Road Warriors (englisch für Straßenkämpfer) gehören zu jener Gruppe von Mitarbeitern, die viel außerhalb des eigenen Unternehmens arbeiten und für die ein fest eingerichteter, fixer Arbeitsplatz in einem stationären Büro kaum bis gar keine Bedeutung hat. Was einen Road Warrior ausmacht, und wie er sich von Menschen unterscheidet, die im Home Office arbeiten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Begriff Road Warrior stammt aus einer Zeit, in der es die heute aus dem Arbeits- und Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenkenden Telekommunikationsmittel noch nicht gegeben hat. Schon vor den 1990er Jahren wurden Menschen, die beruflich viel unterwegs waren, also zum Beispiel Handelsvertreter oder Kundenberater im Außendienst als Road Warrior bezeichnet. Diese Mitarbeiter sind eigentlich nur zur Erledigung ihrer administrativen Verpflichtungen oder für wichtige Besprechungen ins Büro gekommen, oder, wenn sie Kommunikationsmittel wie das Telefax verwenden wollten. Diese technischen Ressourcen waren damals sehr teuer und nicht im Übermaß vorhanden, sondern standen an einer zentralen Stelle zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung.

Die Verbindung über VPN

Von besonderer Bedeutung ist, wie Sie, wenn Sie der außerhalb des Unternehmens arbeiten, auf das Netzwerk, die Programme und Dateien des Unternehmens zugreifen können. Dies erfolgt heutzutage fast immer über Remote-Desktop-Lösungen, weil es in den meisten Fällen praktischer und günstiger ist, als Software auf die einzelnen externen Computer zu spielen.

Der Zugriff von Remote-Usern auf Anwendungen des Unternehmens wird durch die Virtual-Private-Networks-Technologie (VPN-Technologie) ermöglicht. Ein virtuelles privates Netzwerk erweitert ein privates Netzwerk auf ein öffentliches Netzwerk und ermöglicht es Benutzern, Daten über gemeinsam genutzte oder öffentliche Netzwerke zu senden und zu empfangen.

Anwendungen, die über ein VPN ausgeführt werden, können von der Funktionalität, Sicherheit und Verwaltung des privaten Netzwerks profitieren. Natürlich ist die Sicherheit ein großes Thema, wenn eine Vielzahl externer Geräte auf Unternehmensressourcen zugreifen. Die Netzwerkverbindung erfolgt daher mithilfe eines verschlüsselten Tunnelprotokolls, der Road Warrior oder Mitarbeiter im Home Office muss sich identifizieren, um in das System einsteigen zu können. Diese Identifikation kann mittels eines Kennworts, biometrischer Daten (Iris-Erkennung, Fingerabdruck) oder Zwei-Faktor-Authentifizierung erfolgen.

Mit dem Aufkommen des Internets und der rasanten Verbreitung leistbarer, effizienter und mobiler Telekommunikationstechnologie in Form von Mobiltelefonen, Laptops, Smartphones und Tablets wurde die Arbeit für den Road Warrior insofern einfacher, als er noch weniger auf ein stationäres Büro bzw. einen fixen Arbeitsplatz angewiesen war. Heutzutage kann der Road Warrior praktisch alle seine administrativen Aufgaben bequem auswärts erledigen, ins Büro kommt er nur mehr für Besprechungen und zur Aufrechterhaltung der sozialen Anbindung an das Unternehmen.

Mehr zum Thema:
Was ist Java?

Heute versteht man also denjenigen als Road Warrior, der seine Arbeit von unterwegs mit mobilen internetfähigen Geräten wie Tablets, Laptops und Smartphones erledigt. Über diese Technologien ist er mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kollegen verbunden und kann mobil auf Unternehmensnetzwerke zugreifen.

Road Warriors haben eigentlich als erste vorgelebt, dass es funktionieren kann, ohne stationären Arbeitsplatz auszukommen. Ihre Art des mobilen Arbeitens hat wohl auch das Aufkommen von Arbeitsformen wie Heimarbeit (Home Office, Teleworking) unterstützt.

Unterschiedliche Arten, außerhalb des Unternehmens zu arbeiten

Die Art, wie ein Road Warrior arbeitet, würde man im Deutschen wohl als „mobiles Arbeiten“ bezeichnen. Dies ist begrifflich von der Arbeit im Home Office oder am Telearbeitsplatz zu unterscheiden. Road Warriors sind übrigens auch keine digitalen Nomaden. Darunter versteht man Menschen, die aufgrund einer persönlichen Entscheidung ohne festen Wohnsitz leben und von überall auf der Welt ausarbeiten.

Mobiles Arbeiten liegt auch dann vor, wenn Menschen, die eigentlich keine Road Warriors sind, von unterwegs oder von zu Hause aus berufliche Tätigkeiten verrichten. Dazu gehört das abendliche Lesen von E-Mails nach Arbeitsschluss, das berufliche Telefonieren im Auto, oder das Bearbeiten von Unterlagen nach Dienstschluss im privaten Umfeld.

Home Office (auch Telearbeit oder Heimarbeit genannt) lässt sich dagegen wie folgt charakterisieren: Der Beschäftigte arbeitet regelmäßig, dauerhaft und vertraglich verfestigt nicht nur ausnahmsweise zu Hause. Dabei kann es sein, dass der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Arbeitsmittel und -geräte beigestellt bekommt.

Was in allen Fällen wichtig ist

Zunächst muss die Art des Arbeitens rechtlich korrekt vereinbart werden, und es sind die einschlägigen Rechtsnormen einzuhalten. Weiters darf man soziale Aspekte, wie die Einbindung in das Unternehmensgefüge nicht aus den Augen verlieren.

Abgesehen von diesen Aspekten müssen aber natürlich vor allem die technischen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, dass Home Office und mobiles Arbeiten funktionieren. So ist es wichtig, dass geeignete Hardware zur Verfügung steht, und eine leistungsstarke Internetverbindung vorhanden ist. Es sollte klar geregelt werden, wer die diesbezüglichen Kosten trägt. Dies ist in der Praxis nämlich erfahrungsgemäß immer wieder ein Streitpunkt. In der Regel wird man mit einem Mobiltelefon, einem PC, Notebook oder Laptop samt Maus und einem Bildschirm auskommen.

Letzte Artikel von Daniel Faust (Alle anzeigen)