIP ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Session Initiation Protocol“ – auf Deutsch „Sitzungsinitiierungsprotokoll“. Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich das am weitesten verbreitete Verbindungsprotokoll für die Internettelefonie. Die Deutsche Telekom wird in den nächsten 1 bis 3 Jahren das gesamte ISDN-Netz zugunsten von VoIP abschalten. Telekom-Kunden sind daher gezwungen, ihre Anschlüsse auf Voice-over-IP umzustellen und das Session Initiation Protocol zu nutzen.

SIP ist ein textbasiertes Protokoll ähnlich dem für die Übertragung von Webseiten zwischen Server und Client verwendeten HTTP (Hypertext Transfer Protocol) Anforderungs-/Antwortmodell. Diese Ähnlichkeit der Protokolle ermöglicht eine einfache Integration des Session Initiation Protocol in unterschiedliche Hardware, Browser und Webanwendungen. SIP wird sowohl in lokalen Netzwerken (LAN) als auch für die Kommunikation über das Internet verwendet.

Wie funktioniert das Session Initiation Protocol?

Mann telefoniert über Headset.Wie bei allen Telefonaten über das Festnetz oder den Mobilfunk wird auch bei Voice-over-IP ein Anruf in drei Phasen aufgeteilt. Die erste Phase ist der Anrufaufbau. Die zweite Phase ist das eigentliche Gespräch und in der dritten Phase wird die Verbindung wieder abgebaut. Bei der Internettelefonie übernimmt das Session Initiation Protocol den Aufbau der Verbindung und den Abbau der Verbindung am Ende des Gespräches.

Für die eigentliche Übertragung des Gespräches werden andere Protokolle genutzt. SIP codiert keine Audioinformationen in einem Telefonanruf und überträgt auch keine Audioinformationen. Das Session Initiation Protocol initiiert und beendet Kommunikationssitzungen. Unabhängig davon, ob es sich um einen Sprachanruf zwischen zwei Personen oder eine Videokonferenz zwischen einem ganzen Team handelt. Obwohl das Protokoll hauptsächlich für VoIP angewendet wird, handelt es sich nicht um ein VoIP-Protokoll.

Die Aufgabe des Session Initiation Protocol besteht darin, einen Anruf, eine Konferenz oder eine andere interaktive Kommunikationssitzung einzurichten und zu beenden, wenn diese vorbei ist. SIP sendet dazu Nachrichten zwischen Endpunkten im Internet, die als „SIP-Adressen“ bezeichnet werden. Eine SIP-Adresse kann verknüpft werden mit einem physischen Client, einer TK-Anlage oder einem Software-Client, zum Beispiel einer Computeranwendung oder einer App. Mit den sogenannten Softphones können Sie Anrufe tätigen und entgegennehmen. Während einer Sitzung macht das Protokoll selbst nicht allzu viel – der Hauptzweck besteht darin, die Sitzung einzurichten und sie zu beenden. SIP weiß nicht, welche Daten über die Verbindung übermittelt werden. Aus diesem Grund kann das Session Initiation Protocol für Videokonferenzen und Instant Messaging sowie zum Telefonieren über das Internet verwendet werden.

Wie funktioniert SIP bei einem VoIP-Anruf?

Bevor Sprachinformationen über das Internet übertragen werden können, müssen die Audiosignale beispielsweise einer Telefonanlage mithilfe sogenannter Codecs in digitale Daten umgewandelt werden. Die beiden am häufigsten genutzten Codecs sind einerseits der G.711-Codec, der für unkomprimierte digitale Sprache verwendet wird. Andererseits zählt hierzu der G.729-Codec, der üblicherweise für komprimierte Sprache verwendet wird. Die Audioqualität wird beim G.729-Codec verschlechtert, um die übertragene Datenmenge zu reduzieren und damit die beim Anruf verbrauchte Bandbreite zu verringern.

Die codierten Audiodatenpakete werden dann mithilfe des Real-Time-Transport-Protokolls (RTP) transportiert. Dies ist ein spezielles Protokoll für die Übermittlung von Audio- und Videodaten. Das RTP-Steuerungsprotokoll (RTCP) liefert zusammen mit RTP Informationen über die RTP-Paketzustellung, die zur Verwaltung der Qualität des Sprachdienstes verwendet werden. RTP- und SIP-Pakete werden selbst durch weitere Protokolle übermittelt. Hierzu werden zum Beispiel das Transmission Control Protocol (TCP) für die Übertragung von Paketen in einer geordneten Reihenfolge und zur erneuten Übertragung von verlorenen Paketen oder das User Datagram Protocol (UDP) genutzt. UDP ist ein Protokoll für die Datenübertragung ohne eine erneute Übertragung verlorener Pakete oder eine Erkennung von Paketen außerhalb der ursprünglichen Reihenfolge.

