Seit dem Beginn der Verwendung von informationsverarbeitender Technologie wird das Ziel verfolgt, Anwendungen möglichst effizient zu betreiben. Sie möchten also Geräte einsetzen, die über hinreichende Leistung verfügen und trotzdem keine Ressourcen verschwenden. Darauf bezieht sich der Begriff „Downsizing„, denn mehr Effizienz bedeutet, die Größe der Hardware soweit zu reduzieren wie möglich. Mit der technischen Entwicklung haben sich immer wieder verschiedene Wege angeboten, Downsizing umzusetzen.

Die Grundidee des Downsizing

Ein Anwendungsprogramm läuft auf einer IT-Plattform, die aus der Hardware und einem Betriebssystem besteht. Die Anbieter solcher Anwenderprogramme bemühen sich aus wirtschaftlichen Gründen, ihr Programm für möglichst viele solche Plattformen anzubieten. Mit Downsizing können Sie diese Entkoppelung von Plattform und Anwendungen für Effizienzsteigerungen nutzen und eine entsprechende Wahl der Plattform treffen.

Kriterien für die Wahl der Plattform und damit für Downsizing

Die Leistungsfähigkeit der Hardware muss nicht nur für den Zeitpunkt ihrer Auswahl, sondern für den absehbaren Teil der Verwendungsdauer einer Anwendung ausreichend sein.

Sie möchten eine Hardware wählen, die möglichst kostengünstig erhältlich ist. Dieser Aspekt steht für viele Käufer im Vordergrund. Mindestens so wichtig sind aber die Betriebskosten. Diese umfassen indirekte Kosten für den Platzbedarf der Geräte. Neben den Geräten selbst fällt auch für die Kühlung oft ein beträchtlicher Strombedarf an.

Um Einiges schwieriger zu quantifizieren ist die Anpassung der IT-Infrastruktur an Ihre Organisation, in der sie verwendet wird. Wie viele Standorte sind abzudecken, welche Mitarbeiter brauchen Zugriff auf bestimmte IT-Ressourcen? Für die Beurteilung eines konkreten Projekts im Downsizing sind Kosten für Geräte, Administration, Energie und Platz zu berücksichtigen. Diese Punkte umfassen aber noch nicht die Kosten und den Aufwand für die Umstellung.

Last but not least gibt es verschiedene Auffassungen, was die Abbildung der Firmenstruktur in der IT betrifft. Für Ihre Situation werden aber viele der theoretischen Überlegungen in diesem Bereich keine Rolle spielen. Nach Ausscheiden dieser Punkte ist die Systemauswahl eine technisch-unternehmerische Entscheidung, bei der Sie mit Urteilsvermögen und Erfahrung besser abschneiden werden als die meisten allgemeinen Abhandlungen.

Vom Mainframe zu Arbeitsplatzrechnern

Die ersten Geräte für unternehmerische IT waren Großrechner, die alle Bedürfnisse des Unternehmens abzudecken hatten. Mit dem Aufkommen immer leistungsfähigerer PCs konnten immer mehr Aufgaben der Mainframes von diesen Arbeitsplatzrechnern übernommen werden. In vielen Unternehmen mit nicht sehr großem Bedarf an reiner Rechenleistung verschwanden daher die Großrechner. Im Vordergrund dieses Downsizing stand das Argument der geringeren Kosten und des einfacheren Betriebs der PCs .

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Ersatz von PCs durch effizientere Lösungen

Mit der immer höheren Leistung der PCs wurden diese die Opfer ihres eigenen Erfolgs. Die meisten Anwendungen erforderten einen immer kleineren Teil der Rechenleistung, sodass auch diese Geräte Kandidaten für Downsizing wurden.

Die Umsetzung erfolgt über eine Zentralisierung der Rechenleistung, auf die die einzelnen Nutzer über thin clients zugreifen. Mit dieser Bezeichnung wird zum Ausdruck gebracht, dass der Arbeitsplatzrechner nur über eine geringe Leistung verfügen muss, da die wesentliche Rechenleistung von einer virtuellen Maschine erbracht wird. Diese setzt die Zentralisierung technisch um.

Das Problem besteht darin, dass Rechenleistung und Speicherplatz vorgehalten werden müssen, aber von jeder Anwendung nur relativ selten in Anspruch genommen werden. Die Lösung sind Reserven, die für mehrere Anwendungen gemeinsam bereitgehalten werden.

Diese Lösung wurde schon von den alten Großrechnern realisiert. Heute steht wesentlich mehr Rechenleistung zur Verfügung, die eine komfortablere Nutzung durch Virtualisierung ermöglicht. Erleichtert wird die Nutzung auch mit den verfügbaren viel schnelleren Netzwerkverbindungen.

Downsizing mit Virtualisierung

Virtualisierung bedeutet die Simulation eines Betriebssystems auf einem Computer. Diese Simulation wird durch ein Hypervisor genanntes Betriebssystem gesteuert, das mehrere solche virtuelle Maschinen auf einem Gerät betreiben kann.

Wie der Name nahelegt, bietet eine solche virtuelle Maschine eine Möglichkeit zum Betreiben von Anwendungen, die sich von einem einzelnen Gerät mit dem gewählten Betriebssystem kaum unterscheidet. Der Nutzer greift auf eine solche virtuelle Maschine über einen thin client zu. Damit wird die VM zum virtuellen Server.

Der große Vorteil von virtuellen Maschinen besteht darin, dass Rechenleistung und Speicherplatz flexibel nach Bedarf vom Hypervisor zugeteilt werden können. Im Gesamten sind viel weniger solche Reserven nötig, was die Effizienz steigert. Diese Steigerung ist umso größer, je geringer die übliche Auslastung eines einzelnen Rechners mit den Anwendungen ist.

Ein weiterer Vorteil von virtuellen Maschinen besteht darin, dass auf dem gleichen Computer verschiedene Betriebssysteme lauffähig sind. Statt verschiedene Geräte anschaffen zu müssen, wird also das entsprechenden Betriebssystem einfach in einer virtuellen Maschine installiert.

Der Zustand einer solchen virtuellen Maschine lässt sich in wählbaren Zeitabständen speichern. Stürzt die Maschine ab, kann sie einfach gelöscht und im letzten stabilen Zustand wieder gestartet werden.

Möglich wurde dieses Modell des Downsizing durch die heute verfügbare schnelle Vernetzung. Auch von entfernten Standorten können Sie auf einen virtuellen Server zugreifen und damit arbeiten, als säßen Sie vor dem Gerät.

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