Die 2010er Jahre werden wohl in die Annalen der Geschichte als das Jahrzehnt der Cyberangriffe  von Hackern auf Behörden, Organisationen und Netzwerke eingehen. Beinahe wöchentlich werden neue Hacking Attacken auf Unternehmensnetze gemeldet. Doch wer sind diese Hacker und wie gehen sie bei ihren Angriffen auf fremde Systeme vor?

Was ist ein Hack?

Hacken bedeutet so viel, wie die Grenzen des Möglichen auszutesten. Mit dieser Beschreibung versuchte der US-amerikanische Informatiker und Sicherheitsforscher Richard Stallman, die Vorgehensweise von Hackern zu beschreiben. Aus seiner Sicht ist das ein äußerst kompliziertes Unterfangen, denn Hacker sind so vielfältig wie die von ihnen eingesetzten Tools und Attacken. Während Hacker in vielen Filmen nur einige Sekunden benötigen, um in ein Computernetzwerk einzudringen, sieht die Realität wesentlich anders aus. Oft steckt hinter einem erfolgreichen Hack-Angriff wochen- oder monatelange Detailarbeit. Computersysteme sind nur eins von vielen Angriffszielen, die Hacker heutzutage ins Visier nehmen. So lassen sich zum Beispiel smarte Fernseher und Kühlschränke und internetfähige Automobile manipulieren.

Wie dringen Hacker in Computersysteme ein?

Gute Hacker kennen sich nicht nur mit Computersystemen aus, sondern können auch Menschen verleiten, ihnen Informationen zu verraten. Eine der ältesten und heute noch aktiv genutzten Methoden ist deshalb eine, die kaum technische Kenntnisse voraussetzt: das sogenannte „Social Engineering“. Bei dieser Methode tischt der Angreifer dem Opfer Lügengeschichten auf und bittet ihn um Hilfe. Mit diesen Geschichten verführen Hacker Nutzer dazu, ihnen Log-in-Daten preiszugeben, infizierte Dateien auszuführen oder ihnen Geld zu überweisen.

Auch sogenannte „Phishing-Angriffe“ sind traditionelle Manipulationstricks, mit denen Hacker versuchen, an Privatdaten von Nutzern zu gelangen. Die kriminellen Angreifer geben sich dabei in vielen Fällen als Mitarbeiter von Banken, Firmen oder Online-Anbietern wie Ebay, Amazon und PayPal aus. Sie fälschen E-Mails und Webauftritte bekannter Unternehmen und setzen darauf, dass die Opfer ihrer Angriffe ihre Log-in-Daten in gefälschte Formulare eintragen, die dem Original ähneln.

Bei der sogenannten „Man-in-the-Middle-Attacke“ zapft der Angreife einen Kommunikationsweg zwischen zwei Geräten an, die miteinander kommunizieren. Betreibt das Opfer etwa Onlinebanking auf seinem Smartphone in einem öffentlichen WLAN-Netzwerk, kann der Angreifer die Daten manipulieren.

Eine andere Methode, um an Log-in-Daten zu kommen, ist das sogenannte „Brute-Force-Verfahren“, das als Brechstange im Arsenal moderner Hacker-Tools bezeichnet wird. Anstatt die Zugangsdaten der Opfer auszuspähen, probieren Hacker auf Log-in-Seiten mit automatisierten Tools alle möglichen Passwörter. Diese Methode klappt vor allem Dann, wenn sich Nutzer für simple und kurze Passwörter entscheiden und die Log-in-Seite beliebig viele Versuche zulässt.

Ein weiterer Weg, um Schadsoftware zu verteilen, sind sogenannte „Drive-by-Downloads“. So wird das unbewusste und unbeabsichtigte Herunterladen von Dateien bezeichnet. Eine Webpräsenz oder eine Werbeanzeige kann so manipuliert werden, dass bereits der Abruf der Webseite dazu führen kann, dass Schadsoftware automatisch auf den Rechner des Opfers heruntergeladen und installiert wird.

Wie nutzen Hacker DDoS-Attacken?

