Beiträge

SuSE ist eine der ältesten Linux-Distributionen und hat seinen Ursprung in Deutschland. Bereits 1994 wurde die Gesellschaft für Software und Systementwicklung in Nürnberg gegründet. Zur damaligen Zeit war das 1991 von Linus Torvalds entwickelte Linux, welches seit 1992 unter der GNU GPL-Lizenz frei verfügbar ist, noch ein Exot unter den Betriebssystemen. Inzwischen gibt es unzählige Distributionen und SuSE ist eine der etabliertesten von ihnen.

Ein paar Daten zur Historie

Zunächst vertrieb SuSE eine modifizierte und ins Deutsche übersetzte Version von Slackware-Linux. Die erste eigene Distribution wurde 1996 veröffentlicht. Dabei verfolgte SuSE von Anfang an das Konzept, das eigentlich kostenlos verfügbare Linux speziell für Firmen anzupassen und dann kostenpflichtig mit entsprechendem Support anzubieten. Parallel wurde eine günstigere Variante für Privatkunden auf den Markt gebracht. In den folgenden Jahren gab es mehrere Wechsel in den Besitzverhältnissen. 2003 wurde SuSE durch Novell, den Spezialisten für Netzwerkbetriebssysteme, übernommen, 2014 durch die Micro Focus Group.

Die kostenlose Variante openSuSE

Für Privatanwender gibt es das inzwischen kostenfreie openSuSE-Linux. Hiervon profitieren Anwender wie Entwickler gleichermaßen. Als privater Nutzer kommt man gratis in den Genuss eines ausgereiften und permanent weiterentwickelten Betriebssystems. Die Entwickler wiederum nutzen die Arbeit und die Erfahrungen der openSuSE-Community, die beispielsweise Video-Codecs und Grafikkartentreiber zur Verfügung stellt. Außerdem werden durch die größere Anzahl an Nutzern schneller Fehler gemeldet und können zeitnah behoben werden. Bemerkenswert ist, dass auch die freie Version über das mächtige Systemkonfigurationstool YaST verfügt. Hiermit können unter anderem komfortabel Hardwarekomponenten und Softwarepakete installiert werden. Die aktuellste Version von openSuSE trägt die Versionsnummer 15.1 und die Zusatzbezeichnung Leap.

SuSE Linux Enterprise Desktop für Firmen

Die kommerzielle Version für den Desktop-PC ist zur Nutzung durch gewerbliche Nutzer vorgesehen. Sie bietet eine gute Kompatibilität zu Netzwerkkomponenten, wie Microsofts Active Directory und Exchange. Ebenso zu Produkten von Novell und anderen Anbietern. Besonderer Schwerpunkt ist der persönliche Support der Anwender, der in verschiedenen Ausführungen gebucht werden kann. Zur lokalen Administration ist der SuSE Manager vorgesehen, der beispielsweise das zentrale Ausrollen von Updates und die Konfiguration der Clients erlaubt. Die neueste Enterprise-Version für den Desktop hat die Versionsnummer 15.

SuSE Linux Enterprise Server

Die Server-Variante der Distribution ist das Spitzenprodukt und Schwerpunkt des Unternehmens. Sie wird für unterschiedliche Plattformen angeboten und trägt aktuell ebenfalls die Versionsnummer 15. SLES,so die Abkürzung, ist sowohl für die Architektur x86-64 als auch für ARM-Prozessoren verwendbar. Zudem gibt es eine enge Zusammenarbeit mit IBM, die eine Abstimmung von Hard- und Software der beiden Unternehmen erlaubt. Als Folge daraus eignet sich SLES für einen Betrieb auf deren Architektur IBM Power. Es gibt eine Ausführung für den IBM-Cloudserver LinuxONE und den IBM-Großrechner zSystems. Auch mit dem deutschen Server-Softwarehersteller SAP gibt es eine Zusammenarbeit. Dadurch ist eine spezielle Ausführung von SLES verfügbar, auf der SAP-Produkte eingesetzt werden können. Sogar eine Version für den Einsatz auf einem Raspberry PI ist verfügbar.

