Immer mehr Unternehmen und Organisationen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen im World Wide Web an. Ob Web-App, Onlineshop oder Website – wenn Sie präsent sein und neue Kunden gewinnen möchten, kommen Sie um einen passenden Webauftritt nicht herum. In diesem Kontext kommt es insbesondere darauf an, dass alle Services bzw. Seiten rund um die Uhr erreichbar sind. Große Organisationen und Hosting-Anbieter setzen dabei auf die Performance von Data- bzw. Rechenzentren. Doch was ist eigentlich ein  Rechenzentrum, auch Datacenter genannt, und wie funktioniert es?

Rechenzentrum im Detail

Grundsätzlich handelt es sich bei einem Rechenzentrum um einen physischen Standort bzw. um ein eigenständiges Gebäude, in dem Anwendungen und Daten im großen Stil gespeichert und betrieben werden. Ein Datacenter setzt sich aus einem großen Netzwerk von Speicher-, Rechen- sowie Netzwerkressourcen zusammen. Dieser Zusammenschluss von Routern und Servern ermöglicht die Bereitstellung der Anwendungen und Daten. Dies bietet Unternehmen und Organisationen die Möglichkeit, die komplette IT-Infrastruktur und Datenverarbeitung sicher und effizient in einem Rechenzentrum zu betreiben. Im Laufe der Jahre haben sich die technologische Basis und die Infrastruktur von Rechenzentren deutlich weiterentwickelt. So wurde beispielsweise die Rechenleistung klassischer physischer Server, die vor Ort betrieben werden, mit den flexiblen Möglichkeiten virtueller Server und Netzwerke konsolidiert. Somit werden mittlerweile viele Daten über mehrere Rechenzentren sowie private und öffentliche Clouds gespeichert und verwaltet. Aus diesem Grund muss ein modernes Datacenter in der Lage sein, über mehrere Standorte hinweg zu kommunizieren.

Die Bedeutung moderne Rechenzentren für Unternehmen und Organisationen

Viele Geschäftsanwendungen und -Prozesse innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation erzeugen eine gigantische Menge an Daten, die gespeichert und verwaltet werden müssen. Hierzu zählen zum Beispiel:

– Webseiten

– Produktivitätsanwendungen

– Unternehmensressourcenplanung

Datenbanken

E-Mails

Gerade bei großen internationalen Unternehmen werden täglich gigantische Mengen an Daten generiert, die sehr viel Rechenleistung und Speicherplatz benötigen. Ein einfacher Serverraum reicht in solchen Fällen in der Regel nicht aus, um den Anforderungen gerecht zu werden. Außerdem erweist sich die Wartung eines eigenen Servers oft als kompliziert und kostenintensiv. Hohe Energiekosten in Kombination mit einer permanenten Überwachung, um potenzielle Hackerangriffe und Serverausfälle zu verhindern, bringen die IT-Abteilung eines Unternehmens schnell an ihre Grenzen. Genau an dieser Stelle kommen moderne Rechenzentren zum Einsatz, wo Daten an einem sicheren Ort gespeichert und verwaltet werden. Ein dediziertes Rechenzentrum verfügt über verschiedene Vorkehrungen und Mechanismen, um die Sicherheit und Integrität der gespeicherten Daten sicherstellen zu können.

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Aus welchen Komponenten setzt sich ein Datacenter zusammen?

Damit ein Rechenzentrum optimal funktioniert, bedarf es verschiedener Komponenten und Bereiche, die effektiv zusammenarbeiten müssen. Das wichtigste Merkmal eines modernen Rechenzentrums ist die Ausstattung. Dabei handelt es sich um alle Komponente, die für den reibungslosen Betrieb und die Archivierung der Daten benötigt werden. In diesem Kontext unterscheidet man vier Bereiche:

Hardware-Komponenten: Die Server-Hardware umfasst von performanten Hauptprozessoren über schnelle Arbeitsspeicher bis hin zu großen Datenspeichern alle technischen Bauteile, die in den einzelnen Computern verbaut sind.

Aktive Netzwerkgeräte: Hierzu gehören Netzwerkkomponenten wie Switches, Router, Hardware-Firewalls und andere Komponenten, die über einen Stromanschluss verfügen und die für den reibungslosen Betrieb eines Computer-Netzwerks benötigt werden.

Passive Netzwerkgeräte: Ein Datacenter benötigt auch passive Netzwerkkomponenten für den reibungslosen Betrieb eines Netzwerks. Passive Netzwerkgeräte brauchen im Gegensatz zu aktiven Netzwerkkomponenten keinen eigenen Stromanschluss.

– Baugruppenträger: Server-Hardware und Netzwerkkomponenten werden in sogenannten Baugruppenträgern oder Racks befestigt. Dabei handelt es sich um Gehäuse aus Metall, die nach einer international genormten Größe gefertigt sind und somit gewährleisten, dass Racks mit allen Komponenten kompatibel sind.

Die verschiedenen Rechenzentrum-Typen im Überblick

Es gibt unterschiedliche Arten von Rechenzentren, die je nach Anforderung, Zweck und Besitzer unterschiedlich konzipiert und verwaltet werden. Um welche Art es sich dabei genau handelt, hängt in erster Linie von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise: Wird das Datacenter von einem oder mehreren Organisationen genutzt? Prinzipiell werden vier Hauptgruppen von Rechenzentren unterschieden, und zwar:

 

Enterprise-Datacenter: Diese Art von Rechenzentren kommt in erster Linie in Unternehmen zum Einsatz. Das Datacenter ist im Besitz des Unternehmens und wird in der Regel auf dem Firmengelände betrieben. Somit ist das jeweilige Unternehmen in Eigenregie für den Betrieb, Verwaltung und Wartung der gesamten IT-Infrastruktur verantwortlich.

Managed-Datacenter: Bei dieser Art handelt es sich um Rechenzentren, die von Drittanbietern im Auftrag eines Unternehmens verwaltet und betrieben werden. Das Unternehmen mietet dabei die gesamte Infrastruktur und Ausrüstung, sodass kein zusätzlicher Aufwand entsteht.

Colocation-Datacenter: Im Gegensatz zu einem Managed-Rechenzentrum mietet ein Unternehmen bei diesem Modell einen Raum innerhalb eines Rechenzentraums mit der benötigten Hardware und Software. Dabei ist das jeweilige Unternehmen für den Betrieb und die Wartung des gesamten Systems verantwortlich.

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Cloud-Rechenzentrum: Bei dieser Off-Premise-Variante eines Datacenters stellen öffentliche Cloud-Anbieter, wie Amazon Web Services (AWS) oder Google Cloud (GC), Datenspeicher- und Rechenressourcen im Rahmen eines Abomodells bereit. Cloud-Rechenzentren zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität aus, da sich zusätzlicher Speicherplatz oder Rechenpower bei Bedarf schnell und einfach skalieren lassen. Die Verwaltung und Wartung des Systems werden komplett von dem jeweiligen Cloud-Anbieter übernommen.

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