Bei DDoS-Attacken (Distributet-Denial-of-Service-Attacken) handelt es sich um Überlastungsangriffe, durch deren Einsatz Server und Webdienste zeitweise unbrauchbar gemacht werden. Hacker versuchen mit dieser Methode u. a. Schutzgeld von Unternehmen zu erpressen, deren Online-Angebote durch einen längeren Ausfall einen Imageschaden erleiden würden, sodass dadurch die Nutzerzahlen ihrer Online-Dienste auf dem Spiel stehen könnten. Damit eine DDoS-Attacke erfolgreich verläuft, muss der Angreifer genügend infizierte Computer zur Verfügung haben, um einen ausreichend großen Traffic generieren zu können. Deshalb setzen Hacker bei einer Überlastungsattacke in der Regel ein Botnetz ein. Diese digitale Zombie-Armee setzt sich aus infizierten Geräten zusammen, die mit dem Internet verbunden sind. Deren Besitzer bekommen in den meisten Fällen gar nicht mit, dass ihr Computer oder Tablet-PC für DDoS-Attacken missbraucht wird.

Die Lieblingstools

Hacker bedienen sich einer Vielzahl unterschiedlicher Schadsoftware-Programme, um in Computernetzwerke einzudringen und Daten zu stehlen. Als Schadsoftware (Malware) werden alle Computerprogramme und Codefragmente bezeichnet, die unerwünschte oder schädliche Handlungen auf einem Computersystem ausführen, wie beispielsweise Ausspähen von Nutzerverhalten. Traditionelle Antiviren-Lösungen sollen solche Programme erkennen und automatisch entfernen können. In den meisten Fällen reicht ein einfaches Antivirenprogramm aus, um gängige Schadsoftware vom Rechner fernzuhalten.

Problematisch wird es jedoch bei den sogenannten „Zero-Day-Lücken“. Hierbei handelt es sich um Sicherheitslücken, die dem Hersteller noch nicht bekannt sind und somit auch noch nicht gepatcht werden konnten. Hackertools, die sich Zero-Day-Schwachstellen zunutze machen, werden „Zero-Day-Exploits“ genannt. Diese Art der Exploits ist in der IT-Branche sehr wertvoll. Denn Hersteller möchten von Schwachstellen in ihren Systemen zuerst erfahren, weshalb Belohnungen für Hinweise angeboten werden. Auf dem Schwarzmarkt können Zero-Days Cyberkriminellen jedoch viel mehr Geld einbringen.

Wie gefährlich Zero-Day-Exploits wirklich sind, zeigte WannaCry im Jahr 2017. Der Erpressungstrojaner nutzte einen Zero-Day-Exploit namens „Eternal Blue“, um sich rasend schnell zu verbreiten und weltweit Millionen von Rechnern zu infizieren.

Kann man sich schützen?

Die schlechte Nachricht lautet, dass prinzipiell jedes System gehackt werden kann. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie schnell und wie leicht ist es für den Hacker, Zugang zu einem bestimmten Computersystem zu erlangen. Es sind unterschiedliche Tools, wie beispielsweise OpenVAS erhältlich, die Ihnen dabei helfen können, eine Vulnerability-Analyse Ihres Computersystems oder Netzwerks durchzuführen.

Die Begriffe „IT-Sicherheit“ sowie „Informationssicherheit“ werden oftmals fälschlicherweise als Synonyme in unserem täglichen Sprachgebrauch verwendet. Schlimmer noch: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich in einem Unternehmen falsch Begriffe etablieren und daraus ein ausgewachsenes Verständnisproblem entsteht. Eine klare Abgrenzung von IT-Sicherheit und Informationssicherheit ist daher zwingend notwendig und von international geltenden Standards auch genau so gewollt.

Die Informationssicherheit

Der Begriff Informationssicherheit ist unter Experten wohl die Bezeichnung, welcher an Bedeutung zukommt. Die Bezeichnung orientiert sich sowohl am IT-Grundschutzkatalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie der internationale Sicherheitsstandard ISO 27001/27002. Im Vordergrund steht der Schutz von Daten und Informationen in analoger sowie digitaler Form, welche einen Bezug zu personenbezogenen Daten haben. Die IT-Sicherheit wird hierbei letztendlich als ein wichtiger Bestandteil der Informationssicherheit angesehen.