SuSE Enterprise Workstation und SuSE Embedded

Es werden noch zwei weitere Produkte von SuSE angeboten. Eine Version zum Einsatz für Embedded-Geräte und eine Server-Erweiterung, die für einen Einsatz auf Workstations optimiert ist.

Stärken von SuSE

Herausragendes Merkmal ist das bereits erwähnte Konfigurationswerkzeug YaST, dessen Name eine Abkürzung für Yet another Setup Tool ist. Was heute in vielen Distributionen eine Selbstverständlichkeit ist, war in den Anfangsjahren von Linux ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Während Programme in anderen Linux-Ausführungen zumeist mithilfe der Kommandozeile kompiliert werden mussten und kompatible Treiber für Hardware oft nur nach mühsamer Recherche aufgetan werden konnte, bot YaST hierfür eine grafische Oberfläche. YaST wurde permanent weiterentwickelt und ist fungiert inzwischen als zentrale Systemverwaltung für Hard- und Software sowie Einstellungen aller Art.

Vorteilhaft für Anwender im deutschsprachigen Raum ist es, dass das Unternehmen  wieder in Nürnberg seinen Hauptsitz hat. Dadurch ist eine Anpassung auf lokale Bedürfnisse besser gewährleistet. Auch die Verbindung mit  Anbietern bringt Vorteile für den Support. Immer wenn mehrere voneinander unabhängige Unternehmen beteiligt sind, kann es  zu Problemen führen, wenn die Schnittstellen von beiden für Fehler verantwortlich sein könnten.

Mögliche Nachteile

Grundsätzlich hat Linux, gerade bei den Endanwendern im gewerblichen Bereich, nicht den Status und die Akzeptanz von Microsoft Windows oder Apple OSX. Hier kann zusätzlicher Schulungsaufwand oder auch nur Überzeugungsarbeit notwendig sein. Praktische Probleme treten erfahrungsgemäß dann auf, wenn verbreitete Dateiformate nicht verarbeitet werden können. Dies bedeutet zusätzlichen Aufwand, wenn es zwingend notwendig ist auf Software wie Microsoft Office zuzugreifen oder damit erstellte Dateien zu öffnen. Auch ist die Auswahl an Software für Linux-Betriebssysteme immer noch geringer.

Verbreitung

Innerhalb der Linux-Distributionen gehört SuSE laut Distrowatch.com seit Jahren konstant zu den zehn verbreitetsten Distributionen. Insgesamt hat Linux unter den Betriebssystemen allerdings weltweit eine Verbreitung von unter zwei Prozent im Bereich der Desktop-PC. Im Server-Bereich ist SuSE insbesondere im deutschsprachigen Raum häufig anzutreffen und wird auch von zahlreichen Hostern standardmäßig angeboten.

Bei Debian handelt es sich um ein gemeinschaftlich entwickeltes Betriebssystem, welches als kostenloser Download zur Verfügung gestellt wird. Debian basiert größtenteils auf den grundlegenden Komponenten des GNU-Projekts und einem Teil des Linux-Kernels. Aktuell befindet sich das freie Betriebssystem in der 11. Version, die unter dem Namen Bullseye erhältlich ist. Debian erfreut sich einer gigantischen Nutzergemeinde, die aktiv an der Entwicklung des Betriebssystems und der dazugehörigen Programmpakete beteiligt ist. Aktuell sind rund 60000 unterschiedliche Programmpakete für Debian erhältlich.

Entwicklungsgeschichte dieser Linux-Variante

Das Debian-Projekt wurde im Jahr 1993 von dem US-amerikanischen Informatiker Ian Murdock ins Leben gerufen und wird seitdem fortwährend weiterentwickelt und wird kontinuierlich mit neuen Funktionen und Features versehen. Der Name Debian leitet sich aus dem Namen des Gründers und seiner Lebensgefährtin Debra Lynn ab (Deb+Ian). Debian hat sich im Laufe der Zeit als eines der meistgenutzten freien Betriebssysteme auf Basis des Linux-Kernels etabliert. Das freie Betriebssystem kommt bei vielen anderen Linux-Distributionen zum Einsatz. Das bekannteste und meistgenutzte Debian-Derivat ist Ubuntu‎, das von Millionen von Nutzern weltweit genutzt wird. Debian ist in erster Linie für seine innovative Paketverwaltung „dpkg“ und deren Frontend „APT“ bekannt. Diese ermöglichen ältere Versionen von Debian schnell und unkompliziert durch aktuelle zu ersetzen oder neue Programmpakete zu installieren. Sie sind ebenso dafür zuständig, alle externen Abhängigkeiten von einem Programm automatisch zu laden und zu installieren.