UDP eignet sich daher besser für die Datenübertragung bei VoIP-Anrufen. Verlorene und nicht in der Reihenfolge befindliche Pakete können zwar zu geringfügigen Problemen bei der Audioqualität führen. In vielen Fällen können diese jedoch vom menschlichen Ohr nicht wahrgenommen werden. Die Verzögerung, die durch die Neuordnung und erneute Übertragung von TCP-Paketen verursacht wird, kann letztendlich zu erheblich größeren Problemen mit der Audioqualität und zu Verbindungsabbrüchen führen.

Da SIP medienunabhängig ist, wird ein weiteres Protokoll, das Session Description Protocol (SDP), verwendet. Dieses Protokoll gibt an, welche Medientypen die an der Sitzung beteiligten Clients tatsächlich unterstützen können.

Welche Vorteile bietet SIP?

Das Session Initiation Protocol ist ein weltweiter Standard. Die verwendete Hardware lässt sich dadurch einfacher austauschen. Sie sind nicht von bestimmten Herstellern abhängig, solange die Hardware das Protokoll unterstützt. Ebenso können Sie den Anbieter schneller wechseln. Nutzen Sie Kostenvorteile durch den größer gewordenen Wettbewerb unter den SIP-Anbietern zu ihrem Vorteil.

Ein Vorteil gegenüber ISDN und analogen Telefonanschlüssen ist, dass durch das Session Initiation Protocol die Telefonnummer vom Telefonanschluss unabhängig ist. Accounts für SIP können an beliebige Geräte und beliebige Standorte verteilt werden. Dadurch ist es möglich, einen Anruf parallel auf das Mobiltelefon, den privaten Telefonanschluss oder an den Arbeitsplatz zu leiten und an dem Ort, wo Sie sich gerade befinden, entgegenzunehmen.

Was ist Voice over IP (VoIP)?

VoIP (Voice over IP): Funktionsweise, Stellenwert und Vorteile

Voice over IP (VoIP) oder Internettelefonie beschreibt die Sprachübertragung über das Internet-Protokoll. Im Rahmen der IP-Telefonie lassen sich Daten und Telefonate über dasselbe Netzwerk übertragen. Wenn Ihr Anschluss noch nicht auf IP-Telefonie umgestellt ist, sollten Sie dafür bereit sein. Nach aktueller Entwicklung werden in Deutschland im Laufe des Jahres 2019 bestehende ISDN-Anschlüsse ersetzt. Für Geschäftskunden ist hierbei meist eine neue Telefonanlage erforderlich.

Überblick und Allgemeines zur IP-Telefonie

Anders als bei herkömmlichen, analogen Telefonanlagen sind IP-Anschlüsse mit dem Breitband verbunden. Die Telefonie erfolgt über die Internetverbindung, wobei meist das Session Initiation Frau mit Headset.Protocol (SIP) zum Einsatz kommt. Dieses Protokoll dient dem Aufbau sowie der Kontrolle der Internettelefonie. Es wandelt das sprachliche Signal ohne zeitliche Verzögerung um und schickt es in Datenform zum Gesprächspartner. Das Protokoll wurde bereits 1999 vorgestellt und ist über die Jahre gereift. Die Vorteile des VoIP führen dazu, dass analoge TK-Anlagen und ISDN-Telefonie immer weiter in den Hintergrund geraten. Eine vollständige Umstellung auf VoIP ist abzusehen.

Technische Voraussetzungen und Realisation

Die wesentliche Voraussetzung für VoIP-Telefonie ist eine hinreichend schnelle sowie stabile Breitband-Verbindung. Als Richtwert gelten etwa 100 Kilobyte pro Sekunden pro Kanal (Sende- und Empfangsrichtung beziehungsweise Upload und Download). Weiterhin benötigten Sie einen Anbieter für die VoIP-Telefonie sowie geeignete Hardware zur Umsetzung.