Die wichtigsten IT-Sicherheitsbegriffe

Grundsätzlich besteht die Informationssicherheit unter anderem aus den Schutzwerten der „Vertraulichkeit“, „Integrität“ und „Verfügbarkeit“, um Informationen ein angemessenes Schutzniveau zukommen zu lassen. Im Rahmen einer so genannten (Erweiterten) Bestandsanalyse/Schutzbedarfsanalyse, welche fester Bestandteil des BSI-Grundschutzkataloges sowie der ISO 27001 ist, werden alle IT-Systeme (Räume, Server, Anwendungen, Netzwerkkomponenten, etc.) erfasst und auf die erwähnten Schutzwerte hin in Kombination mit der Bedeutung für das Unternehmen bewertet. Darauf basierend gewinnen sowohl die Geschäftsleitung sowie alle jeweils betroffenen Abteilungen einen sehr genauen Überblick über die vorherrschende Unternehmensstruktur. Darüber hinaus sollte die hier erfassten Daten unbedingt für ein das anschließende Risikomanagement zur Verfügung stehen, um Informationen vor potentiell möglichen Gefahren einer „Akzeptanz“, „Minderung“, oder „Vermeidung“ unterordnen zu können.

 

Grundsätzlich lässt sich also festhalten, dass die Informationssicherheit nicht nur IT-Komponenten, sondern auch technische sowie nicht-technische System in ihrer Grundidee berücksichtigt. Das oberste Ziel ist hierbei in einer so genannten Sicherheitsleitlinie festzuhalten, welche den Schutz vor Gefahren und Bedrohungen sowie wirtschaftlichen Schäden beinhaltet.

Die IT-Sicherheit in Unternehmen

Auch wenn die IT-Sicherheit lediglich einen Teil der Informationssicherheit darstellt, ist sie nicht weniger wichtig und vielmehr als ein notwendiger Baustein für den optimalen Schutz vor Gefahren und Bedrohungen (personenbezogener) Daten und Informationen. IT-Sicherheit beschränkt sich ausschließlich auf elektronisch gespeicherte Informationen sowie IT-Systeme. Oft sind IT-Abteilungen der Auffassung, dass die IT-Sicherheit ausnahmslos dem Schutz des technischen Verarbeitungsvorgangs von Informationen dient. Fakt ist jedoch, dass bei der IT-Sicherheit eine möglichst fehlerfreie und zuverlässige Funktion aller zum Einsatz kommenden IT-Systeme im Mittelpunkt steht.

Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Schutzwerte „Vertraulichkeit“, „Integrität“ und „Verfügbarkeit“ beinhaltet die IT-Sicherheit alle hierfür notwendigen Planungen, Maßnahmen sowie Kontrollmechanismen, welche letztendlich dem Schutz der IT-Infrastruktur dienen. Alle IT-Komponenten unterliegen im Idealfall dem Business-Continuity-Management, welches seinerseits die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs zum Ziel hat.

IT-Sicherheit in der Praxis

Im Gegensatz zur Datensicherheit oder Informationssicherheit orientiert sich die IT-Sicherheit nicht nur am Schutz personenbezogener Daten. Vielmehr steht bei der IT-Sicherheit alle Informationen im Fokus, die einem bestimmten Schutzbedürfnis aus der Bestandsanalyse/Schutzbedarfsanalyse unterliegen.

Sicherheit für die internen Systeme

In der Praxis berücksichtigt die IT-Sicherheit in der Regel Desktop-PCs, Tablet und Smartphones sowie Notebooks, welche Mitarbeiter eines Unternehmens zur Erfüllung ihrer Aufgaben erhalten. Zusammengefasst handelt es sich hierbei um Endpoint Security. Im Bereich der Betriebssystemsicherheit sowie Applikationssicherheit spielen, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, alle auf den Endgeräten installierten Betriebssystem sowie Anwendungen eine wichtige Rolle.

Aufgrund der zunehmenden Komplexität von IT-Systemen gilt es heutzutage als obligatorisch, dass Endgeräte sowie Anwendung weit über das Unternehmensnetzwerk hinaus über das Internet kommunizieren. Dieser Umstand ist ebenfalls ein wichtiger Faktor im Rahmen der IT-Sicherheit, welcher in all seinen Facetten von den Verantwortlichen sowie der Geschäftsleitung in gemeinsamer Abstimmung beleuchtet werden muss.

Red Hat, innovative Open-Source-Lösungen, kurz vorgestellt

Wer sich über ein geeignetes Server-Betriebssystem oder über Cloud-Anwendungen Gedanken macht, stößt über kurz oder lang auf Red Hat. Was ist Red Hat und wofür steht der rote Hut als Markenzeichen?

Der Begriff Red Hat kennzeichnet sowohl das amerikanische Software-Unternehmen als auch die gleichnamigen Linux-Distributionen. Der rote Hut symbolisiert das Engagement von Red Hat als Agent im Einsatz für Open Source in der digitalen Welt.