Organisation

Das Betriebssystem wird von mehr als 1000 Software-Entwicklern betreut, die kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Systems arbeiten. Ein Debian-Entwickler kann jeder Programmierer werden, der über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt und den sogenannten „New-Member-Prozess“ erfolgreich meistert. Alle Bewerber werden hinsichtlich ihrer Kenntnisse ausgiebig geprüft. Das Debian-Projekt wird durch die sogenannte „Debian-Verfassung“ konstituiert. Mit dieser wird die demokratische Organisationsstruktur durch regelmäßig stattfindende Wahlen geregelt. Des Weiteren verpflichtet sich das Projekt mit einem Gesellschaftsvertrag zu freier Software.

Am 26. April 2004 trat die Version 1.1 des Gesellschaftsvertrags in Kraft. Die Änderungen im Inhalt des Vertrags besagen, dass sämtliche Komponenten des Debian-Betriebssystems frei sein müssen und nicht nur das System als Gesamtprodukt. Aktueller Leiter des Projekts ist der englische Softwareentwickler Chris Lamb. Der Posten des Leiters wird einmal im Jahr im Rahmen einer Wahl neu vergeben. Alle Wahlen und Abstimmungen werden auf elektronischem Wege nach der Schulze-Methode abgewickelt. Im Jahr 1997 wurde als Dachorganisation für Debian und weitere Open-Source-Projekte die „Software in the Public Interest“ gegründet.

Besonderheiten

Debian ist in erster Linie für seine performante Paketverwaltung „dpkg“ und deren innovative Frontend „APT“ bekannt. Durch den Einsatz dieser beiden Komponenten können ältere Debian-Versionen ohne viel Aufwand auf den neuesten Stand gebracht werden. Darüber hinaus lassen sich bestehende Softwarepakete schnell und einfach aktualisieren und neue Programmpakete binnen weniger Mausklicks installieren. Das System bietet Unterstützung für eine breite Vielzahl unterschiedlicher Hardware-Architekturen, wobei in diesem Zusammenhang zwischen den „offiziellen Architekturen“ und den sogenannten „Ports“ unterschieden wird. Als Ports werden Release-Architekturen bezeichnet, die von kleineren Entwickler-Teams betreut werden und nur als sogenannte „Unstable-Versionen“ erhältlich sind. Jede neue Architektur wird zunächst als Port betreut und kann im Laufe des Entwicklungsprozesses zu einer offiziellen Release-Architektur aufgewertet werden. Umgekehrt kann ebenso eine offiziell unterstützte Architektur zu einem Port abgewertet werden, falls die Anforderungen an Release-Architekturen nicht mehr in ihrer Gesamtheit erfüllt werden.

Sicherheitsaspekte

Alle Software- und Sicherheitsprobleme werden öffentlich behandelt, wodurch ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet wird. Sicherheitsaspekte werden unter Einbezug der Öffentlichkeit auf der Debian-Security-Announce-Mailingliste diskutiert. Von dieser Vorgehensweise versprechen sich die Leiter des Projekts ein schnelleres Auffinden potenzieller Sicherheitslücken und damit die Möglichkeit diese rascher beseitigen zu können. Die Tatsache, dass die Entwicklung neuer und bestehender Betriebssystem-Komponenten und Softwarepakete öffentlich sichtbar ist und unter der Beteiligung einer Großzahl von Entwicklern realisiert wird, erfordert spezielle Sicherheitsmaßnahmen. So werden beispielsweise Änderungen an Paketen mit einem digitalen Schlüssel versehen. Bei dem Endanwender wird dann die Gültigkeit des digitalen Schlüssels vor der Installation überprüft. Diese Maßnahme soll die Einschleusung schädlicher Computerprogramme und Codefragmente in Debian-Pakete unmöglich machen.

