OpenOffice ist eine Bürosoftware, die Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation und zum Zeichnen enthält. Zudem umfasst das Paket ein Datenbankprogramm und einen Formeleditor. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Angeboten handelt es sich bei OpenOffice um ein Open-Source-Projekt, bei dem weder für den Kauf noch für die Nutzung Gebühren anfallen.

Die Funktionen im Überblick

OpenOffice setzt sich aus insgesamt sechs verschiedenen Komponenten zusammen. Der Writer ist das Textverarbeitungsprogramm der Software und beinhaltet alle gängigen Funktionen von Schreibprogrammen wie zum Beispiel Textbausteine, Rechtschreibprüfung, Autokorrektor und Formatvorlagen sowie die Möglichkeit, Grafiken oder Tabellen zu integrieren. Zudem bietet die Software auch einen HTML-Editor, mit dessen Hilfe sich HTML-Seiten erstellen lassen.

Für Tabellenkalkulation und Berechnungen steht das Programm Calc zur Verfügung. Es ist vor allem für die Analyse und Auswertung von Daten gedacht, bietet aber auch eine Vielzahl an mathematischen Berechnungsmöglichkeiten. Für kompliziertere Formeln bietet OpenOffice zudem die Software Math an. Dabei handelt es allerdings nicht um ein Rechen- oder Algebraprogramm. Es dient eher dazu, mathematische Formeln zu erfassen und darzustellen.

Für Präsentationen und Vorträgen können die Funktionen von Impress genutzt werden. In diesem lassen sich einzelne Folien mit verschiedenen Inhalten wie Texten, Bildern, Diagrammen oder Multimediainhalten erstellen und durch Übergangseffekte miteinander verbinden. Zudem können im Programm auch Einstellungen in Hinblick auf die Art und Weise der Präsentation der verschiedenen Folien getroffen werden.

Für Grafiker und Zeichner bietet OpenOffice mit Draw ebenfalls eine Software an. Dabei handelt es sich um ein vektorbasiertes Grafikprogramm, wobei auch dreidimensionale Effekte erstellt werden können. Darüber hinaus gehört auch das Datenbankmanagementsystem Base zum Umfang, mit dem sich große Datenmengen in Datenbanken organisieren und verwalten lassen.

Kostenfreie Softwarelösung

Die Inhalte von OpenOffice ähneln in vielen Bereichen denen von Office365 beziehungsweise dessen Nachfolger Microsoft365. Im Gegensatz zum Office-Paket von Microsoft ist das Angebot bei OpenOffice aber vollkommen kostenfrei. So fällt weder wie früher bei Office365 ein Kaufpreis an, noch müssen wie bei Microsoft365 monatliche Abogebühren für die Nutzung gezahlt werden. Das Programm wird unter der Apache 2.0 License veröffentlicht, was bedeutet, dass es sowohl privat als auch gewerblich ohne Kosten genutzt werden kann. Dabei spielt es auch keine Rolle, auf wie vielen Geräten die Software installiert wird, oder ob sie ein Nutzer kopiert und weiterverbreitet.

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OpenOffice ist ein Vertreter der sogenannten Open Source Software. Dabei handelt es sich um Softwarelösungen, die komplett offen im Netz zugänglich sind. Jeder kann den Programmcode für seine Anforderungen nutzen, anpassen und verbreiten. Es werden weder Beschränkungen vorgeschrieben, noch fallen Kosten an. Ausnahmen bilden mitunter bestimmte Erweiterungen oder Dienstleistungen, die von Unternehmen speziell entwickelt wurden. Der Kerncode und die damit verbundene Software bleiben aber frei.

Die Entwicklung von OpenOffice

OpenOffice basiert auf dem Quellcode des Office-Pakets StarOffice, das zunächst von dem Unternehmen Star Division entwickelt wurde. Im Jahr 1999 übernahm Sun Microsystems die Firma und arbeitet zunächst weiter an StarOffice. Ein Jahr nach der Übernahme kündigte man schließlich das OpenOffice.org-Projekt an und veröffentlichte auch den ersten Quellcode, der auf StarOffice 6.0 basierte. Ziel war es, eine Bürosoftware zu entwickeln mit dem Fokus auf die Rechte der Entwickler und Nutzer und ohne den Einfluss von Firmeninteressen. Die erste Version von OpenOffice erschien am 1. Mai 2002.

Sun Microsystems setzte die Entwicklung mit Programmierern und Unterstützern auf der ganzen Welt anschließend fort und veröffentlichte im Jahr 2003 die Version 2 und im Jahr 2008 die Version 3 des Office-Pakets. Im Jahr 2010 übernahm dann die Oracle Corporation das Unternehmen und damit auch die Entwicklung von OpenOffice. Mit der Zeit zeigten sich viele Entwickler aber enttäuscht von Oracle, da die Unterstützung durch das Unternehmen ihrer Meinung nach abgenommen hatte. In der Folge wanderten immer mehr Entwickler ab und gründeten schließlich die The Document Foundation, um die Entwicklung unter neuem Dach fortzusetzen.

Da die Namensrechte an OpenOffice jedoch Oracle gehörten und diese sie nicht übertragen wollten, wurde mit LibreOffice ein neues Office-Paket ins Leben gerufen. Trotz des neuen Namens sehen sich die Entwickler als legitimer Nachfolger, wobei LibreOffice auch auf OpenOffice basiert, sich mittlerweile aber stark weiterentwickelt hat und deutlich populärer ist.

Im April 2011 zog sich Oracle schließlich von OpenOffice zurück und übergab die Entwicklung an die Apache Software Foundation. Diese veröffentlichten 2013 die Version 4 des Programms, die dann auch offiziell den Namen Apache OpenOffice trug.

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