Die Geschichte der Entwicklung von Red Hat

Das weltweit agierende Unternehmen Red Hat wurde im Jahr 1993 gegründet und hat seinen Hauptsitz im nordamerikanischen Raleigh, North Carolina.

Das Unternehmen hat sich mit seinen Produkten dem Dienst an der Entwicklung von Open Source verschrieben. Anders als häufig gemeint, bedeutet Open Source dabei nicht immer kostenlos, sondern quelloffen, d. h. der Quellcode der Software ist für jedermann einsehbar.
Die ursprünglich kostenfreie Distrubution Red Hat Linux (RHL) wurde bereits 1994 vorgestellt und zählt damit zu den ältesten Linux-Distributionen.

2003 wurde die freie, nicht kommerzielle Distribution von Red Hat eingestellt und wird seitdem als eigenes Projekt von der Fedora Community fortgeführt. Das Unternehmen Red Hat konzentriert sich nun auf kommerzielle Open-Source-Lösungen für den Unternehmensbereich, u. a. mit dem Projekt Red Hat Enterprise Linux (RHEL).

RHEL gilt unter den Linux-Distributionen im unternehmsbezogenen Anwendungsbereich als Markt- und Innovationsführer. Sie wird seit vielen Jahren durch eine Vielzahl unabhängiger Software-Hersteller im Unternehmensbereich unterstützt u. a. von SAP und Oracle. RHEL zeichnet sich durch lange und stabile Laufzeitzyklen von rund 10 Jahren pro Version aus und gewährleistet damit unternehmerische Planungssicherheit.

Unter Berücksichtigung der Quelloffenheit des Systems hat das Unternehmen Red Hat zur Betreuung seiner Firmenkunden ein besonderes Lizenzsystem eingeführt. Die Nutzung von RHEL wird mit dem Abschluss verschiedener kostenpflichtige Supportverträge (Subskriptionsmodell) verknüpft.

Seit Ende 2018 gehört das Unternehmen Red Hat zum IBM-Konzern. Mit rund 30 Milliarden Euro gehört dies zu den größten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte von IBM.

Red Hat heute

Das Geschäftsfeld von Red Hat konzentriert sich beim IBM-Konzern heute auf zunehmend auf Unternehmensanwendungen im Cloud Computing, hier vor allem im Feld der Hybrid-Cloud-Lösungen.

Unternehmen jeder Branche und Größe wenden sich zunehmend Cloud-Anwendungen zu. Sie benötigen vor allem flexible, hybride Lösungen und Multi-Cloud-Services. Ziel ist es, die eigenen Server mit unterschiedlichsten Cloud-Plattformen sowie Cloud-Services zu verbinden und diese gemeinsam zu nutzen. Open-Source stellt aufgrund der Quelloffenheit oftmals eine sinnvollere Atlernative dar, als proprietäre, d. h. geschlossene Cloud-Lösungen.

Daher ist es auch erklärtes Ziel von IBM, die Unabhängigkeit von Red Hat im Bereich Open-Source zu wahren und fortzuführen. Nicht ohne Grund zählt Red Hat seit Jahren als zu den Innovationführern und Vordenkern im Bereich der Open-Source-Anwendungen.

Das Unternehmen Red Hat bietet im IBM-Konzern ein umfangreiches Produktportfolio an, darunter Lösungen für Hybrid-Cloud-Infrastrukturen und Middleware. Agile Integration sowie cloudnative Anwendungsentwicklung kommen hinzu, ebenso wie Services zum Management und zur Automatisierung. Auch die Entwicklung von Container-Technologien und das Kubernetes-Projektes werden von Red Hat beim Cloud Computing unterstützt.

Red Hat bietet Unternehmen jeder Größe Technologien, die diese im Zeitalter der digitalen Transformation sowie Vernetzung zukunftsfähig machen und ihnen die notwendige Anpassungsfähigkeit ermöglichen.

Für kleinere Unternehmen: CentOS

RHEL ist als kostenpflichtiges Linux-Betriebssystem eher im Hochpreissegment angesiedelt und wird von Red Hat nur in Verbindung mit den zugehörigen Supportverträgen geliefert. Daher kommt es in der Regel auf den Servern großer Unternehmen zum Einsatz.

Kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) haben die Möglichkeit, auf CentOS als Alternative auszuweichen. Das sog. Community Enterprise Operating System gehört zu neben Debian und Ubuntu mittlerweile zu den erfolgreichsten Linux-Distributionen. CentOS legt bei der Entwicklung Wert darauf, möglichst langfristig einsetzbar und stabil zu sein. Dies wiederum führt dazu, dass es häufig auf Servern zur Anwendung kommt.