Verbreitung

Laut einer Online-Umfrage, die im Auftrag von Heise Online durchgeführt wurde, ist Debian mit 47 Prozent das am meisten genutzte Open-Source-Betriebssystem in deutschen Firmen. Im Bereich der freien Betriebssysteme nimmt Debian mit einer Verbreitung von rund 30 Prozent den zweiten Platz hinter Ubuntu-Linux ein, das ebenfalls auf Debian basiert. In Deutschland ist die Stadt München zwischen 2006 und 2013 auf die auf Debian basierte Linux-Distribution LiMux umgestiegen. Aufgrund unvorhersehbarer Komplikationen mit der IT-Infrastruktur ist jedoch eine Rückkehr zu Windows-Systemen bis 2020 geplant.

Derivate wie Ubuntu

Das freie Betriebssystem eignet sich aufgrund seiner gigantischen Auswahl an Paketen und der zuverlässigen Paketverwaltung ideal dazu, um eigenständige Linux-Distributionen abzuleiten. Aus diesem Grund gibt es eine große Vielzahl von Distributionen, die für ihre Basis Komponenten und Pakete von Debian verwenden. Einige bekannte Beispiele sind:

–              Ubuntu

–              Knoppix

–              Linux Mint

Angaben der GNU/Linux Distribution Timeline zufolge gibt es derzeit mehr als 480 Distributionen, die aus Debian abgeleitet sind. Viele dieser Derivate sind für einen bestimmten Zweck entwickelt worden, wie beispielsweise zum Einsatz als Webserver oder an der Universität.

Bei Kali Linux handelt es sich um eine Linux-Distribution, die auf dem frei entwickelten Betriebssystem Debian GNU/Linux basiert. Die Distribution umfasst in erster Linie Anwendungen für die digitale Forensik sowie für Penetrationstests. Dabei richtet sie sich vor allem an professionelle und fortgeschrittene Nutzer.

Der Werdegang von Kali Linux

Entwickelt wurde das Betriebssystem von Devon Kearns und Mati Aharoni, Mitarbeiter des Unternehmens „Offensive Security“. Die Veröffentlichung wurde am 12. Dezember 2012 angekündigt und am 13. März 2013 durchgeführt. Die Entwicklungszeit von Kali Linux betrug etwa ein Jahr; die erste Version erhielt die Versionsnummer 1.0. Seit der Version 2.0 erhalten Sie Kali Linux als Rolling Release. Das bedeutet, dass das Betriebssystem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Betriebssystem-Versionen gibt es nicht mehr. Stattdessen handelt es sich um Snapshots, die in der Regel als Installationsmedium dienen.

Offiziell handelt es sich bei Kali Linux um den Nachfolger von BackTrack. Die neue Bezeichnung soll laut Hersteller-Angaben darauf hinweisen, dass die Neuentwicklung deutlich fortgeschritten ist. Kali Linux setzt nicht wie BackTrack auf Ubuntu auf, sondern auf Debian. Das Betriebssystem wurde vollständig neu entwickelt. Die Infrastruktur arbeitet nunmehr mit Git als Verwaltung für die Versionen.

Die Architektur von Kali Linux

Das System wurde so entwickelt, dass es sich für Computer mit unterschiedlich aufgebauten Hauptprozessoren eignet. So ist es sowohl für AMD64 als auch für x86er-Systeme und für die ARM-Architektur verfügbar. Die ARM-Architektur wird vor allem in kleinen Endgeräten wie Tablet-Computern eingesetzt. So kann die ARM-Version von Kali Linux unter anderem auf dem ARM Chromebook der Marke Samsung als auch auf dem Raspberry Pi verwendet werden.

