Microsoft System Center Configuration Manager (SCCM) verschafft Arbeitnehmern die Freiheit, ortsunabhängig mit dem Gerät ihrer Wahl zu arbeiten. Darüber hinaus bietet SCCM die Möglichkeit, PCs und Server zu verwalten, Konfigurations- und Sicherheitsrichtlinien festzulegen, den Systemstatus zu überwachen und Software stets aktuell zu halten.

Als fester Bestandteil der System Center Suite handelt es sich bei System Center Configuration Manager (SCCM beziehungsweise ConfigMgr) – seit Version 1910 Microsoft Endpoint Configuration Manager (ECM) -um ein Software-Produkt aus dem Hause Microsoft. Frühere Versionen (Systems Management Server, kurz SMS) wurden von SCCM abgelöst. Systems Management bedeutet im IT-Bereich die zentrale Verwaltung von Hard- und Software innerhalb eines Betriebes. Es bildet die Obermenge des Client-Managements. SCCM bietet den Vorteil, dass bestimmte Prozesse für eine sehr hohe Anzahl von Clients komplett automatisiert werden können. SCCM ermöglicht es Ihnen nicht nur, Ihr komplettes System zu verwalten, sondern auch Geräte, Einstellungen, Energie und Softwareupdates zu verwalten sowie Clients zu integrieren und zu überwachen. Möglich macht es die Installation eines Configuration Manager Clients, der als Dienst auf dem System des Endgeräts läuft. Mittels der Client-Push-Installation der Client-Agent auf jedem beliebigen PC installiert werden, ohne dass eine manuelle Installation vonnöten ist. Ziel ist es, die Agents stets selbst am Client arbeiten zu lassen. Ihre Ergebnisse werden dem SCCM-Server anschließend automatisch zur Verfügung gestellt. Der Server speichert sämtliche Ergebnisse in der dafür vorgesehenen SCCM-Datenbank. Über ein Status-System werden Sie als Administrator fortlaufend mit Details zu allen auf dem Client ablaufenden Vorgängen versorgt.

SCCM im Detail

SCCM sowie praktisch jedes Software-Deployment-Tool ermöglicht es Ihnen, folgende Aufgaben vollkommen automatisiert für eine sehr große Anzahl von Notebooks und PCs durchzuführen:

Inventarisierung

Mittels einer Softwareinventarisierung lässt sich herausfinden, auf welchen Geräten eine bestimmte, lizenzpflichtige Software installiert ist. Über WMI sowie weitere Schnittstellen lassen sich zahlreiche Konfigurationsparametern ausgelesen und anschließend an den Server übermitteln. Dabei werden nicht nur Hardware-, sondern auch Betriebssystemkonfiguration und gegenwärtig installierte Software ermittelt. Systemdateien werden inklusive Versionsnummer und Datum der Datei inventarisiert. Die inventarisierten Daten bilden die Basis für Auswertungen mithilfe des SMS Reporting Services. Des Weiteren erleichtert eine Inventarisierung die Verteilung der Software. Schließlich kann eine neue Software-Version ausschließlich an die Clients verteilt werden, auf denen die ältere Version bereits installiert ist.

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Reporting

Die SCCM-Datenbank enthält unzählige Konfigurationsparameter aller Clients. Mittels Reporting lassen aufbereiten und als Auswertung zur Verfügung stellen. Voraussetzung dafür ist ein Internet Information Server, also ein Web-Server, der den gewählten Report als ASP-Seite darstellen kann. Hyperlinks ermöglichen es, weitere Reports aufzurufen, was für ein hohes Maß an Benutzerfreundlichkeit sorgt. Eine sehr große Auswahl an Reports, die nach Belieben um eigene Auswertungen ergänzt werden können, steht sofort nach der Installation von SCCM zur Verfügung.

Lizenzüberwachung

Mithilfe der Lizenzüberwachung beziehungsweise des Software Meterings wird die Verwendung von Anwendungen überwacht. Als Administrator werden Sie rechtzeitig über Lizenzüberschreitungen informiert, da mittels Reporting regelmäßig ermittelt wird, welche Anwendungen auf wie vielen Geräten genutzt werden.

Softwareverteilung

Die Softwareverteilung umfasst die Bereiche Betriebs-, Software- und Updateinstallation. SCCM ermöglicht Ihnen das vollautomatisierte Installieren eines Betriebssystems – Ganz ohne manuelle Aktion des Benutzers. Die Softwareinstallation verschafft Ihnen wiederum die Gelegenheit, Programme auf beliebige Organisationseinheiten zu verteilen. Dazu zählen beispielsweise Virenscanner, die jedem Client zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterer Vorteil: Clients können in Collections zusammengefasst und manuell oder dynamisch via SQL-Abfrage ausgestattet werden.

Antischad-Software-Management

Microsofts Endpoint Protection verwaltet Richtlinien für Antischadsoftware sowie die Windows-Firewall für Clientcomputer. Voraussetzung für die Verwaltung der Clients in der Configuration Manager-Hierarchie ist eine Lizenz für die Verwendung von Endpoint Protection. In Kombination mit dem Configuration Manager ergibt sich der Vorteil, dass sich sowohl Antischad-Software, als auch die Windows-Firewall auf den Client-Computern jederzeit verwalten und überwachen lassen. Dies umfasst unter anderem das Aktivieren und Deaktivieren der Firewall, als auch das Blockieren eingehender Verbindungen oder bestimmter Programme.

Remote Control

Bei Remote Control handelt es ich um ein praktisches Tool, das es Ihnen ermöglicht, sich aus der Ferne auf einen beliebigen PC aufzuschalten. Dem Benutzer kann so Hilfestellung geboten werden, ohne dass Sie direkt vor Ort sein müssen. Der Remote Control-Agent leitet den Bildschirm des Benutzers weiter, so dass die eigentliche Sitzung nicht unterbrochen wird.

System-Update-(Patch-)Management

Das Patch Management beschäftigt sich mit der Beschaffung und der Installation wichtiger Software-, Treiber- und System-Updates. Automatisiertes Patch-Management, wie es SCCM bietet, prüft Schwachstellen und hält Sie über sämtliche verfügbare Updates auf dem Laufenden. Als Systemadministrator können Sie Patches und Updates anschließend individuell oder automatisch in die Systemumgebung der Clients einpflegen.

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Vor- und Nachteile von SCCM – Gibt es Alternativen?

SCCM bietet zweifelsohne den Vorteil, dass es unzählige Software-Produkte gibt, die sich ohne Probleme auf allen Clients automatisch verteilen und aktuell halten lassen. Dazu zählen beispielsweise populäre Programme wie Office, aber auch andere ERP– und CRM-Software. Größter Nachteil der mächtigen Software ist allerdings, dass ihre Einführung Zeit und Aufwand erfordert. Des Weiteren fallen, wie bei fast allen Microsoft-Produkten, Lizenzkosten an. Falls Sie nach einer Alternative suchen, werden Sie bei baramundi fündig. Ebenso zu empfehlen ist OPSI, das vom Mainzer Unternehmen UIB entwickelt wurde. Installation und Betrieb von OPSI setzen eine statische Server-IP-Adresse sowie eine SQL-Datenbank voraus. Die Installation erfolgt durch das Herunterladen eines Repositories. Anschließend müssen zwei OPSI-Pakete installiert werden, die ihrerseits mehrere Software-Pakete mit sich bringen.

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