Engagierte Entwickler

CentOS basiert als Gemeinschaftprojekt freiwilliger Softwareentwickler auf der Red Hat Enterprise Linux-Distribution (RHEL). Möglich ist dies dadurch, dass Red Hat die Quellpakete von RHEL als Open Source im Internet zur Verfügung stellt. Damit konnten engagierte Entwickler im Projekt CentOS eine mit RHEL-kompatible eigene Linux-Distribution schaffen. Aktuell unterstützt Red Hat das Projekt CentOS Stream, ein sog. Rolling Release. CentOS bietet damit eine Beta-Version kommender Versionen von RHEL an.

Die Binärkompatibilität bringt es mit sich, dass Unternehmen die Vorteile von RHEL nebst zugehöriger freier Software nutzen können, ohne sich an entsprechende Supportverträge binden zu müssen. Eine kurze zeitliche Verzögerung, die die um meist zwei bis drei Monate gegenüber RHEL nachgelagerte Entwicklung der jeweils neuesten Version von CentOS mit sich bringt, fällt demgegenüber nicht sehr ins Gewicht.

Digitale Transformation – die richtigen Entscheidungen treffen

Professionelle Systemhäuser unterstützen Sie mit Erfahrung und Sachverstand bei der richtigen Entscheidung für die IT-Landschaft Ihres Unternehmens. Welche IT-Lösungen Sie am Ende für Ihr Unternehmen auch bevorzugen, ob ausschließlich eigene Server, Hybrid- und /oder Multi-Cloud-Modelle: Ziehen Sie frühzeitig qualifizierte IT-Fachleute für Ihr Unternehmen hinzu. So gelingt es Ihnen, den digitalen Wandel zu meistern und Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft digitaler Transformation zu führen.

Das Open Vulnerability Assessment System (OpenVAS) ist ein Framework zum Aufspüren von Schwachstellen in Netzwerken. Es gilt als Standardwerkzeug von Penetration Testern. Gleichermaßen nutzen es auch Administratoren zur Überwachung von Netzwerken. Die Software wird kostenfrei unter der GPL-Lizenz angeboten. Sie ist unter Linux und FreeBSD lauffähig. Der Quellcode kann über die Entwicklerplattform GitHub bezogen werden.

Herkunft und Entwicklung von OpenVAS

OpenVAS hat seinen Ursprung im Schwachstellenscanner Nessus. Als dieser im Jahr 2005 nur noch kommerziell vermarktet wurde, bildete sich das OpenVAS-Projekt auf Basis der letzten freien Version von Nessus. Entwickler ist seitdem die Osnabrücker Firma Greenbone. Neben der Entwicklung von OpenVAS, bietet Greenbone mit der Software vorkonfigurierte Server an. Das gesamte Framework wurde 2017 in Greenbone Vulnerability Management (GVM) umbenannt. Seit 2019 ist OpenVAS nur noch die Bezeichnung für den eigentlichen Schwachstellen-Scanner.

Funktionsweise von OpenVAS

OpenVAS läuft in mehreren Server-Diensten auf dem ausführenden Rechner. Daher ist es möglich, das Framework auf einem leistungsfähigen Server arbeiten zu lassen und die Bedienung von einem anderen Rechner im Netz vorzunehmen. Die Software greift auf eine umfangreiche Datenbank zu, in der Merkmale und Schwachstellen von Betriebssystemen sowie Softwareprodukten hinterlegt sind. Diese werden als Feeds bezeichnet. Den größten Anteil machen die Network Vulnerability Tests (NVT) aus. Dies sind vorkonfigurierte Scans, von denen über 50.000 zugreifbar sind. Die Feeds können abonniert werden und der Bestand wird regelmäßig erneuert. Der Schwachstellentest läuft in mehreren Stufen ab. Nach einem Portscan werden erkannte Betriebssysteme und Softwareprodukte auf bekannte Lücken und Konfigurationsfehler hin untersucht. Dies betrifft beispielsweise auf dem untersuchten System laufende Dienste wie SSH oder den Webserver. Nach Abschluss des Scans wird ein Bericht erstellt. Zudem gibt es grafische Darstellungen der Resultate, wie eine Übersicht von Rechnern im gescannten Netzwerk.

