Microsoft Office365 ist ein Softwarepaket für Büroanwendungen und wird Privat- und Gewerbekunden in verschiedenen Versionen angeboten. Auf Ihrem Rechner installierte Programme sind nur ein kleiner Teil des Pakets, das üblicherweise in der Cloud auf Servern von Microsoft läuft. Office365 ist nur als Abo erhältlich und enthält insbesondere auch einen Mailserver.

Wie lange gibt es Office365 schon?

Das Paket ist seit 2011 für Gewerbekunden erhältlich und wurde als Nachfolger der früher angebotenen Business Productivity Online Suite entwickelt. Zwei Jahre später wurden Versionen für Privatkunden in das Angebot von Microsoft aufgenommen. Office365 stellt einen weiteren Schritt in die Richtung der Verlagerung von Unternehmenssoftware in die Cloud dar.

Was leistet Office365?

Das Paket ist zu einem Teil offline nutzbar, was aber von den Entwicklern nicht für den normalen Betrieb vorgesehen wurde. Wird das System nämlich für 31 Tage nur offline benutzt, können Dokumente zwar noch angezeigt, aber nicht mehr bearbeitet werden. Das ist erst wieder möglich, wenn eine Internetverbindung zu den Servern von Microsoft hergestellt wird. Benutzt werden kann Office365 allerdings mit jedem beliebigen Browser.

Office365 ist als „Software as a Service“ konzipiert. Eine solche Software läuft in der Cloud auf den Servern des Anbieters, in diesem Fall also Microsoft. Ihre Daten werden dort gespeichert und verarbeitet. Sie haben den Vorteil, dass Ihnen immer die neueste Version der Programme zur Verfügung steht. Es sind also keine Updates oder Patches mehr einzuspielen, das machen alles die Spezialisten von Microsoft selbst. Das Abo für Office365 ist an Sie als Benützer gebunden und nicht an ein bestimmtes Gerät. Mit einem solchen Abo können Sie von jedem Gerät mit einem Browser auf Ihre Daten zugreifen. Die Programme können Sie auf einer bestimmten Anzahl von Geräten installieren.

Die Verfügbarkeit Ihrer Daten jederzeit und überall ist zwar ein Vorteil, bringt aber auch Probleme der Sicherheit und Vertraulichkeit mit sich. Administratoren von Office365 sehen etwa genau, welche E-Mails Mitarbeiter lesen und sogar zu welchem Zeitpunkt. Das ist an sich nicht verträglich mit der Datenschutzgrundverordnung der EU. Außerdem besitzen die Behörden der USA Zugriff auf Ihre Daten und auch Ihre E-Mails.

Was ist ein Mailserver und wozu brauche ich ihn?

Office365 beinhaltet auch einen Mailserver. Das ist ein Server, der immer online sein sollte und Ihre E-Mails in Empfang nimmt und speichert. Sie sehen die Mails, wenn Sie sich einloggen und Ihr Computer als Client die E-Mails herunterlädt. Auch zum Versenden von E-Mails laden Sie die Nachricht auf den Mailserver hoch, der sie dann an den Empfänger weiterleitet, genauer an seinen Mailserver.

Mehr zum Thema:
Was ist eine Private Cloud?

Wozu setze ich einen Virenscanner ein?

Viren sind Schadprogramme, die sich oft per E-Mail ausbreiten. Der E-Mail angefügten Dokumente infizieren den Computerhädliche. Scanner sind ihrerseits Programme, die solche Viren erkennen und unschädlich machen sollen. Das funktioniert relativ gut, allerdings können auch die besten Scanner nicht alle möglichen Virusprogramme erkennen.

Microsoft Office365 als Mailserver

Traditionell haben viele auch kleinere und auf jeden Fall mittlere Unternehmen ihren eigenen Mailserver betrieben. Auch Microsoft hat mit dem Exchange einen solchen Server im Angebot. Die Administration eines solchen Mailservers ist allerdings immer aufwendiger geworden und heute so komplex, dass kleinere Unternehmen sich nach Alternativen umsehen.

Ein möglicher Weg ist die Verlagerung des Mailservers in die Cloud und diesen Service enthält Office365. Je nach Abo können Sie den Umfang des Speicherplatzes für Ihre Mails frei wählen, was auch für die Zahl der Nutzer mit einer Adresse gilt. Ein weiterer Service ist die Einrichtung von Sammeladressen wie support@…, die dann mehreren Nutzern zur Verfügung stehen und von ihnen gemeinsam bearbeitet werden können. Durch das Webhosting sehen sie alle die gleichen Mails, ohne dass besondere Maßnahmen zur Koordination getroffen werden müssten. Beim Umgang mit vertraulichen Daten und möglicherweise sensitiven Schritten wie dem Hinzufügen von Adressaten werden Sie von Office365 automatisch gewarnt und auf die Folgen Ihrer Schritte hingewiesen. Nachdem Mails schnell und einfach verschickt werden können, besteht auch die Gefahr von unbeabsichtigten Datenlecks. Eine zusätzliche Sicherung gegen solche Datenabflüsse kann Ihrem Unternehmen gegebenenfalls viel Geld sparen.

Sicherheit und Vertraulichkeit von Daten mit Office365 als Mailserver

An möglichen Bedrohungen sind hier auf der einen Seite Kriminelle, auf der anderen aber auch die Behörden zu nennen. Die Sicherheit vor kriminellen Hackern liegt im Verantwortungsbereich von Microsoft. Der Systemadministrator in Ihrer Firma braucht sich nicht mehr selbst um die Absicherung eines eigenen Mailservers zu kümmern. Man kann davon ausgehen, dass die Spezialisten von Microsoft diesen Aspekt hinreichend gut im Griff haben. Als Besonderheit ist hier der Schutz durch ATP oder Advanced Threat Protection zu nennen. Das System erkennt verdächtige Mail-Anhänge und warnt vor ihnen. Auch ATP bietet keinen vollständign Schutz. Es wird aber ständig von Fachleuten weiterentwickelt.

Durchwachsener sieht es allerdings mit dem Schutz vor Behördenwillkür aus. Die Nachrichtendienste der USA können sich nach der Gesetzeslage ohne große Schwierigkeiten Zugang zu Ihren Daten verschaffen. Sie müssen beurteilen, wie Sie diese Gefahr und die möglichen Folgen einschätzen.

Mehr zum Thema:
Was ist BCM (Business Continuity Management)?
Letzte Artikel von Daniel Faust (Alle anzeigen)