Was sich hinter dem Begriff Whitelist – auch Positivliste genannt – verbirgt, und wo solche Listen Verwendung finden, wird im folgenden Artikel erläutert.

Eine Whitelist ist eine Auflistung von Objekten, die als erlaubt definiert wurden. So haben zum Beispiel Banken Listen von Korrespondenzinstituten, mit denen sie im internationalen Zahlungsverkehr zusammenarbeiten. Viele Unternehmen führen Berechtigungslisten, zum Beispiel für den Zutritt zu besonders geschützten Räumlichkeiten oder den Zugang zu vertraulichen Informationen. Nur jene Personen, die auf einer solchen Whitelist stehen, haben Zutritt oder Zugang. Oder es werden Aufstellungen geführt, die Produkte enthalten, die in einem Unternehmen verwendet werden dürfen, z.B. bestimmte Hard- oder Software.

Eine Whitelist ist also ein Hilfsmittel, das exklusiv definiert, was erwünscht bzw. erlaubt ist. Was nicht in der Liste enthalten ist, ist verboten bzw. unerwünscht. Die Whitelist gibt somit klare Regeln vor und findet daher oft in Organisationen Anwendung, wo Standardisierung erforderlich ist. Eine Whitelist ist üblicherweise verbindlich. Wer dagegen verstößt, hat mit Konsequenzen zu rechnen.

Vorteile der Whitelist

Eine Whitelist schafft Klarheit und Verbindlichkeit, ohne Spielraum zuzulassen. Dadurch ermöglicht sie eine sehr genaue Steuerung. Da exakt angeführt ist, was erlaubt ist, z.B. welche Software verwendet werden darf, ist gewährleistet, dass genau die festgelegten Qualitätskriterien ohne Abweichung eingehalten werden.

Wie jedes Mittel zur Standardisierung unterstützt die Whitelist die Geschwindigkeit von Entscheidungen, weil die Optionen bereits durch eine Vorauswahl eingegrenzt wurden.

Nachteile der Whitelist

Der Prozess, jene Elemente zu definieren, die es auf die Whitelist schaffen, das sogenannte Whitelisting, ist aufwändig und muss in relativ kurzen Abständen immer aufs Neue wiederholt werden. Dies deshalb, weil sich in der schnelllebigen Zeit Rahmenbedingungen, Umfeld, Produkte, Anforderungen etc. rasch ändern. Vernachlässigt man diesen Aspekt, wird die Whitelist schnell veraltet. Diese Gefahr ist hoch, denn wenn man  immer auf dem letzten Stand sein will, ist die Aktualisierung fast permanent erforderlich. Und das kostet Zeit und Mühe.

 

Durch den Ansatz, nur das zuzulassen, was auf der Liste angeführt ist, ist die Whitelist eher statisch und lässt es nicht zu, flexibel etwas Neues auszuprobieren, das noch keiner Prüfung unterzogen wurde. Sie ist daher bis zu einem gewissen Grad innovationsfeindlich. Das kann dazu führen, dass gar nicht mehr nach Neuem gesucht wird und sich bei Mitarbeitern in einer Organisation Frustration einstellt. Im schlimmsten Fall wird die Liste subtil umgangen.

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Unterschiede zur Black List

Oft wird gesagt, die Whitelist sei  das Gegenteil der Blacklist, die auch Negativliste genannt wird. Das greift aber zu kurz, weil die Zugänge grundsätzlich andere sind.

Die Blacklist ist eine Aufstellung von Objekten, die nicht erwünscht sind, sie ist also eine Verbotsliste. Der Grundsatz hier ist: Alles ist erlaubt, was nicht ausdrücklich (durch Aufnahme in die Blacklist) verboten ist. Durch diesen Ansatz ist die Blacklist weniger rigide und weniger punktgenau in der Steuerung als die Whitelist.

Die Negativliste bietet somit mehr Freiheit als die Positivliste. Bei der Blacklist ist es aber erforderlich, genau zu wissen, welche Objekte es gibt (zum Beispiel Hardware), um diese bewerten zu können. Wenn man etwas übersieht und es deswegen nicht in die Liste aufnimmt, ist es nicht verboten. Also ist auch hier eine regelmäßige Sondierung des Umfelds erforderlich.

Die Whitelist in der IT

In der IT gibt es viele Einsatzgebiete für Whitelists. Sie dienen dort im Wesentlichen dazu, Geräte und Systeme vor Bedrohungen zu schützen.

Hier finden Sie einige Beispiele:

In einer Positivliste kann definiert werden, dass nur bestimmte, vom Unternehmen angekaufte und ordentlich lizenzierte Software eingesetzt werden darf. Ebenso kann dies für Hardware erfolgen, die mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden werden darf.

Spamfilter arbeiten oft mit Whitelists, in die zur Kommunikation zugelassene IP- oder E-Mail-Adressen eingetragen werden. Nicht zugelassene E-Mails werden dann nicht zugestellt oder in Spam-Ordner geleitet. Werbeblocker verwenden Positivlisten, um Werbung von bestimmten Erstellern zuzulassen.

Oft wird auch der Zugang zu bestimmten Internetinhalten mit Whitelists verwaltet, z.B. bei Kindern und Jugendlichen, die dann nur die definierten Adressen aufrufen können.

Ein besonders wichtiger Anwendungsbereich von Whitelists ist die Konfiguration von Firewalls. Firewalls haben die Aufgabe, Netzwerke, einzelne Bereiche davon oder Geräte vor Bedrohungen zu schützen. Um das zu gewährleisten, prüft eine Firewall ständig den Datenverkehr und erlaubt diesen nur mit jenen Zielen, die in der Whitelist angeführt sind.

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