Installation von OpenVAS

Vor der Installation müssen einige softwareseitige Voraussetzungen erfüllt werden. Diese betreffen beispielsweise TLS, SSH und die Bibliothek Libpcap, die erforderlich ist, um Netzwerkverkehr im bekannten Format PCAP verarbeiten zu können. Die Software muss für den Rechner, auf dem es zum Einsatz kommen soll, kompiliert werden. Eine detaillierte Anleitung und Hilfe bei der Installation werden sowohl auf Github, als auch im Community-Forum gegeben. Zudem bietet Greenbone kostenfrei virtuelle Maschinen mit der vorinstallierten Software an. Dazu, wie bereits erwähnt, kommerzielle, mit GVM vorkonfigurierte Hardware-Lösungen. Für Distributionen wie CentOS, Fedora/RHEL (Red Hat Enterprise Linux) und Ubuntu werden Installationspakete bereitgestellt. Besonders einfach lässt sich OpenVAS unter KALI-Linux installieren, da die Abhängigkeiten durch die vorinstallierte Software schon nahezu komplett erfüllt sind.

Bedienung und Ablauf eines Scans

Die Bedienoberfläche von OpenVAS kann standardmäßig über den Browser unter der IP-Adresse des ausführenden Rechners und dem Port 9392 aufgerufen werden. Bei Aufruf vom ausführenden Rechner selber, entsprechend über die Loopbackadresse 127.0.0.1.

Die Bedienoberfläche gliedert sich in die folgenden Menüpunkte:

-Dashboard: Ist die Start- und Übersichtsseite. Es werden grafische Übersichten zu vorangegangenen Scans (sog. Tasks), Topologien gescannter Netze und zur Verfügung stehende NVTs angezeigt.

-Scans: In diesem Menüpunkt kann die Scans als Tasks konfigurieren und starten. Dabei kann auf Vorlagen aus den NVTs zurückgegriffen werden. Auch eine zeitgesteuerte Ausführung ist wählbar. Weiterhin finden sich hier Resultate und Berichte vorangegangener Scans.

-Assets: Entsprechend der wörtlichen Übersetzung „Anlagen“ befinden sich dort Informationen über Routing zum gescannten Ziel, sowie festgestellte Betriebssysteme.

-SecInfo: Steht für Security Information. Hier findet man die Übersicht für die NVTs und veröffentlichte Schwachstellen. Eine Quelle ist das Emergency Response Team der Bundesverwaltung (CERT-Bund).

-Configuration: Im Bereich der Konfiguration lassen sich beispielsweise Scans konfigurieren und Formate für die Reporte festlegen.

-Extras: Hierunter befinden sich persönliche Einstellungen und der Status der Feeds.

-Administration: Dieser Menüpunkt ist unter anderem für die Benutzerverwaltung des OpenVAS-Systems gedacht. Hier können auch Gruppen und Rollen festgelegt werden.

-Help: Beinhaltet die ausführliche Hilfe.

Alternativ kann OpenVAS über die Kommandozeile bedient werden. Dies ist vorteilhaft, wenn es zur ständigen Überwachung (Monitoring) im Netz verwendet werden soll. Dann lassen sich die Ergebnisse beispielsweise über Shell-Skripte weiterverarbeiten. Zudem gibt es mit dem OpenVAS-Manager eine Client-Software zur Bedienung. Diese ist in den Repositiories einiger Linux-Distributionen enthalten.

Es können IP-Adressen einzelner Rechner oder ganze IP-Ranges (Bereiche von Adressen in einem Netzwerk) als Ziel gewählt werden. Die Scantiefe ist einstellbar. Sie reicht von einer schnellen, oberflächlichen Prüfung festgestellter Systeme und deren offenen Ports, hin zu einer intensiven Untersuchung einzelner Anwendungen. Eine Stärke von OpenVAS sind die ausführlichen Berichte. Sofern Verwundbarkeiten festgestellt werden, die auf Softwarelücken basieren,  dann erfolgt zum Beispiel eine Zuordnung zur CVE-Nummer (Common Vulnerabilities and Exposures). Hierbei handelt es sich um Nummern, die von Experten gemeldeten Sicherheitslücken („Exploits“) zur eindeutigen Unterscheidbarkeit zugeteilt werden. Dies erleichtert es dem Administrator, konkrete Maßnahmen zur Beseitigung des Sicherheitsproblems zu treffen.

