Bei Microsoft Windows handelt es sich ursprünglich um eine von Microsoft entwickelte Benutzeroberfläche, aus der im Laufe der Jahre eine Reihe eigenständiger Betriebssysteme hervorgegangen ist. Windows-Betriebssysteme kommen in erster Linie auf PCs (Personal Computer) und Servern zum Einsatz. Darüber hinaus existieren auch spezielle Versionen für Embedded Devices wie Kassensysteme, Messgeräte sowie Varianten für Smartgeräte wie Smartphones und Tablets.

Entwicklungsgeschichte

Das US-amerikanische Unternehmen Microsoft entwickelte ursprünglich keine Betriebssysteme, sondern seit Mitte der 1970er-Jahre BASIC-Anwendungen für unterschiedliche Computersysteme. Erst im Jahr 1981 mit dem Marktstart der ersten Version von MS-DOS stieg Microsoft in das Betriebssystemsegment ein. Im Rahmen von MS-DOS wurde das System ausschließlich mit Kommandobefehlen bedient. Die Befehlssyntax war relativ kompliziert und erforderte eine Einarbeitung, sodass ein intuitives Arbeiten dadurch nicht möglich war. Zu den Computern, die bereits damals mit einem Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche ausgestattet waren, zählten der 1979 erschienene Xerox Alto sowie Lisa und Macintosh von Apple, die einige Jahre später veröffentlicht wurden.

Diese grafischen Systeme wurden von eingefleischten Microsoft-Fans belächelt und als sinnlos bezeichnet. Der Microsoft-Gründer, Bill Gates, erkannte allerdings schon früh das enorme Potenzial grafischer Benutzeroberflächen und startete ein neues Projekt mit der Bezeichnung „Interface Manager“. Die übrigen Microsoft-Gründer unterstützen dieses Projekt, waren jedoch mit dem Namen unzufrieden, sodass das Projekt schließlich in Windows umbenannt wurde. Mit der Entwicklung von Windows hatten die Microsoft-Gründer Paul Allen, Steve Ballmer und Bill Gates die einflussreichste Zusammenarbeit in der Geschichte moderner Softwareentwicklung gestartet.

 

Im Laufe der Jahre wurde das Betriebssystem kontinuierlich weiterentwickelt und durch neue Funktionen und Features ergänzt. Windows hatte immer starke Konkurrenz, die entweder kostenlos erhältlich war oder ein besseres Gesamtpaket bot. Zahlreiche Linux-Distributionen wie beispielsweise

–       Debian

–       Ubuntu

–       CentOS

kamen im Laufe der Jahre auf den Markt, konnten sich jedoch gegen Windows nie richtig durchsetzen und führen heute noch ein Nischendasein. Im Gegensatz zu Linux, wo das eigentliche Betriebssystem vom graphischen Fenster-Manager getrennt ist, bekommt man von Microsoft das eigentliche Betriebssystem sowie den Fenster-Manager (also die graphische Oberfläche) im Bundle. Kein anderes Betriebssystem konnte eine so große Bekanntheit wie Windows erlangen und ist so vielen Nutzern weltweit bekannt oder besitzt einen derart starken Marktanteil. Microsoft hat sich diese Position als Branchenprimus durch kontinuierliche Veröffentlichungen neuer Versionen gesichert, die die Vorteile moderner Hardware und Technik voll unterstützen und ausnutzen.

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Die bedeutendsten Windows-Versionen im Überblick

Windows 1.0

Die erste Windowsversion wurde 1983 in einer Testversion der breiten Öffentlichkeit präsentiert und zwei Jahre später 1985 veröffentlicht. Bei Windows 1.0 handelte es sich grundsätzlich um ein Programm, das auf MS-DOS lief. Das Release war für Microsoft ein Start mit erheblichen Hindernissen, da das Betriebssystem äußerst instabil lief. Durch das innovative „Point-An-Click-Konzept“ war Win 1.0 jedoch auch für Einsteiger leicht nutzbar. Das benutzerfreundliche Konzept des Betriebssystems ermutigte auch neue Anwender, die von der Steuerung per Befehlszeile eventuell überfordert waren, einen Personal Computer zu nutzen.

