Switch

Mit der Spielekonsole des Japanischen Spielkonsolenherstellers hat dieser Switch nichts zu tun: Was ist ein Switch und was ist beim Kauf wichtig?

Für den Aufbau großer Computernetzwerke bietet ein Switch die beste Lösung. Da aufgrund moderner WLAN Technik Heimnetzwerke meist mit direkten Verbindungen bewerkstelligt werden, bietet sich die Verwendung von Switches entweder für Privatnutzer mit vielen Desktoprechnern und dem Bedürfnis, schnell Daten im Verbund auszutauschen oder für gewerbliche Nutzer mit dem Bedarf an unfangreichen und sicheren Netzwerken von Desktoprechnern mit LAN-Kabeln.

Was ist ein Switch?

SwitchEin Switch ist das verbindende Element für verschiedene Netzwerkrechner zueinander und zu einem Server. Die einzelnen Rechner müssen über eine Netzwerkkarte verfügen, an der ein LAN-Kabel/ Netzwerkkabel angeschlossen wird und dann die einzelnen Rechner mit den Ports der Switches verbindet.

Die Anzahl der Ports, also der freien Steckplätze, entscheidet darüber, wie viele Rechner Teil des Netzwerks sein können. Ein Switch verfügt in der Regel auch über eine Möglichkeit, mit dem DSL Modem Router verbunden zu werden.

Funktion im Vergleich zum Hub

Der bedeutendste Unterschied zu einem Hub liegt in der Möglichkeit Daten zu filtern und die einzelnen Netzwerkrechner anhand ihrer Netzwerkkennung zu unterscheiden: Das bedeutet im Detail, dass Datenpakete nicht mehr an alle Teilnehmer des Netzwerkes gesendet werden und die Empfänger sich die Daten herausfiltern, die für Sie bestimmt sind, wie es bei Verbindungen mit dem Hub der Fall ist. Das Netzwerk wird so effektiver und kann schneller größere Datenmengen bewerkstelligen.

Worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Für Netzwerkanfänger bieten einige Leistungskennziffern die Möglichkeit, das für Sie passende Gerät zu finden.

Anzahl Ports

Die Anzahl der Ports determiniert, wie viele Computer mit einem Gerät verbunden werden können. Während kleine Geräte Platz für bis zu 24 Einzelcomputer bieten, finden sich im Handel so genannte Rackmount Switches, die bis zu 96 freie Ports für Rechner und entsprechende Leistungsmerkmale bieten.

Rack oder Desktop?

Desktop Lösungen bieten sich für kleinere Netzwerke an, während Rack-Lösungen dafür vorgesehen sind, in Server-Racks eingebaut zu werden. Der Einbau in Server-Racks ist oft nur notwendig, wenn mehrere Geräte kombiniert werden sollen und Netzwerke sehr viele verschiedene Teilnehmer haben.

Um die Leistungen effektiv zu vergleichen, sollten die Ausgangswerte genommen und durch die Anzahl der Ports dividiert werden. So erhält man einen einfachen Vergleich für den ersten Überblick ähnlicher Geräte.

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Leistung

Die Leistung der Switches wird anhand mehrerer Kennziffern gemessen. Man unterscheidet zwischen Switch-Kapazität, Paket-Weiterleitungsrate, Frame-Größe und MAC-Adressen.

Switch-Kapazität

Diese Kennziffer gibt an, welche Datenmengen pro Sekunde bewältigt werden können und wird in Gb/s gemessen. Während kleine Netzwerke in Büros meist mit Leistungen bis zu 10 Gb/s arbeiten können, um einfache Daten auszutauschen, erfordern Grafikanwendungen und Games Switch-Kapazitäten von bis zu 56 Gb/s und 176 Gb/s für gute Rack-Mount Lösungen.

Paket-Weiterleitungsrate

Die Weiterleitungsrate gemessen in Mpps gibt an, wie viele Millionen Datenpakete pro Sekunde vom Gerät verarbeitet werden können. Auch hier variieren die Größen von etwa 7,5 Mpps bei den günstigsten Geräten für Netzwerke mit bis zu 5 Rechnern und geringen Anforderungen, z.B. beim Austausch von Textdateien und kleinen Bildern, bis hin zu 112 Mpps bei Geräten für den größeren Bedarf.

Framesgröße

Der Jumbo-Frames Size gibt an, wie groß Datenpakete geschnürt werden können. Erforderlich wird dies bei Servern, bei denen große Mengen Daten z.B. bei der Sicherung aufkommen. Umso größer der Wert in Bytes, umso effektiver der Datenaustausch und umso geringer die Auslastung der einzelnen Komponenten im Netzwerk.

MAC-Adressen

MAC-Adressen sind die Kennungen einzelner Komponente im Netzwerk. Umso größer das Netzwerk sein soll, umso größer ist das Aufkommen verschiedener MAC-Adressen, die der Switch für die Zuordnung speichern muss. Die Mögliche Anzahl von MAC-Adressen ist in der Regel so abgestimmt, dass es nicht zu Engpässen kommen kann: Ein Einstiegsgerät hat bereits Platz für 4 k MAC-Adressen.

PoE

Power-over-Ethernet bedeutet, dass der Switch die Elektrizität über das Ethernetkabel bezieht. Das hat den Vorteil, dass kein bedarf an einem Steckdosenplatz anfällt und spielt bei der Planung größerer Switch-Verbände eine Rolle.

Verwaltbar

Bei einem verwaltbaren Gerät lassen sich verschiedene Einstellungen manuell vornehmen. Während für die private Anwendung oder bei der Verwendung in kleinen Netzwerken nicht verwaltbare Lösungen für Anfänger anbieten, sind bei größeren Racks und aufwändigen Lösungen Faktoren der Verwaltbarkeit von Bedeutung.

Ein Switch bietet die Möglichkeit der Vernetzung größerer Netzwerkstrukturen mit optimalen Leistungsmerkmalen und maximaler Einflussnahme. Für die Pflege großer Netzwerke ist ein Fachmann bereits bei der Planung notwendig und kommt zum Einsatz, um z.B. Fehler im Netzwerk zu beheben. Für private Anwender genügen kleine Lösungen vom Gerät mit bis zu acht Ports oder einem WLAN Switch.

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Janina Winkler

Technische Redakteurin bei Awantego
Janina Winkler ist Redakteurin für technische Themen im Blog der Biteno.com. Wenn Sie nicht gerade reist und unterwegs ist, beschäftigt Sie sich mit der automatisierten Erstellung von Content aufsemantischer Basis bei der Digital-Agentur Awantego.

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