Empfehlung durch das BSI

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt auf seiner Webpräsenz die Nutzung von OpenVAS. Es unterstützt die Entwicklung von Funktionen der Software und von NVTs. Zudem nutzt es die Software zum Einsatz bei Bundesbehörden und bietet diesen Schulungen und Support.

Firewall

Vom Grundsatz her ist eine Firewall ein Schutzmechanismus, der geschaffen worden ist, um verschiedene Netzwerke und deren Bereiche voneinander zu trennen bzw. die Festplatte Ihres Rechners in verschiedene Segmente zu teilen. Das bedeutet – zum besseren Verständnis – dass sie permanent Ihre eingehenden und abgehenden Daten auf gefährliche Inhalte hin prüft, die Ihrem Computer schaden können.

Die Firewall leitet die jeweiligen Daten in die richtige Richtung, so dass diese auch nur in den jeweiligen Bereichen ankommen. Bevor dieser Schutz aber greifen kann, sind im Vorfeld Regeln zu definieren, nach denen Datenein– und –ausgänge entsprechend überwacht, gefiltert und geöffnet werden können.

Wozu benötige ich eine einen solchen Schutz?

Sie brauchen die Firewall aus einem einzigen Grund: Ihren PC und Ihr Netzwerk vor schädlichen Daten zu schützen. Sie ist die Basis eines jeden Sicherheitskonzeptes im IT-Bereich, sowohl für Software als auch für Hardware.

Durch die Nutzung dieses Instruments verhindern Sie den Angriff auf Ihre gespeicherten Daten. Denken Sie einmal zurück! Zu Beginn des Internets war es normal, dass ein PC direkt mit dem Netz verbunden war. Damals wurden Viren und Angriffe in Sekundenschnelle gestartet und durchgeführt. Ihr PC war offen für jeden Angriff und den Diebstahl Ihrer Daten. Mit einer entsprechenden Sicherheitslösung wären die damals berühmt, berüchtigten Viren und Würmer wie beispielsweise der SQL-Slammer gar nicht erst bis zu Ihrem Computer vorgedrungen.

Heute sind Firewalls obligatorisch

Heute gehört es zum Standard in der Grundausstattung, da fast jeder PC vom Grunde her bereits über eine entsprechende Firewall-Software verfügt. Aber auch Router und Server sind mittlerweile mit entsprechenden Mitteln modifiziert, so dass Schadsoftware auf dem direkten Wege kaum noch eine Chance hat. Auch weil die meisten Anwender sich gar nicht erst mit dieser Materie befassen möchten.

Die Firewall erleichtert Ihnen also das PC-Leben ungemein. Voraussetzung einer ständigen Sicherheit ist jedoch, dass Sie dieses Instrument niemals ausschalten. Wenn Sie diese Regel befolgen, haben Sie schon einen ausreichend großen Schutz und offene Ports etc. sind Nebensache.

Aber nicht nur der eingehende Verkehr kann geblockt werden. Die Firewall arbeitet auch nach außen hin. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Schadsoftware versucht, einen Kontrollserver zu erreichen. Es ist also festzuhalten, dass die Firewall durchaus sehr starken Einfluss auf Ihren Netzverkehr haben kann.

Wo liegt die Firewall?

FirewallDer Schutzmechanismus kann an verschiedenen Orten hinterlegt sein. In der Regel finden Sie ihn in Ihrem privaten heimischen Netzwerk direkt auf Ihrem PC. Hier ist sie als Bestandteil der Sicherheitslösung direkt installiert.

Zusätzlich kann es sein, dass Sie eine weitere Firewall auf Ihrem Router finden. Solche Router werden auch als Hardware-Firewall bezeichnet. Somit wird im Endeffekt Ihr eigenes Netzwerk vom Rest der Welt getrennt und geschützt.

Hardware-Firewalls lassen sich zudem häufig in Firmennetzwerken finden. Diese haben zwar den gleichen Auftrag wie Ihre heimische Firewall, sind aber wesentlich umfangreicher gestaltet. Zudem werden hierbei auch noch gesonderte Geräte mit einbezogen.

Auch kann es hier vorkommen, dass das gesamte Netzwerk in mehrere kleinere Bereiche aufgeteilt wird. So werden kontrollierte Übergänge geschaffen und verschiedene Segmente voneinander getrennt. Private Hardware kann aufgrund dieser Spezifikationen beispielsweise nicht auf Daten des Firmennetzwerks zugreifen.

