Mit der Software GotoMyPC lassen sich Computer einfach und sicher aus der Ferne steuern und verwalten.

Nicht selten muss man mit Computern arbeiten, die an anderen Standorten stehen und aufgrund der räumlichen Distanz physisch nur schwer zu erreichen sind. Aus diesem Grund wird heutzutage sehr oft auf den Remote Desktop, also die Fernsteuerung fremder PCs, zurückgegriffen. Das geht zum Beispiel mit Windows-Bordmitteln, wird aber spätestens dann zur unlösbaren Aufgabe, wenn Netzwerke und Host-Systeme nicht homogen sind, weil man eben auch Linux, MacOS oder vielleicht sogar mobile Betriebssysteme nutzt. Die von LogMeIn entwickelte Softwarelösung GotoMyPC ist in der Lage, Remote Desktop auch in heterogenen Netzwerken zu ermöglichen und gleichzeitig die Verwaltung von Hosts und Clients zu vereinfachen.

Das ursprünglich aus den USA stammende Unternehmen LogMeIn entwickelt Software rund um die Themengebiete Kommunikation, Zusammenarbeit, Nutzerunterstützung, sowie Identitäts- und Zugriffsverwaltung. GoToMyPC stammt allerdings ursprünglich vom amerikanischen Unternehmen ExpertCity, die 2004 von Citrix aufgekauft wurden. 2017 hat Citrix die „GoTo“-Produktserie an das Unternehmen LogMeIn verkauft, welche die Weiterentwicklung übernahmen.

Die Hauptfeatures von GoToMyPC

Durch die zusätzliche Software wird der Prozess der Einrichtung sowie die anschließende Verwaltung der Hosts und Clients wesentlich vereinfacht. Dies gilt vor allem für ungesicherte Verbindungen aus dem Internet. Zwar kann Remote Desktop durch den bereitgestellten Websocket problemlos realisiert werden, würde im Falle einer Nutzung ohne VPN aber über ein ungesichertes Medium laufen. Durch die Nutzung einer 256-Bit starken AES Verschlüsselung wird dieser Nachteil komplett ausgemerzt und die Verbindung ist stets ausreichend gesichert.

Mitarbeiter können mit GoToMyPC aus dem Home-Office auf ihren Arbeitsrechner zugreifen. Und zwar unabhängig davon, ob sie sich in Garmisch-Partenkirchen oder New York befinden. Dies geht sogar besonders einfach, denn statt sich IP-Adressen, Port-Namen und Nutzerdaten merken zu müssen, kann man seinen PC direkt in einer Liste auswählen und kann sich mit dem Passwortschlüssel verifizieren. In dieser Hinsicht ähnelt die Software dem ebenfalls sehr bekannten TeamViewer.

Die Software in Unternehmensumgebungen

Ein interessanter Aspekt der Software ist der Einsatz in Unternehmensumgebungen. Dafür stellt LogMeIn eine spezielle Corporate-Version für GotoMyPC bereit, die einige zusätzliche Features enthält. Wer diese nicht benötigt, weil er das Programm gerne ausschließlich privat einsetzen möchte oder diese aufgrund der Unternehmensgröße nicht benötigt, kann auf die Personal- bzw. Pro-Versionen zurückgreifen.

Mehr zum Thema:
Produktiver sein dank Cloud - 5 Tipps

Die Personal-Edition eignet sich für einzelne Privatpersonen. Hier zahlt man eine Lizenzgebühr pro Computer und pro Monat und erhält dafür alle Kernfunktionalitäten inklusive Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und mobiler Apps. Bei Nutzergrößen zwischen 2 und 50 kann sich die Pro-Version lohnen, denn hier können pro Lizenzschlüssel zwei Computer aktiviert und verwaltet werden. Als Zusatzfeatures bekommt man das Verwaltungscenter und kann für alle Nutzer eine zentrale Zahlungsmethode einrichten. Diese Version eignet sich wohl am ehesten für kleine und mittlere Unternehmen. Das Lizenzmodell der Corporate-Edition ist nicht mehr Nutzer-gebunden, sondern wird individuell ausgehandelt. Das wichtigste Zusatzfeature dieser Edition ist natürlich die automatische Verteilung an die entsprechenden Clients. Darüber hinaus gibt es allerdings weitere möglicherweise interessante Funktion wie „Wake on LAN, welches das Hochfahren von Computern per Netzwerk erlaubt oder die Verwaltung von Nutzern und Gruppen durch externe Protokolle und Server.

Wenn die Menge an zu verwaltenden Clients wächst, kann die Verteilung neuer Programme zeitraubend werden. Aus diesem Grund erlaubt die Corporate Edition von GoToMyPC die Massenverteilung der Software sowie die unsichtbare Installation auf allen Clients im Unternehmen. Außerdem ist in dieser Version für die Konfiguration kein physischer Zugriff auf die Clients mehr notwendig. Die erforderlichen Accounts und Einstellungen können direkt per Remote Desktop erfolgen.

Zugriff per Webinterface

Für den Remotezugriff muss die Software lediglich auf dem Computer installiert werden, der ferngesteuert werden soll. Wer nur zugreift, kann dafür ein eigenständiges Webinterface nutzen, wodurch auch Computer genutzt werden können, für die man keine Administratorrechte hat. Das Aussehen sowie die Funktion sind annähernd identisch zur Installationsversion. Die Kommunikation erfolgt über dedizierte, von GoToMyPC bereitgestellte Server-Cluster, die laut Angaben des Herstellers redundant aufgebaut sind und von strikten Sicherheitsmechanismen sowie Firewalls geschützt werden. Das Passwort wird lediglich auf dem Client selbst gespeichert und kann aus Sicherheitsgründen nicht von den Servern ausgelesen werden. Damit auch langsame Internetverbindungen sowie das mobile Internet genutzt werden kann, wird eine Kompressionstechnologie angewandt und Daten nur dann gesendet, wenn sich auch das Bild ändert.

Hohe Kompatibilität und einfache Verwaltung

GoToMyPC ist kompatibel mit Windows (ab Version 7), MacOS (ab Version 10.4 „Tiger“), iOS, Android und Linux, allerdings dürfen Hosts nur unter MacOS (Version 10.5 „Leopard“) oder Windows (ab Version Win2000) laufen. Zudem benötigt man für die Installation neuer Hosts immer Administratorrechte. Für die Verwaltung von Clients, Computern und Rechten stellt die Software ein Administrationscenter zur Verfügung, das alle wichtigen Verwaltungsfunktionen, inklusive der Erstellung von Reports zum Zwecke der Nachvollziehbarkeit vereint. In der Corporate Edition kann über das Administrationscenter zudem die Identitätsverwaltung und das Zugriffsmanagement per RADIUS-Server aktiviert werden. RADIUS steht für „Remote Authentication Dial-In User Service“ und ist ein sogenannter „Triple-A-Service„, der zur Authentifizierung, Autorisierung und Accounting (Buchführung) in Unternehmensnetzwerken eingesetzt wird.

Mehr zum Thema:
Externe Festplatte oder Cloudspeicher: Wie bewahren Privatpersonen ihre Daten am sinnvollsten auf?

 

Letzte Artikel von Daniel Faust (Alle anzeigen)