Wenn Sie die Erwartungen heutiger Nutzer an eine Webseite erfüllen möchten, ist das Programmieren der gesamten Webseite sehr aufwendig. Es ist aber auch nicht wirklich effizient, denn zahlreiche Funktionen werden für viele Webseiten immer wieder gebraucht und müssen deshalb nur einmal programmiert werden. Deshalb gibt es sogenannte Content Management Systems oder CMS, die solche Funktionalitäten bereitstellen mit denen die Erstellung von technisch aufwendigen Webseiten viel einfacher ist. Joomla gehört zu den am weitesten verbreiteten CMS.

Was sind Content Management Systeme?

Die erste Generation von Webseiten war statisch. Jeder Benutzer erhielt vom Webserver dieselben Dateien. Diese waren meistens in HTML gehalten und mit Bildern erweitert, die vom Webbrowser des Benutzers angezeigt wurden.

Heute sind hingegen die meisten Webseiten dynamisch. Es werden also für jeden Benutzer oder Besucher der Webseite von einem Programm auf dem Webserver individuelle Seiten erstellt. Diese Seiten werden dann an den Webbrowser des Nutzers übermittelt und von diesem dargestellt.

Ein einfaches Beispiel für eine solche Webseite ist eine Suchmaschine. In diesem Fall ist es unmittelbar einleuchtend, dass für jeden Benutzer eine individuelle Seite übermittelt wird, denn diese enthält ja die Suchergebnisse, die erst aus den Suchbegriffen des Nutzers erstellt werden mussten.

Weitere Beispiele für Funktionen von dynamischen Webseiten sind Blogs, Kontaktformulare, ein Newsfeed oder die Integration von Werbebannern. Diese Funktionen wollen Sie als Planer einer Webseite an Ihre Bedürfnisse und Ideen anpassen, Sie müssen sie dazu aber nicht von Grund auf neu programmieren. Ein CMS stellt Ihnen solche Funktionen bereit.

Technische Eigenschaften

Die Software für das CMS Joomla ist quelloffen und kann also von jedem Interessierten im Detail überprüft werden. Joomla ist gratis zum Herunterladen verfügbar.

Joomla ist in der Serverprogrammiersprache PHP geschrieben und zwar im Stil der objektorientierten Programmierung. Die Sprache PHP ist auf den meisten Webservern verfügbar, sodass also einer Installation und Verwendung von Joomla nichts entgegensteht.

Dynamische Webseiten müssen in den meisten Fällen auf Datenbanken zugreifen, um die Ergebnisse für die individuellen Nutzer bereitstellen zu können. Im Fall von Joomla können das MySQL, Microsoft SQL Server oder PostgreSQL sein.

Wie praktisch alle CMS kann Joomla mit zusätzlichen Funktionen versehen werden. Dazu setzen Sie Module ein, von denen viele frei verfügbar sind. Ein Online-Shop ist ein Beispiel für eine Erweiterung, die sich so umsetzen lässt.

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Ein System wie Joomla stellt auch ein gewisses Risiko für die Informationssicherheit des Webservers dar. Sicherheitslücken werden von Hackern ständig gesucht und ausgenutzt. Ein größeres System ganz ohne solche Sicherheitslücken steht leider noch nicht zur Verfügung. Es ist deshalb wichtig, ein System wie Joomla ständig aktuell zu halten. Sicherheitslücken werden in den regelmäßig veröffentlichten Patches geschlossen, aber das erhöht die Sicherheit Ihrer Webseite nur, wenn Sie diese Patches auch einspielen. Eine regelmäßige Betreuung Ihrer Webseite ist also dringend anzuraten.

Aufbau von Joomla

Der Aufbau folgt der Struktur einer Webseite. Diese wird mit HTML für die Struktur, CSS für das Layout und JavaScript für die Funktionalität festgelegt.

Auch in Joomla sind die Schichten des Texts, des Layouts und der Funktionalität getrennt. Das entspricht der Philosophie dieses CMS, dass nämlich der Inhalt selbst für Nutzer ohne besondere technische Kenntnisse einzugeben sein soll.

Die Funktionalität wird von einem Administrator festgelegt, der allerdings über technisches Verständnis verfügen muss. Zu den Aufgaben dieses Administrators gehört auch, die Zugangsrechte für andere Nutzer zu definieren. Diese Rechte können in feinen Abstufungen an die Anforderungen angepasst werden.

Diese Nutzer erhalten vom Administrator ein Passwort und können sich dann von ihrem Webbrowser aus in das Joomla-System einloggen. Für das Hochladen von Daten verfolgt Joomla das WYSIWYG-Prinzip oder „what you see is what you get“. Für den nichttechnischen Nutzer ist also direkt sichtbar, wie sich die von ihm hochgeladenen Daten anderen Nutzern präsentieren werden.

Das Layout einer Webseite unter Joomla wird durch Templates festgelegt. Sie können für das von diesen definierte Erscheinungsbild Ihrer Webseite aus zahlreichen kostenlosen Versionen auswählen. Manche Drittanbieter stellen Ihnen auch kostenpflichtige Alternativen zur Auswahl.

Joomla im Vergleich zu anderen CMS

WordPress. Dieses CMS ist das weltweit am meisten verbreitete und gilt als besonders leicht zu benutzen. Im Gegensatz zu Joomla bietet WordPress aber keine Unterstützung für mehrsprachige Webseiten.

Typo3. Wenn Sie sich für dieses CMS entscheiden, müssen Sie sich als Administrator mit der Metasprache TypoScript beschäftigen.

Drupal. Eine Besonderheit dieses CMS ist sein stark modularer Aufbau. Ein verhältnismäßig kleiner Kern wird durch Erweiterungen ergänzt, für die eine sehr umfangreiche Auswahl bereitsteht.

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