Die technische Realisation der Internettelefonie ist auf mehrere Weisen möglich. Sie kann über einen PC, über ein Smartphone, über ein spezielles IP-Telefon sowie auch über ein herkömmliches analoges Telefon erfolgen.

Bei der Internettelefonie via PC verbinden Sie Ihren Computer oder Ihr Notebook via Breitbandanschluss mit dem Internet. Die VoIP-Telefonie über den PC bedarf einer bestimmten Software. Diese als Softphones bekannten Softwarelösungen existieren in unterschiedlichen Varianten, von denen einige kostenlos erhältlich sind. Ihr Computer muss zur Sprachausgabe weiterhin über Lautsprecher sowie Mikrofon verfügen. Ein Headset ist im Sinne der Sprachqualität und des Komforts zu empfehlen.

Die Telefonie über das IP-Telefon ist eine weitere Möglichkeit der Umsetzung von Voice over IP. Dieses auch als WLAN-Telefon bekannte Gerät ähnelt regulären analogen Telefonen optisch. Die genutzte Technologie ist jedoch eine andere. IP-Telefone lassen sich über einen Port am Router mit dem Internet verbinden und unterstützen die Internet-Datenübertragung.

Auch über das Smartphone ist Voice over IP möglich. Die Internettelefonie wird mit mobilen Endgeräten über entsprechende Apps möglich. Diese liegen für gängige mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS vor und können ein zusätzliches IP-Telefon ersetzen.

Schließlich lassen sich auch analoge- und ISDN-Telefone fit für Voice over IP machen. Damit verzichten Sie auf die Anschaffung neuer Geräte sowie auf die Telefonie über PC. Möglich wird die VoIP-Nutzung eines ISDN-Telefons über besondere Adapter. ISDN-Telefonanlagen erfordern hierbei, dass der Router eine entsprechende Telefon-Schnittstelle aufweist und die Internettelefonie generell unterstützt. Analoge Telefone lassen sich über die TAE-Buchse des DSL-Routers anschließen.

Funktionsweise der VoIP-Telefonie

VoIP unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der Hardware und Infrastruktur von ISDN. Der technische Vorgang ist bei der Internettelefonie ein anderer. Beim Verbindungsaufbau kommt es nicht mehr zur Zuweisung einer bestimmten, festen Leitung. An Stelle dessen werden die Sprachsignale als Datenpakete via Internet weitergeleitet. Damit wird die Sprache ebenso behandelt wie anderes Datenmaterial auch. Da Telefonie auf Echtzeit-Sprachübertragung angewiesen ist, geschieht die Datenweiterleitung auf priorisierte Weise.

Die Reihenfolge beziehungsweise der grundsätzliche Ablauf unterscheidet sich nicht von sonstiger Telefonie. Zunächst erfolgt der Aufbau der Telefonverbindung. Anschließend kommt es zur Gesprächsübertragung. Abschließend wird die Verbindung wieder abgebaut.

Verbindungsaufbau bei Voice over IP

Beim Aufbau der Verbindung kommt das Netzprotokoll SIP zum Einsatz. Es gewährleistet eine herstellerunabhängige Verbindung der VoIP-Bestandteile. Hierbei verfügt jeder Gesprächsteilnehmer über eine SIP-Adresse. Diese basiert auf zwei Komponenten: dem Namen des SIP-Nutzers sowie dem Namen der Domain des Servers. Ihre Struktur gleicht einer E-Mail-Adresse.

Zur Herstellung der Verbindung ist die Kenntnis der IP-Adresse des Empfängers eine der Voraussetzungen. Ist die IP dem Anrufenden bekannt, so kann er ortsunabhängig von der eigenen Rufnummer ausgehend telefonieren. Die Telefongeräte der Teilnehmer melden sich zu diesem Zwecke mit IP-Adresse, Nutzername sowie Passwort bei einem SIP-Server an.

Damit die Verbindung zwischen den Gesprächsteilnehmern zustande kommt, schickt das Gerät des ersten Gesprächspartners eine Mitteilung mitsamt der Rufnummer des zweiten Gesprächspartners an seinen Server. Dieser Server leitet diese Information wiederum an den Server des zweiten Gesprächspartners weiter, damit er das Gerät des Partners ansprechen kann. Wenn diese Schritte reibungslos abgelaufen sind, macht sich das Endgerät des zweiten Gesprächspartners bei diesem bemerkbar und schickt gleichzeitig eine Benachrichtigung an das Gerät des ersten Gesprächspartners. War der Verbindungsaufbau erfolgreich, so läuft die anschließende Kommunikation zwischen den Endgeräten der Gesprächspartner ab und nimmt keinen Umweg mehr über den SIP-Server.