In der Forensik lässt sich Kali Linux – abhängig von der Anwendung – als Live-System ohne Installation booten, zum Beispiel via CD und DVD, USB-Stick oder PXE (Preboot Execution Environment) im Netzwerk. Dabei hinterlässt das Live-System keine Spuren am geprüften System, weder auf der Solid State Drive noch auf den eingebauten Festplatten. Es sind beispielsweise keine Auslagerungsdateien auffindbar. Um einen Rechner für Penetrationstests einzusetzen, kann Kali Linux alternativ fest installiert werden.

Die Programme und Tools von Kali Linux

In der Distribution sind zahlreiche Dokumentationen und mehrere hundert Hilfsmittel integriert, die die Sicherheit eines IT-Systems testen und bewerten. Die unter Kali Linux enthaltenen Programme sind zwar auch einzeln für den Großteil der anderen Linux-Distributionen erhältlich, doch automatische Optimierungen werden nur über Kali Linux zur Verfügung gestellt.

Kali Linux bezieht die Programme vier Mal pro Tag aus dem Debian-Repository. Damit ist sichergestellt, dass die Nutzer jederzeit über aktuelle Software-Pakete und Sicherheitsupdates verfügen. Eine eigene Paketquelle mit der Bezeichnung „Kali bleeding edge“ stellt neueste, noch nicht ausführlich unter Kali geprüfte Versionen zur Verfügung.

Die wichtigsten Werkzeuge

– Aircrack-ng

Bei Aircrack-ng handelt es sich um eine Tool-Sammlung. Die Werkzeuge sind darauf ausgelegt, Schwachstellen im WLAN nicht nur zu analysieren, sondern sie auch auszunutzen.

– Ettercap

Die Software führt Man-in-the-Middle-Angriffe durch. Es unterstützt Echtzeitkontrollen über Verbindungen auch in in geswitchten Netzwerken, das Sniffing auf IP- und ARP-Basis, aktive und passive Analysen einzelner Hosts und vollständiger Netzwerke sowie das inhaltsbezogene Filtering.

– John the Ripper

Diese Software ist in der Lage, verschlüsselte System-Passwörter zu entschlüsseln und auf ihre Sicherheit zu testen. Das Entschlüsseln geschieht per Brute-Force oder durch eine Dictionary-Attack.

– Kismet

Kismet agiert als freier WLAN-Sniffer und spürt Funknetzwerke auf, indem es die versandten Datenpakete mitliest. Dieses Programm eignet sich unter anderem auch dafür, die Sicherheit des eigenen WLANs zu überprüfen und die Signalstärke zu ermitteln.

– Maltego

Dieses Programm wurde entwickelt, um Daten im World Wide Web zu sammeln. Dabei handelt es sich um Daten sowohl einzelner Personen als auch von Unternehmen.

– Nmap

Die Bezeichnung „Nmap“ steht für Network Mapper. Bei diesem Tool handelt es sich um einen Portscanner, der Hosts in einem Rechnernetz scannt und auswertet. Bei Administratoren ist es ebenso beliebt wie bei Hackern, denn es arbeitet außergewöhnlich zuverlässig und effizient.

– RainbowCrack

Zum Knacken von Passwörtern nutzt dieses Programm so genannte Rainbow Tables. Im Vergleich zum Brute Force benötigt diese Methode deutlich weniger Zeit und Versuche, um ein Passwort zu ermitteln.

– SET (Social Engineer Toolkit)

Dieses Toolkit beinhaltet mehrere Anwendungen für unterschiedliche Penetrationstests. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Social Engineering.

– The Sleuth Kit

Bei diesem Kit handelt es sich um eine forensische Software-Sammlung, die auf die Kommandozeile von IT-Systemen ausgerichtet ist. The Sleuth Kit unterstützt die Dateisysteme ISO 9660, NTFS, FAT, UFS 1 und 2, Ext2 bis Ext4, HFS und YAFFS2.

Die rechtliche Situation von Kali Linux in Deutschland

Die Distribution Kali Linux enthält Tools, die in Teilen gewisse Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Sie werden in Deutschland als „Computer-Programme zum Ausspähen von Daten“ aufgefasst. Diese Auffassung basiert auf § 202c StGB, dem „Hacker-Paragrafen“, der Ende Mai 2007 in Kraft getreten ist.