Einrichtung

Netzwerke eintragen

Hier können Sie alle Netzwerke eintragen, mit denen Ihr PC verbunden ist und auf welche Sie zugreifen möchten oder müssen. Sie definieren auch die Firewall für jedes einzelne Netzwerk individuell. So können Sie je nach Netzwerk unterschiedliche Schutzfunktionen einrichten und nutzen.

Den Sicherheitsgrad selbst bestimmen

Sie haben die Möglichkeit, Ihren Schutz selber zu definieren. Bei den Einstellungen finden Sie die Möglichkeit, dies festzulegen. Sie können die Firewall automatisch arbeiten lassen oder eigene Regeln definieren.

Auch die Sicherheitsstufe können Sie hier nach Ihrem jeweiligen Bedarf anpassen. Diese reicht von niedrig bis hoch. Sie sollten diese Einstellung davon abhängig machen, ob Sie sich einem gesicherten oder offenen Netz befinden.

Regeln festlegen

Unter diesem Punkt haben Sie die Möglichkeit, die Regeln für Ihre Firewall zu definieren. Mit Hilfe dieser Regeln können Sie verhindern, dass bestimmte Anwendungen auf das Internet und Programme aus dem Internet auf Ihre Daten zugreifen können.

Regeln für Nachfragen

Nachfragen helfen Ihnen dabei, inwieweit die Firewall selbständig arbeiten soll. Mit einer absoluten Selbständigkeit kann es durchaus vorkommen, dass Ihre Firewall Daten blockiert, auf die Sie aber Zugriff haben möchten. Mit der Funktion nachfragen können Sie hier endgültig selber das ok geben oder den Inhalt sperren.

Schädliche Veränderungen

Mit Hilfe der Referenzprüfung erkennt Ihre Firewall, ob es Veränderungen an Ihren Anwendungen und Programmen gab. Das ist vor allem dann der Fall, wenn ein Programm, dem Sie Zugriffe auf das Internet eingeräumt haben, mit einem Virus infiziert worden ist.

Was macht eine Firewall?

Die Frage nach der Arbeitsweise der Sicherheitslösungen ist auch für Sie als Anwender vom Grundsatz her interessant. Dabei sind die Funktionen sehr unterschiedlich. Zum besseren Verständnis sollten Sie einmal etwas abstrakt denken.

Stellen Sie sich das Programm als eine Art Türsteher vor. Eine standardisierte Variante arbeitet einfach nach statischen Regelsätzen. Diese Paketfilter schauen lediglich darauf, wer Absender bzw. Adressat des jeweiligen Datenpakets ist und entscheiden dann über den weiteren Fortlauf.

Die dynamische Methode

Eine andere Methode ist die stateful inspection. Hierbei handelt es sich um einen dynamischen Paketfilter. Die bereits erwähnten statischen Regeln können hier von Ihnen erweitert werden. Sie können hiermit auch den Verbindungsstatus des jeweiligen Datensatzes überprüfen.

Sie finden so heraus, ob der Adressat den Datensatz erhalten kann und auch will. Bei einer positiven Verbindung werden alle weiteren Schritte wieder nach bestimmten Gesichtspunkten geprüft.

Die Proxy-Firewall

Die nächste Option ist die Proxy-Firewall. Hier wird bereits auf der Ebene der Applikationen Ihre Prüfung vorgenommen. Nicht nur die Datensätze überprüft Ihre Firewall, sondern auch den jeweiligen Inhalt. Mit dieser Deep Packet Inspection können auch mehrere Datensätze vom Ihrer Sicherheitseinrichtung geblockt werden.

Eine endgültige Weitergabe erfolgt erst dann, wenn sicher ist, dass keine Gefahr vorliegt. Mit der Proxy-Lösung ist es Ihnen möglich, aktive Webseiteninhalte zu sperren. Somit ist das Risiko eines Virenbefalls Ihres Rechners oder Netzwerkes noch einmal drastisch reduziert.

Woher kommt der Name?

Der Begriff stammt aus der Historie. Früher wurden Städte und Gebäudekomplexe mit sogenannten Brandschutzmauern verstärkt. Diese hatten eine ähnliche Funktion wie die Sicherheiutssoftware auf Ihrem Rechner.

Die Mauer trennt verschiedene Abschnitte voneinander und verhindert so, dass beide gleichzeitig Feuer fangen. Wie bereits erläutert, macht die Firewall das gleiche auf Ihrem PC oder in Ihrem Netzwerk. Sie bewirkt, dass ein Übergreifen eines Virus von einem Bereich in den anderen unterbleibt.