Funktionsweise der Gesprächsübertragung

Mitarbeiter im BüroBei der anschließenden Übertragung des Gesprächs werden einzelne digitale Datenpakete übersandt. Hierbei kommt es zunächst zur Umwandlung des analogen Signals der Stimme in ebenso analoge elektrische Signale. In einem nächsten Schritt kommt es zur Digitalisierung dieser Signale. Sie werden in mehrere kleine digitale Pakete aufgeteilt. Im Anschluss kann die Übertragung dieser Datenpakete über ein privates oder öffentliches Netz erfolgen.

Bei der Datenübermittlung kommt der Codierungsart eine entscheidende Bedeutung zu. Die Codierung ist ausschlaggebend für die Sprachqualität. Hier existieren verschiedene Standards. Der Standard G.771 ist weit verbreitet, während der Codec G.722 eine besonders hohe HD-Qualität ermöglicht. Bei höherer Sprachqualität ist eine entsprechend höhere Datenübertragungsrate erforderlich. Andere Codecs dienen dazu, diese Datenrate möglichst gering zu halten.

Nach erfolgreicher Übertragung der Daten zum Telefongerät des Empfängers kommt es dort zur Entschlüsselung. Sowohl IP-Telefone als auch entsprechende Software wählen im Allgemeinen automatisiert den qualitativ hochwertigsten Codec aus, über den die Gesprächsteilnehmer verfügen.

Geht es um die Beendung der Sprachübertragung, so sendet eines der Geräte ein SIP-Paket an den Server. Dieser benachrichtigt anschließend das andere Gerät über den Abbau der Verbindung.

VoIP: Vorteile und Schwächen im Überblick

Ein wesentlicher Vorteil besteht in den geringen Voraussetzungen für die VoIP-Telefonie. Ein separater Telefonanschluss wie er etwa für ISDN erforderlich ist, entfällt. Der Aufwand für die Infrastruktur ist auch für Unternehmen gering. Grundsätzlich lässt sich die Telefonanlage als Cloud-Lösung realisieren. Auch wer eine lokale Telefonanlage bevorzugt, kann diese ohne großen Hardwareaufwand umsetzen, da die ISDN-Infrastruktur nicht mehr erforderlich ist.

Die Einrichtung sowie Konfiguration gestalten sich damit übersichtlich. IP-Anschlüsse zeichnen sich gegenüber älteren Telefonanlagen durch ein einfaches Handling aus. Statt Geräten wie DSL-Splitter oder NTBA ist nur noch der Router erforderlich.

Damit verbunden ist der Vorteil der Kosteneinsparungen. Verschiedene Dienste wie Internet, Mobilfunk oder Telefonie können Sie in einem Angebot erhalten. Internet-Flatrates, wie sie etwa für die IP-Telefonie erforderlich sind, gehören in Unternehmen sowie Haushalten zum Standard. Weitere Vorteile umfassen die höhere Geschwindigkeit sowie die Möglichkeit mehrerer Parallelgespräche.

Der wesentliche Nachteil findet sich in der Abhängigkeit von der Internetverbindung. Fällt diese aus, so ist auch keine Telefonie mehr möglich. Ebenso ist die Sprachqualität stets nur so gut wie das Übertragungsnetz selbst. Instabile Leitungen können sich auf die Sprachqualität auswirken. Dem können Sie aber mit einer Breitbandanbindung mit garantierter Verfügbarkeit entgegenwirken. Ebenso ist eine zweite kostengünstige Internet-Leitung empfehlenswert.

Die Sprachqualität kann auch infolge einer stärkeren Auslastung der Internetverbindung beeinträchtigt sein. Dies können Sie durch eine entsprechende Anschluss-Konfiguration beheben, indem die Übertragung der Sprach-Datenpakete priorisiert erfolgt.

Was ist eine Telefonanlage?