Auf Basis dieser gesetzlichen Lage kann der Besitz oder der Vertrieb von Kali Linux hierzulande strafbar sein, wenn eine Absicht besteht,

– diese Programme rechtswidrig zu nutzen (§ 202a StGB) und/oder

Daten damit abzufangen (§ 202b StGB).

Bei Linux handelt es sich um ein Open-Source-Betriebssystem, das in einer Vielzahl unterschiedlicher Distributionen erhältlich ist und in Zusammenarbeit von Entwicklern aus der ganzen Welt programmiert wird. Das Betriebssystem verbreitet sich durch eine freie Lizenz bereits seit dem Jahr 1992. Obwohl die Bedienung von Linux und seine breite Funktionsvielfalt auf den ersten Blick äußerst kompliziert wirken, bietet das offene Betriebssystem dennoch eine zuverlässige und bequeme Plattform für all Ihre Anwendungen, sobald Sie sich mit dem Linux-OS besser vertraut gemacht haben.

Was ist Linux?

Das unter der GPL-Lizenz (General Public License) lizensierte Betriebssystem wurde im Jahr 1991 von dem damals 21-jährigen Informatikstudenten Linus Torvalds entwickelt. Das Betriebssystem wurde ursprünglich als ein Uni-Projekt gestartet, wuchs aber binnen kürzester Zeit zu einem vollwertigen Betriebssystem heran. Die erste Version des Betriebssystems veröffentlichte Torvalds im September 1991 im Usenet. Im Laufe der Jahre hat sich eine gigantische internationale Entwicklergemeinde rund um das Linux-OS aus Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen gebildet, deren Zahl stetig wächst. Der Erfinder Linus Torvalds ist heute noch der hauptverantwortliche Entwickler des Kernels.

Streng genommen handelt es sich bei dem von Torvalds entwickelten Linux nur um den Systemkern, den sogenannten Kernel. Das Kernel ist das Grundprogramm einer jeder Linux-Distribution. Dieses Kernprogramm ist dafür zuständig, um zwischen der Hardware und Software eines Computers zu vermitteln. Wenn man den Kernel mit einer grafischen Benutzeroberfläche und weiterer Software versieht, entsteht eine Distribution. Der Kernel arbeitet im Hintergrund einer Linux-Distribution und ist dafür verantwortlich, dass die einzelnen Bestandteile des Betriebssystems miteinander harmonieren. Auch Hardware und Software müssen reibungslos funktionieren.

Linux Geschichte

Wie entstand Linux?

Den Namen Linux nutzte man anfänglich ausschließlich für das von ihm entwickelte Kernel. Sein Kernel wurde anfänglich in Kombination mit dem unixorientierten System Minix verwendet. Linus und die anderen Entwickler lizenzierten im Jahr 1992 Linux unter der GNU (General Public License), sodass sie den Kernel in die GNU integrieren konnten. Diese Version entwickelte sich schnell zu der meist genutzten Variante, da zu dieser Zeit kein anderer funktionsfähiger freier Kernel zur Verfügung stand. Als Linus und seine Kollegen später das gesamte Betriebssystem als Linux bezeichneten, versuchte Richard Stallmann, der Gründer des GNU-Projekts, die Bezeichnung GNU/Linux durchzusetzen, was jedoch von den meisten Entwicklern und Distributoren abgelehnt wurde.

Unterschiedliche Distributionen

Da der Kernel alleine nicht funktionsfähig ist, muss man ihn mit sogenannter Hilfssoftware versehen, wie zum Beispiel den GNU Core Utilities und vielen weiteren Anwendungsprogrammen. Ein solches Paket, das aus dem Kernel und Anwendungssoftware besteht, nennt man Distribution. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Software, die je nach vorgesehenem Einsatzgebiet sehr unterschiedlich ausfallen kann. Die so zusammengesetzten Distributionen können sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Der Entwickler einer solchen Distribution heißt Distributor.
Die Notwendigkeit der Distributionen lässt sich in erster Linie durch das Entwicklungsmodell von Linux begünstigen.

