Das E-Mail-System ist im Allgemeinen sehr zuverlässig, aber es funktioniert asynchron und das bedeutet, dass es zwischen Absenden und Zustellung zu einer auch längeren Verzögerung kommen kann. Manche Anforderungen an die Zustellung sind durch den Absender prüfbar wie das Vorhandensein einer Adresse. Bei anderen ist das nicht der Fall wie die tatsächliche Existenz dieser E-Mail-Adresse oder die vom Empfänger gestellte Bedingung, nur Mails von bekannten Adressen anzunehmen. Deshalb braucht es eine Methode, mit Unzustellbarkeit umzugehen. Wenn diese eintritt, spricht man von einem Bounce der E-Mail, was wörtlich „abprallen“ bedeutet.

Warum sind Bounces überhaupt ein Thema?

Für private E-Mails spielen sie kaum eine Rolle. Sie sind eher hilfreich, weil Sie so herausfinden, dass eine E-Mail ihr Ziel nicht erreicht hat.

Ein wichtigeres Thema sind Bounces für kommerzielle Anwendungen. Wird eine E-Mail an eine große Zahl von Empfängern zugestellt und haben einen geschäftlichen Sinn, werden zu viele Bounces ein Problem.

Das Mailsystem als Hintergrund

Sie als Nutzer betreiben einen E-Mail Client, der Ihnen einen Zugriff auf Ihrem Mailserver ermöglicht. Dort besitzen Sie ein Konto, von dem aus Ihre Mails verschickt und in dem angekommene Mails für Sie bereitgehalten werden. Tatsächlich versendet werden die Mails zwischen den verschiedenen Mailservern. Über einen Bounce wird also in einem Mailserver entschieden.

Für Ihren Zugriff auf den Mailserver kommen die Protokolle POP oder Post Office Protocol und das neuere IMAP oder Internet Message Access Protocol zum Einsatz. Die Mailserver verwenden das SMTP oder Simple Mail Transfer Protocol für den Austausch und die Weiterleitung von E-Mails.

Zustellbarkeit von E-Mail

Wie bei der Post ist ein Aufgeben mit einer falschen Adresse möglich und diese Adresse kann weder die Post auf einem Brief noch Ihr Mailserver selbst als falsch erkennen. Das stellt sich am Zielort heraus. Das SMTP muss also festlegen, wie in diesem Fall vorgegangen wird. Der Grund für den Bounce wird im SMTP-Reply angeführt, der automatisch im Fall eines Bounce vom Mailserver an den Absender der Mail gesendet wird. Zuerst ist für die Ermittlung der IP-Adresse des Mailservers das DNS erforderlich. Der erste Grund für einen Bounce kann also im absendenden Mailserver oder in einem anderen auf dem Weg der E-Mail entstehen, wenn eine DNS-Anfrage fehlschlägt. Ein Bounce besteht aus einer E-Mail, die von einer speziellen Adresse wie Mailer-Daemon oder Postmaster  verschickt wird. Beachten Sie auch, dass das E-Mail System nur auf eine fehlgeschlagene Zustellung mit einem Bounce reagiert, die erfolgreiche Zustellung ruft keine Reaktion hervor.

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Der Soft Bounce

Er zeigt an, dass es sich um ein zeitlich beschränktes Problem mit der Zustellung Ihrer E-Mail handelt. Zu den Gründen für einen Soft Bounce zählen etwa die Folgenden.

– Der Mailserver des Adressaten ist offline.

– Die Mailbox des Adressaten ist voll. Bei den heute zur Verfügung stehenden Speicherkapazitäten ist das für eine vom Besitzer verwendete E-Mail-Adresse sehr selten. In den meisten Fällen bedeutet das, dass die Adresse aufgegeben und nicht mehr abgerufen wird.

– Die Mail ist zu groß. Sie nimmt zu viel Speicherplatz in Anspruch, was sich meistens auf Attachments bezieht.

– Der Besitzer der E-Mail stellt Bedingungen, die von Ihrer E-Mail nicht erfüllt werden. Das kann technische Gründe haben wie eine Überprüfung auf Malware, die Ihre E-Mail – berechtiger- oder unberechtigerweise – nicht bestanden hat.

Im Falle eines Soft Bounce werden einige Versuche gemacht, die E-Mail zuzustellen. Sie können also einen Soft Bounce per E-Mail erst mit einer Verzögerung von ein paar Tagen erhalten.

Der Hard Bounce

Ein Hard Bounce tritt dann ein, wenn Ihre E-Mail dauerhaft nicht zustellbar ist. Ein Grund kann sein, dass zwar der Mailserver des von Ihnen angeschriebenen Domains online ist, aber die Adresse nicht existiert. Es ist auch möglich, dass der Empfänger Ihre Adresse oder eine Gruppe von Adressen, zu der Ihre gehört, blockiert hat. In diesem Fall hat ein weiterer Zustellversuch natürlich keinen Sinn. Der Hard Bounce wird Ihnen daher oft praktisch ohne Verzögerung zugestellt.

Wie werden die Regeln für einen Bounce festgelegt?

Die obigen Ausführungen machen klar, dass es einigen Spielraum für diese Regeln gibt. Einige legt das Protokoll SMTP fest. Darüber hinaus legen die Betreiber der jeweiligen Mailserver fest, wie sie mit Bounces umgehen. Sie als Besitzer einer E-Mail-Adresse können Ihren MSP oder Mail Service Provider auch anweisen, entsprechende Regeln für Ihre E-Mail-Adresse festzulegen.

Das E-Mail-System dient schon seit Jahrzehnten der einfachen und schnellen Kommunikation und ist immer noch eines der wichtigsten Protokolle im Internet. Besonders wenn Sie eine große Zahl von Mails zu verschicken haben, können Sie mit Bounces Schwierigkeiten bekommen.

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