Telefonanlagen im Wandel – von Telefonisten zur Cloud-Telefonie

Telefonanlagen vereinfachten und beschleunigten schon lange vor dem Internet die Kommunikation. Mobile Telefonie ist auf dem Vormarsch. Dennoch sind Festnetzanschlüsse in 85 % der Haushalte zu finden. Vor allem junge Menschen verzichten immer häufiger auf eine Telefonanlage, auch Telekommunikationsanlage (TK-Anlage). In Zeiten von Smartphones, Instant Messaging und Sprachnachrichten werden sich Telefonanlagen wandeln. Welche Möglichkeiten bieten TK-Anlagen? Was steckt hinter VoIP und SIP? Und warum haben ISDN-Anlagen endgültig ausgesorgt?

Was ist eine Telefonanlage?

Herkömmliche TelefonanlageDie Zentrale, die alle eingehenden, ausgehenden und internen Telefonate verwaltet, wird als Telefonanlage (TK-Anlage) bezeichnet. Ein kurzer Blick auf die Geschichte der Telefonanlage zeigt, dass innerhalb von weniger als 100 Jahren viel passierte. Während sich kaum jemand an Telefonisten erinnert, deren Job in den 1930ern darin Bestand, dass Anrufer und Angerufener per Steckverbindung zueinander fanden, ist das durchringende Geräusch, das man am Hörer vernehmen konnte, wenn jemand mit dem 56K-Modem im Internet surfte, mehr Personen bekannt. Mit ISDN-Telefonie war es möglich, dass mehr als ein Teilnehmer per Telefon oder Computer Kontakt zur Außenwelt aufnahmen. Später diente das Session Initiation Protocol (SIP) dazu, die Bedingungen für ein Telefonat vollautomatisch zu bestimmen und moderne VoIP-TK-Anlagen ermöglichten den Verzicht auf herkömmliche Festnetzanschlüsse.

Wichtige Funktionen von Telefonanlagen

Ein privates Gespräch bietet den schnellen und klaren Austausch von Informationen. Die meisten Funktionen einer TK-Anlage werden erst in größeren Netzwerken mit mehreren Teilnehmern, wie in Unternehmen oder Callcentern genutzt. Welche Funktionen sind die beliebtesten und werden am meisten verwendet?

Parken, Halten

Ein Anrufer benötigt eine Auskunft, für die ein Kollege gefragt werden muss? Die Kinder spielen Fußball und die teure Vase, ein Erbstück der Urgroßmutter, steht im Schussfeld? Mit der Funktion Parken wird der Anrufer stumm und in der Leitung gehalten. Die Gesprächspartner können nun nicht mehr hören, was am anderen Ende passiert, bis alle Informationen eingeholt und Probleme geklärt sind. Auf Knopfdruck wird das Gespräch weitergeführt.

Weiterleiten, Verbinden

In einer Gruppe von Telefonen, die mit derselben Nummer erreichbar sind, oder wenn Anrufer sich verwählt haben, werden die Funktionen „Weiterleiten und Verbinden“ genutzt. Dafür werden die Anrufer zunächst gehalten, der gewünschte Gesprächspartner angewählt und das Gespräch verbunden. Vor dem Weiterleiten des Anrufers bietet die Telefonanlage die Möglichkeit, die Wunschperson des Anrufers kurz über das Gespräch zu informieren und den Anrufer dann entweder durchzustellen oder zurückzunehmen.

Heranholen

Ein anderes Telefon im Netz klingelt und die zugehörige Person ist grade nicht am Platz? Durch das Heranholen, auch Pickup, kann der Anrufer auf das eigene Telefon geholt werden. Die Funktion wird vor allem dann genutzt, wenn ein Kollege grade kurz nicht am Platz ist. Bei längerer Abwesenheit werden automatische Umleitungen eingestellt.

Nachtschaltung, Umleiten

Die Funktion ermöglicht, dass zu Zeiten, an denen ein Anschluss nicht besetzt ist, automatisch auf eine andere Nummer umgeleitet wird. Dies passiert entweder automatisch zu bestimmten Tageszeiten oder manuell per Einstellung am Telefon. Als Nummer kann entweder ein Anschluss innerhalb der Telefonanlage, also eine interne Nummer, oder eine externe Nummer, z.B. das Mobiltelefon eines Außendienstmitarbeiters, gewählt werden.