Windows 95

Im Jahr 1995 brachte Microsoft das Betriebssystem Windows 95 auf den Markt, das sich binnen kürzester Zeit zu einem enormen Verkaufserfolg entwickelte und den endgültigen Durchbruch für Microsoft einläutete. Windows 95 brachte einer großen Menge von Menschen weltweit Computer und das Internet näher. Das Betriebssystem machte den oft komplizierten Prozess der Installation neuer Hardware durch „Plug and Play“ wesentlich einfacher. Des Weiteren brachte Win 95 einen breiteren Farbraum, bessere Multimedia-Möglichkeiten und native Unterstützung für TCP/IP-Netzwerke. Die DirectX-Runtime ermöglichte zudem, dass auch grafisch anspruchsvolle Spiele auf Windows ausgeführt werden konnten.

Windows XP

Mit Windows XP brachte Microsoft im Jahr 2001 die erste auf der NT-Architektur basierte Version auf den Markt, die in erster Linie auf die Anforderungen und Bedürfnisse von Endnutzern ausgerichtet war. Windows XP wird von vielen Nutzern und Kritikern als die beste Windowsversion angesehen und wurde damals dementsprechend hoch bewertet. Das Betriebssystem brachte eine verbesserte Optik und bot eine äußerst stabile Plattform. Mit dem Betriebssystem wurde auch das Ende der DOS-Ära endgültig eingeläutet. Die neue DirectX-Version ermöglichte bei 3D-Spielen Effekte, an die OpenGL nicht heranreichte. Windows XP bot zudem Unterstützung für 64-Bit-Prozessoren. Dieses Feature war jedoch nicht gut umgesetzt und wurde erst mit dem Service Pack 2 verbessert. Darüber hinaus kam mit Windows XP erstmals die hauseigene Antivirensoftware „Windows Defender“ zum Einsatz.

Windows 10

Windows kündigte am 30. September 2014 offiziell Windows 10 an. Microsoft läutete mit der 10er-Version ein neues Veröffentlichungs-Modell an, sodass Windows 10 die letzte Windowsversion nach dem traditionellen Versionsmuster sein sollte. Stattdessen sieht man Windows 10 eher als eine „digitale Dienstleistung“. Nutzer von Win 10, die eine gültige Lizenz besitzen, sollten nicht nur Patches bekommen, sondern auch neue Funktionen, die im Rahmen von großen Feature-Updates ausgeliefert werden.

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Plattform

Microsoft verfolgt mit dem Windows-Betriebssystem das Konzept, eine möglichst kompatible Plattform für Anwendungen aller Art zu sein. Dies wird über die Win32-API realisiert und deren zahlreichen Erweiterungen. Das Betriebssystem ist seit seiner ersten Version eine sogenannte „offene Plattform“. Konkret bedeutet das, dass jeder Entwickler ohne Einschränkungen Anwendungen für Windows entwickeln und vertreiben kann. Eine explizite Erlaubnis seitens Microsoft ist nicht nötig. Im Laufe der Jahre hat sich Windows zu einer äußerst stabilen Plattform entwickelt und kommt mittlerweile auf ca. 90 Prozent aller Desktop-PCs zum Einsatz. Microsoft ist im Laufe der Jahre auch deshalb zum Branchenprimus geworden, weil die Abwärtskompatibilität der Windowsplattform jahrelang die höchste Priorität bei der Entwicklung neuer Versionen hatte. Eine solche stabile Plattform bietet Anwendungsentwicklern den entscheidenden Vorteil, dass Programme nicht für jede einzelne Windowsversion angepasst werden müssen, sondern Microsoft für die Kompatibilität verantwortlich ist.

Sicherheit von Windows

Der wesentliche Nachteil eines so weit verbreiteten Betriebssystems spiegelt sich in der Tatsache wider, dass bei Windows regelmäßig Sicherheitslücken entdeckt werden, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden, um Angriffe zu starten. Mit Windows 10 sind die Sicherheitsrisiken jedoch, wegen der intensiven Weiterentwicklung interner Sicherheitsmechanismen deutlich zurückgegangen. Obwohl neue Windowsversionen mit einer hauseigenen Antivirensoftware ausgestattet sind, ist es aus Sicherheitsgründen dennoch empfehlenswert, einen leistungsstarken Virenscanner wie ESET zu nutzen.

Cyberkriminelle weichen inzwischen immer öfter auf Sicherheitslücken in Drittprogrammen aus. Das jüngste Beispiel hierfür ist eine schwere Sicherheitsschwachstelle bei der Videokonferenz-Anwendung Zoom. Durch die Ausnutzung dieser Sicherheitslücke können Hacker an das Admin-Passwort der Opfer gelangen. Theoretisch könnten so Hacker auch Malware und andere Schadsoftware auf den Rechnern ihrer Opfer unbemerkt herunterladen und ausführen, was katastrophale Folgen nach sich ziehen würde.

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