Die ersten Distributionen waren:

MCC Interim
Softlanding Linux System (SLS)
Yggdrasil

Die älteste Distribution, die heute noch weiterentwickelt wird, ist Slackware von Patrick Volkerding.
Mit der rasanten Ausbreitung der Distributionen bekamen mehr Nutzer die Möglichkeit, das quelloffene Betriebssystem zu testen. Hinter den in erster Linie kleineren Distributionen, die man heutzutage über das Internet koordiniert, stehen Projekte Freiwilliger. Die größeren Distributionen werden von Stiftungen und Unternehmen entwickelt und verbreitet. Auch die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Distributionen weichen stark voneinander ab, sodass von Systemen für Desktop-PCs, Server-Installationen und Live-DVDs mittlerweile alles vertreten ist.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile und Nachteile von Linux

Welche Vorteile hat Linux?

Das quelloffene Betriebssystem gilt als besonders sicher und performant. Einer der größten Vorteile spiegelt sich in der Tatsache wider, dass für Linux beinahe keine Schadsoftware existiert. Dank der Open-Source-Lizenz (GPL) sind der Kernel und die meisten anderen Module quelloffen. Die GPL-Lizenz ermöglicht Entwicklern und Nutzern, den Quellcode beliebig zu verändern und zu verbreiten. Da Linux quelloffen und modular aufgebaut ist, kann es schnell und unkompliziert auf andere Plattformen portiert und für andere Einsatzmöglichkeiten angepasst werden. Dadurch ist das gesamte System in hohem Maße skalierbar, sodass es sich auf allen Arten von Computersystemen problemlos einsetzen lässt, wie beispielsweise mobile Geräte, Server, Supercomputer oder PCs.

Als nachteilig kann man die Tatsache betrachteten, dass eine Vielzahl an Anwendungsprogrammen, Geräten und Spielen offiziell nicht unterstützt werden. Während Endanwender das Betriebssystem vollständig über die grafische Benutzeroberfläche steuern können, erwartet man von Administratoren einen guten Umgang mit der Kommandozeile.

Lizenz Linux

Wie erhält man eine Lizenz?

Red Hat, Ubuntu und SUSE

Da Linux quelloffen ist, haben sich im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Distributionen etabliert. Zu den meistgenutzten Distributionen gehören:
– Red Hat
– Ubuntu
– SUSE

Ubuntu ist nach Windows und macOS das beliebteste Betriebssystem für Desktop- und Laptop-PCs. Die Ubuntu-Distribution wird von der Firma Canonical entwickelt und ist kostenlos erhältlich. Die beiden Firmen Red Hat und SUSE haben sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Distributionen im Angebot. Red Hat ist aktuell der weltweite Marktführer im Bereich der Server- und Workstation-Lösungen, während SUSE insbesondere in Deutschland sehr beliebt ist. Lesen Sie hier mehr über SUSE.

Linux auf Desktop-Systemen

Obwohl das quelloffene Betriebssystem eine Vielzahl unterschiedlicher Einsatzbereiche abdeckt, kommt das System in erster Linie auf Desktop- und Laptop-PCs als Alternative zu Windows zum Einsatz. Eine Distribution lässt sich sowohl als das primäre Betriebssystem betreiben, als auch im Rahmen eines Multi-Boot-Systems nutzen. Nutzer können beispielsweise neben Windows oder macOS auch Linux parallel installieren und betreiben. Aktuelle Distributionen, wie beispielsweise Red Hat oder Ubuntu, führen den Nutzer durch den Installationsprozess und erkennen vorhandene Betriebssysteme automatisch. So sollten auch unerfahrene Nutzer mit der Installation des Systems keine Probleme haben.

Nutzern steht eine Vielzahl kostenloser Anwendungen zu Verfügung, die sie sich individuell nach persönlichen Anforderungen auswählen können. Mit Anwendungen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Multimedia sowie Programmen für die wissenschaftliche Anwendungen sind die meisten Anwendungsbereiche abgedeckt, die im Büro- und Privatalltag wichtig sind.