Makeln

Beim Makeln wird zwischen zwei verschiedenen Gesprächspartnern gewechselt, ohne dass ein Gespräch beendet wird. In Büros wird diese Funktion dann genutzt, wenn ein Anrufer eine Information benötigt, die man von einer Person aus einem anderen Raum oder einem Lieferanten einholen muss. Die beiden Gesprächspartner kommunizieren dabei nicht miteinander.

Konferenz, Meeting

Wenn mehrere Teilnehmer auf einmal kommunizieren sollen, bietet die Funktion Konferenz oder Meeting die Möglichkeit, dass die Anrufer alle auf einmal verbunden werden. Videokonferenzen lösen diese Funktion immer mehr ab.

Warteschlange und Music on Hold

Jeder war schon einmal in einer Warteschlange. Ob der Anruf bei einer staatlichen Einrichtung oder in einem Unternehmen, zu Stoßzeiten fallen mehr Anrufer an, als auf einmal bedient werden können. Statt ein Besetztzeichen zu hören, gelangen die Anrufer dann in eine Warteschlange. In dieser hören sie häufig eine Melodie, welche gelegentlich durch die Information unterbrochen wird, dass Gebühren für den Anruf anfallen oder man die Leitung halten soll (Please, hold the line.). Musik oder eine Melodie bieten Abwechslung für die Warteschlange. Music on Hold versichert dem Anrufer, dass die Verbindung noch besteht und das Telefon nicht auf Stumm geschaltet ist oder der Gegenüber schon mithört, ohne etwas zu sagen.

Do-not-Disturb

Obwohl der Angerufene nicht telefoniert, wird den Anrufern ein Besetztsignal gesendet. Die Funktion wird genutzt, wenn Mitarbeiter in höheren Positionen einen schlechten Tag haben oder sich wichtigen Aufgaben widmen, bei denen Sie nicht gestört werden wollen.

Der Anfang vom Ende klassischer Telefonie

Telefonanlagen ändern sich aufgrund neuer Techniken und wachsender Bedürfnisse. Immer größere Netzwerke erfordern das Handling wachsender Datenmengen und moderne MöglichkeitenFrauen mit Headset vereinfachen viele Aspekte der Telefonie und Datenübermittlung. Auf 56K-Modems folgten ISDN-Anlagen, auf diese folgen heute Voice-over-IP (VoIP-Anlagen) Telefone werden im System, so wie Computer, mit einer digitalen Adresse (einer IP) versehen und über diese kann dank VoIP telefoniert werden. Das Session Initiation Protocol (SIP) dient in diesem System der Steuerung und dem Aufbau von Sitzungen. Die Technik macht den klassischen Telefonanschluss überfällig, sodass beim Planen einer neuen Anlage nur noch der Internetanschluss berücksichtigt werden muss.

Nutzer von ISDN-Anlagen benötigen für die Umstellung meist neue Telefonanlagen oder richten eine digitale Telefonanlage in einer Cloud, einem Onlinespeicher, ein. Anrufer, interne Gespräche und die verschiedene Funktionen der klassischen TK-Anlagen werden dann von Software auf dem PC geregelt. Der Vorteil der Cloud-Telefonie besteht darin, dass keine Hardware, also Geräte für die Bewerkstelligung der Anrufe, mehr benötigt werden und sich alles auf einem Server abspielt.

Auch die Telefonie über einen Computer oder ein Notebook geht mit dieser Technik Hand in Hand. Ein mit dem Computer verbundenes Headset dient als Hörer und alle Funktionen werden per Mausklick über Software gesteuert. Die Option ist in Callcentern oder Unternehmen beliebt, da keine Telefone angeschafft werden müssen und Aspekte wie die Erhebung von Statistiken zur Telefonie mit abgedeckt sind. Die Funktion des Telefons ist dann zwar an die des Computers gekoppelt, an einem modernen Arbeitsplatz ist ein Telefonanschluss ohne PC für Informationen allerdings ohnehin nutzlos.

Goodbye Festnetz

Telefone und Festnetz werden in den nächsten Jahren nach und nach verschwinden. Der Computer und smarte Geräte lösen die Kommunikation im Privatbereich und in Unternehmen ab. Die Vorteile der Installation, die Ersparnis bei der Anschaffung und die einfache Administration der Systeme sorgt in Unternehmen für den Wandel. Im Privatbereich bieten Funktionen wie Videotelefonie oder das Versenden von Sprachnachrichten attraktive Funktionen, die das herkömmliche Telefonat bald abgelöst haben.